Blog-AnDacht

Vorwegg: Hier denkt und schreibt ein Dilettant. In den Texten dieses Blogs möchte *ich jede altsprachliche Abschätzigkeit, Vorverurteilung oder Ungenauigkeit vermeiden, das meint, dass ich jeden WissensPartikel der *mir habhaft wird und der Fehler oder heimliche Beleidigungen oder unstimmige Vorwürfe weiter transportiert, aus *meinem Schreiben entferne und dafür andere Worte oder Neubildungen verwende. Es fehlt *mir inzwischen jede Lust alten Unsinn oder Frechheiten der Vergangenheit einfach nur aus Gewohnheit oder dumpfer Bequemlichkeit zu wiederholen und damit MitMenschen oder auch unsere Mit-LebeWesen zu beleidigen, zu diskriminieren, falsch zu benennen und in falscher Weise auf- oder abzuwerten.

Hier ist DAS Mensch ein-Es. Das Geschlecht ist freie Selbst-Wahl, ohne Sprach-Bewertung, auch dessen Lust-AusRichtung (Mit-LebeWesen, Lust-Lose und Kinder ausgenommen!). Hier münden Tod und Leben in die je persönliche Spanne ein-EsLebens, sind jedoch im DaSein nur zusammen präsent, als erLeben[digkeit].
Für *mich gilt:
AllEs = alle Materie ohne DNS (Dinge) und All-Es = alle Materie mit DNS, also jedes Selbst (= ein-Es).
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Montag, 29. Juni 2015

Die Wirkung von Mangel an Geborgenheit

Ein Zitat:

"Und wird die Welt auch noch so alt,
der Mensch, er bleibt ein Kind!
Zerschlägt sein Spielzeug mit Gewalt,
wie eben Kinder sind!

Wann alles erst in klein zerstückt
und nichts mehr zu verderben,
so sucht er wieder – neubeglückt –
und spielt dann mit den Scherben."

Von Carl Spitzweg (1808 - 1885), Maler, eigentlich Apotheker, als Maler Autodidakt. Er schilderte in kleinformatigen Bildern humorvoll Szenen aus dem Leben von Kleinbürgern und Sonderlingen der Biedermeierzeit

Und nun ernstl*ich:

Könnte es soSein, dass wir tun, was wir Menschen tun - und nicht tun -, weil uns erdmondliche Geborgenheit fehlt?

Heute geschah eine der wenigen Zusammenkünfte von sich überlappenden Texten zu einem grundlegenden Themenbereich des Menschen innerhalb einer Tageszeitung, sogar innerhalb eines Teils dieser Zeitung, dem Feuilleton. Die Frage nach unserer Einbettung in das erdmondliche Geschehen und unserem Umgang mit diesem Geschehen, dieser BiosSphäre, die wir mit so vielen anderen LebeWesen nicht bloss teilen, sondern deren Mischung wir auch sind.

Ich lerne gerne. Das ist mein Motto. Wenn nur nicht der Widerstand (s.u.) dagegen so stark wäre, in *mir. Das neue Wissen zu behalten, zu ordnen und wieder zu finden, fällt so verdammt schwer. Wie oft schon bemerkte *ich, dass *ich ein und dieSelbe Erkenntnis bereits eingestellt und beschrieben habe, ohne eine Erinnerung daran. Sollte *mir vielleicht peinlich sein, ist es jedoch nicht mehr. Und wenn *ich es fünf mal mache! Egal.

Und nun zu etwas ganz allgemeinem.
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Strassen-Schönheiten
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Titel: Ein neues Angebot zur Benennung des Wortes für vorausschauendes und umsichtiges, sowie auf Machbarkeit Und Brauchbarkeit vorab geprüftes, und die [auch tödlichen] Fehler und Schmerzen stets minimierendes {Selbst}-Handeln, lautet NICHT Verantwortung. Sondern?

Aus Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, vom 28. Juni 2015, Feuilleton, von Mark Siemons

Überschrift: Der fast unsichtbare Hegemon
Untertitel: Macht, aber wozu? Die planmässige Unauffälligkeit Deutschlands wirkt sympathisch  - doch darin steckt ein Problem, auch für Europa 

Hier ein Auszug:

Die Gleichzeitigkeit von universellem Kompetenzanspruch und Selbst-Einklammerung verbindet den Minister auch mit den Mehrheiten in der Bevölkerung. Laut einer Umfrage der Körber-Stiftung meinen nur 37 Prozent, Deutschland solle sich in der Welt stärker engagieren (zwanzig Jahre zuvor waren es noch 62 Prozent), doch zugleich nennen 66 Prozent die weltweite Respektierung der Menschenrechte als oberste Priorität der Aussenpolitik, 27 Prozentpunkte mehr als 1994. Die Deutschen beziehen einen Teil ihres Selbstbewusstseins daraus, eine Exportnation zu sein, ansonsten scheinen sie aus ihrer gut gepolsterten Exterritorialität heraus die anderen am liebsten einfach nur beobachten zu wollen. Wobei sie sich jedoch immer nervöser fragen: Wird alles noch mal gutgehen, wenn die Kriege und Krisen immer näher kommen? 

Mit einem derart ungeklärten Verhältnis zur Aussenwelt sind weder Öffentlichkeit noch Regierung in der Lage, die EU in eine Zukunft zu führen, die über Rechenkunst und Regelbefolgung hinausgeht. Denn zweifellos würde jede im engeren Sinn demokratische und solidarische Perspektive Europa von dessen Vormacht eine besondere Investitionsbereitschaft erfordern; nur wenn der Hegemon ein Bild von sich selbst hätte, das ihn auch über Durststrecken tragen könnte, wäre eine so konkrete Füllung des vom Establishment sonst so gern bemühten Begriffs „Verantwortung“ mehrheitsfähig. Da davon aber überhaupt keine Rede sein kann, endet die griechische Herausforderung jetzt aller Voraussicht nach im Desaster. Die Leere des deutschen Machtbegriffs droht, auch zur Leere des von ihm dominierten Kontinents zu werden.

Ende F.A.S.-Kommentar von MARK SIEMONS

Ich finde, diese Sätze gelten - natürlich etwas abgewandelt - auch für ein einzeln-Es innerhalb einer Gesellschaft. Ich par exemple fühle Getroffenheit, und zwar ziemlich deutlich. Ich stecke fest in Bedeutungslosigkeit und verhuschter Ängstlichkeit, derweil: *ich könnte viel mehr. W-Es geht es noch so?

[m]Eine Meinung: Wirkliche Verantwortung entsteht / entstünde erst in / mit einem stimmigen Selbst-Gefühl und einer aufrichtigen Selbst-Beschreibung, die auch das natürliche inhärente menschliche Leid und die ebenfalls natürliche allzu menschliche, wenn auch vielleicht {meist} nicht ausgelebte, Fratze der Boshaftigkeit und gegenseitigen Kränkung mit einbezieht.
Verantwortung braucht zur Entwicklung Transparenz, verifiziertes Wissen und wohlwollende ZuWendung zum Selbst im DaSein und zur Umwelt darIn. Aus dem g/Glaube[n] entsteht nur rudimentäre Verantwortung: eine Ahnung davon.

Das ist jedoch genau die "Verantwortung", die fast alle "Verantwortlichen" bisher behaupten. Aber *ich schränke ein, dass *ich diesen Begriff vielleicht mit etwas fülle, das nur *ich darin erfühlen und erLeben möchte, das aber alle ander-Es darin gar nicht haben wollen?
Ansonsten ist das Inhalt von Verantwortung meist lediglich die (kleinliche?) Sorge um das jeweilige Selbst und ein wenig drummherum, was natürlich annähernd 100 Prozent des daSein im DaSein ausschliesst und auch in das RaumZeit jeweils nur wenige Momente erreicht. Aber genug vermutet.

"Verantwortung", wie *ich es alltäglich erspüre, ist entweder eine [Über?]-Forderung an all die sogenannten "Verantwortlichen", ist Vorwurf für dessen Fehlen, nach fast jedem Fehler / Unfall und Schmerz, oder ist ein stets wichtig geäussertes Füllsel. Wie belanglos, aber mit wie vielen auch grossen Worten "Verantwortung" aktuell aufgeblasen ist, können die Leses m.a. auch hier erlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Verantwortung

Es ist wohl erforderlich, für das, was *ich wünschte, das Verantwortung enthält, ein neues Wort zu kreieren. Und die "Verantwortung" den "Verantwortlichen" als stete Rechtfertigung und Entschuldigung für deren Versagen zu überlassen. 
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Mit diesen schönen Mit-LebeWesen möchte *ich
erstens Ihre Augen locken, und zweitens
Ihren Geist ein wenig beruhigen. 
Pflanzen sind für *mich
Entspannung pur
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Titel: Die Wirkung einer Lücke, verbirgt die Sichtung einer Tücke

Mir ist seit längerem schon bewusst, dass das g/Glaube[n] eine Lücke zwischen dem naturgesteuerten NichtWissen, also unserem auch noch aktuellen Normal-Zustand, und dem Wissen des Wirklichen und dem darIn enthaltenen freien Selbst-Entscheiden überbrückt.
Diese fast vollständige NaturSteuerung auch des Menschen (+ zwar) zur Dauerhaftigkeit und zum SelbstErhalt (Triebe / Bedürfnisse), (der NaturSteuerung) durch Umwelt, durch Struktur / Aufbau und den Substanzen des Körpers, durch Artspezifische Erfahrungen (Gene und epigenetische Marker) und auch Gruppenspezifische Erlebnisse {Prägung}, ist zwar pures Wissen, allerdings noch ohne verwortete Gewissheit und dessen Wirkung in und auf uns Menschen.
Ist das einigermassen verständlich verwortet? Ziemlich komplex, *ich weiss, auch *ich brauchte mehrere Anläufe zum formulieren und auch mehrere zum verständlichen erLesen. Das Glauben kommt, glaube *ich, mit weniger Komplexität aus, muss aber eben auch nur eine Lücke überbrücken, die es mit Wissen zu füllen gilt. Vermute *ich.

Aber jetzt zu einem HinterMenschen (wenn *ich in das RaumZeit nach Vorne, also in das weitestgehend Unbekannte hineinspüre, ist das Gewesene hinter *mir), der hinter *mir bereits etwas vorwegg genommen / gewusst hat, was *ich erst vor kurzem geschnallt habe.

Aus Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, vom 28. Juni 2015, Feuilleton, von Christian Schwägerl 

Überschrift: Wir Riesenmaschinen
Untertitel: Alfred Döblin ahnte schon 1924, was beim Klimagipfel in Paris beschlossen werden muss: Sein Roman "Berge Meere und Giganten" zeigt eine Katastrophenwelt, in der Mensch, Natur und Technik verschmelzen - die Rettung, auch heute?

Daraus ein Auszug:

Wer Döblins Gedankenwelt und Stil vorschnell als Ökokitsch und Ganzheitlichkeitslyrik abtut, sollte bedenken, wohin es geführt hat, dass diese Gedanken erst spät im 20. Jahrhundert in Form des „Umweltbewusstseins“ Breitenwirkung entfaltet haben. Und immer noch um Anerkennung ringen. Die sinnlichkeitsfreie Kälte des heutigen Kapitalismus und die mit ihr verbundene Lehre, dass Lebewesen eigentlich nur Maschinen sind, treibt unsere ökologische Verarmung voran: Erde und ihre nicht-menschlichen Bewohner sind nur reine Rohstoffe, frei von intrinsischem Wert. Eine eigene, subjekthafte Perspektive wird ihnen abgesprochen. Das gehört zu den Antriebskräften der ökologischen Krise, und diese wird sich Jahrzehnt für Jahrzehnt verschärfen, wenn es bei der gegenwärtigen Beziehungsarmut bleibt. 

In dem Weltenpanorama von Mensch, Natur und Technik, das Döblin geschaffen hat, sind die harten Fragen von heute schon vorweggenommen: Welche neue, synthetische Natur schaffen Hightech-Industrie und IT-Konzerne, wenn sie die Welt der Zukunft mit Robotern, Drohnen, Supercomputern und immer feineren elektronischen Netzwerken überziehen wollen? Wer herrscht in dieser Welt? Kann, wer die Natur als ein „wimmelndes Kontinuum“ ernst nimmt, noch hierarchische, zentralistische, auf Dominanz, Extraktion und Umsatzwachstum angelegte Ziele verfolgen, wie dies der militärisch-industrielle-informationelle Komplex von heute tut?

Döblins Weltwahrnehmung bietet eine Alternative an: Die Offenheit fiir das Verbindende in der Natur könnte heute zum Nachdenken über offene, fliessende, dezentrale Strukturen in Gesellschaft und Technologie führen. Bei Döblins analoger Sicht geht es um die stufenlosen Verbindungen, das Miteinander, das Ineinander, die fliessenden Grenzen, die offenen Poren, die geteilten Eigenschaften und Elemente, die Gemeinsamkeiten. Übersetzt in die Technosphäre heisst das offener, freier Austausch, kooperatives Entscheiden. Alfred Döblin schuf mit „Berge Meere und Giganten“ und dem „Ich über der Natur“ die gedanklichen Grundlagen eines Internets, das alles Anorganische und Organische einbezieht und über die Menschensphäre hinauswächst.

Ende F.A.S.-Rezension und Kommentar von CHRISTIAN SCHWÄGERL

Dem ist fast nichts hinzuzufügen, ausser dem persönl*ichen Bekenntnis und der Erkenntnis, dass *ich zu gleichen (ähnlichen) Erkenntnissen gelangt bin, das aber nur, weil viele Menschen, wie auch Alfred Döblin, vor (oder genauer hinter *mir, weil in das RaumZeit bin *ich Alfred Döblin ja voraus, s.o.) *mir das nach-gedacht und vor-geschrieben haben.
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Schatt*ich
unter GlasDach
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Titel: Was braucht das Mensch zur Selbst-Anerkennung?

Denn eins ist *mir immer bewusster, die unten in der von *mir eingefügten {Klammer}, erwähnten Prägungen, die alles erdmondliche Geschehen und alle erdmondlichen LebeWesen gemeinsam durchlaufen haben, betten uns Menschen viel stärker in alles erdmondliche Geschehen ein, als wir bisher wahrhaben möchten, als uns die meisten GlaubensGeschichten erlauben wollen. Das Mensch ist wirklich nur in winzigsten Nuancen verschieden von all den erdmondlichen Mit-LebeWesen. Was das bedeutet, haben hinter *mir schon bekannte Wissenschaftler und Philosophen erkannt und erschrieben und sind deswegen entweder belächelt oder ignoriert worden (s.u. "Widerstand"). Denn diese Anerkennung würde selbstverständlich einige Veränderungen unseres Verhaltens einfordern.

Aus Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, vom 28. Juni 2015, Feuilleton, von Cord Riechelmann

Überschrift: Tiere wie wir
Untertitel: Jacques Derridas letztes Seminar handelt von Saddam Hussein, Carl Schmitt, Tauben, Wölfen, Souveränen und vor allem davon, wie das alles zusammenhängt

Auszüge daraus:

Es macht einen Unterschied, ob man auf Taubenfüssen trippelt oder auf Wolfssohlen schleicht. Auch wenn beide Gangarten still, diskret und unscheinbar und deshalb kaum zu hören sind, gehören sie ganz unterschiedlichen philosophischen Traditionen an. Auf Taubenfüssen, wie ein Dieb in der Nacht, trat beim heiligen Paulus die Wahrheit ganz leise in die Welt. Und in Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ durchquert eine Taube das Lied mit dem Titel „Die stillste Stunde“. 

Die „stillste Stunde“ ist in dem Gesang der Name einer furchteinflössenden Souveränin, einer furchtbaren Herrin, die Zarathustra bestimmt zurechtweist. „Das ist dein Unverzeihlichstes: du hast die Macht und willst nicht herrschen“, kritisiert sie ihn. Worauf dem zaghaften Zarathustra immerhin einfällt, darauf hinzuweisen, dass ihm zu allem Befehlen die Stimme des Löwen fehle und es die stillsten Worte seien, die den Sturm bringen: „Gedanken, die mit Taubenfüssen kommen, lenken die Welt.“ Diese stillen Gedanken, die auf Taubenfüssen daherkommen, sind aber die stillen Befehle, welche die Welt im Sinne des heiligen Paulus zur Wahrheit lenken, die immer eine Wahrheit des Friedens ist. Demgegenüber kündigen die Schritte auf leisen Wolfssohlen das Gegenteil an: Sie sind Boten des Krieges, des Kriegsherrn, des den Krieg befehlenden Souveräns. Sie gehören in die lange und wirkmächtige Tradition, in welcher der Mensch dem Menschen ein Wolf ist. 

[...]

Das geht natürlich nicht ohne eine ganz bestimmte. Und so will Derrida denn auch „auf leisen Wolfssohlen“ durch das Seminar führen. Eine Gangart, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie sich mit Umwegen auskennt und nicht viel mehr als undeutliche Spuren hinterlässt. Wolfsforscher wissen das. Derrida beginnt mit dem Hinweis auf das, wovon er nicht handeln wird: von den Taubenfüssen. Mit dem schönen Bild Immanuel Kants von der leichten Taube, die im Flug den Luftwiderstand spürt und sich vorstellt, dass es im luftleeren Raum noch besser ginge, verankert Derrida sie im Gedächtnis. 

{Darf *ich die Vorsichtigen in Ihnen - in *mir übrigens auch - ein wenig weiter herausfordern, wie sage *ich es nur, dass die Sicherheit dabei nicht gänzlich entfleucht, dass also Sie und auch *ich, einen warmen Händedruck eines wohlwollenden Menschen, während der Herausforderung spüren, *ich denke da an ..., Sie denken vielleicht an ... Nun, es geht einfach darum, dass *ich begleitend während des Schreibens und all der Selbst-Erfahrung, die *ich in diesen Blogs erarbeite und erfahre, auch immer den Widerstand erfühle und erspüre, diesen grundlegenden Widerstand, der das DaSein erst ermöglichte (enthalten in Newtons drittem Gesetz - dem Wechselwirkungs-Prinzip -), und der auch aller Selbst-Erkenntnis (welche das Bewusst-Sein / Wissen vergrössert und das UnBewusste verkleinert) vom Körper - also der grossen Masse - entgegengestellt wird.

DaZwischen passt folgendes: Immer dann, wenn du dich auf der Seite der Mehrheit wiederfindest, ist es Zeit eine Pause zu machen und zu reflektieren.“ Im Original: Whenever you find yourself on the side of the majority, it is time to pause and reflect.” Von Mark Twain. Ich bin in das Pause.

Ich habe ja schon öfter die Ergebnisse der Neurophysiologie erwähnt, m.a. auch die von Prof. Gerhard Roth, nämlich dass das Schwinden des Einflusses (Macht) eines Bereichs - in diesem Fall des UnBewussten (Glauben?) - niemals K(r)ampflos geschieht, - somit setzt die Prägung des DaSein (also die Ereignisse und die [Ver?]Formung darin, setzten die Prägungen der Lebendigkeit, setzt die Prägung des Menschen, setzten die Prägungen der Gesellschaft, in die ein-Es hineingeboren wurde und setzt ebenso die Familie, die ein-Es gezeugt hat -, setzen all diese Prägungen und Traditionen, jedem ein-Es einen Widerstand entgegen! Wenn dann dieses eine ein-Es, aus diesem ganzen Bündel an Vorbedingungen und Voreinstellungen etwas hinauswachsen möchte, vielleicht auch erst "bewusst" in diese Bündel hineinwachsen möchte, spürt -Es diesen starken Widerstand; und oft (meist?) fällt das Bewusst werden so schwer und jede Veränderung ist ein Streit, und oft verliert ein-Es dabei die Bewusst-heit wieder und ergibt sich ermattet in der Alltäglichkeit der Gewohnheiten der Vergangenheit.}

Das Bild bleibt, auch wenn von den Tauben nicht mehr die Rede ist. Genauso wichtig: der Hinweis auf den Widerstand des Materials. Nachdem er einige idiomatische und sprichwörtliche Ausdrücke wie „mit den Wölfen heulen“ oder den „Wolfshunger“ vorgestellt hat, erklärt Derrida, dass sie sich nicht alle von einer Sprache oder Kultur in eine andere übersetzen lassen. Nicht überall gibt es Wölfe, und die Erfahrungen, die man in Alaska oder in den Alpen, im Mittelalter oder heutzutage mit Wölfen macht, sind nicht dieselben. Die Sprichwörter und die Figuren, die Interpretationen, die Fabeln und die Phantasmen variieren von einem Ort und einem historischen Augenblick zum anderen. 

[...]

Indem er das Bild des realen Wolfs aufruft, das während des Seminars präsent bleibt, will er einen anderen Schrecken sichtbar machen, um ihm zu entweichen: die Zoologisierung der menschlichen Barbarei. Wir dürften uns nie damit begnügen, schreibt er, das Soziale, das Politische und die Ausübung der Souveränität in ihnen {den Wölfen} nur als verkleidete Manifestationen animalischer Kraft zu verstehen, deren Wahrheit uns die Zoologie liefert. Der Grund für Bestialität und unmenschliche Barbarei, heisst das, ist nicht unter den Tieren zu suchen. Derrida möchte das Bild, nach dem der politische Mensch immer noch animalisch ist, umdrehen: Man könnte auch annehmen, dass bereits das Tier politisch ist. 

[...]

Möglich wird die Verbindung von Souverän und Tier, weil sie die einzigartige Position teilen, ausserhalb des Gesetzes zu stehen. Das Tier, da es das Gesetz nicht kennt, und der Souverän, da er das Recht hat, das Gesetz zu suspendieren. Er stellt sich über das Gesetz, das er ist, das er macht: und über das er souverän entscheidet. Der Souverän ist kein Engel. „Wer auf souverän macht, macht auf Tier, er macht sich zum Tier“, schreibt Derrida. Und dies tun Souveräne nicht nur über die Staatstiere, die sie sich selbst zuschreiben, sondern auch über die Verdammung anderer. Derridas Beschreibung, wie Saddam Hussein vom Freund Amerikas zum „Beast of Bagdad“ wurde ist ein eingängiges Beispiel. Es steht aber nur am Ende einer langen Kette von historischen Symptomen, die es weder mit dem Tier noch mit der Politik in den Momenten der Unentscheidbarkeit zu genau nehmen. Für Derrida kann es aber nur darum gehen, das Unentscheidbare ins Recht zu setzen, sozusagen mit Taubenfüssen in die politische Ordnung zu treten.

Jacques Derrida: "Das Tier und der Souverän I. Seminar 2001—2002". Übersetzt von Markus Sedlaczek, Passagen-Verlag, 544 Seiten, 65 Euro

Ende F.A.S.-Rezension von CORD RIECHELMANN

Montag, 13. April 2015

Was ist ein Etiketten-Schwindel?

Titel: Das Leiden schafft der Enge

(Dies ist ein "älterer" Text mit einer deutlichen Änderung aktualisiert)

Und dann zählte ein-Es die Staaten auf und deren Unterscheidungs-Merkmale und Gemein[sam]heiten, und *ich dachte dabei, "Mei, ist halt noch so, oder?"; und *ich dachte auch, "Mei, was solls, kann ja sein, dass Die da, so und so sind, und Die da, so und so, auf jeden Fall ein wenig anders, als Die da. Mei, *ich bin auch anders, wie mein Nachbar, auch wenn *ich mit dem mehr gemeinsam habe, wie vielleicht mit einem Nachbarn in Togo, oder Kambodscha, oder auch mit einem in Frankreich, aber was solls, kann ja sein, bestimmt sogar, aber was kann *ich dafür kaufen? Und darum geht es doch inzwischen überall, ob Mensch sich von irgend-ein-Es oder -Etwas, etwas kaufen kann, und dass die Anderen anders sind, mal mehr, mal weniger, davon kann *ich mir nichts kaufen, das ist einfach so, also was soll *ich daraus ein solches Gewese machen?

Nur, bisher ist das noch anders.
Daraus wird ein grosses Gewese geMacht!
Da kommt Mensch ja ganz durcheinander, wenn -Es die Namens- und Nummernschilder (in einem anderen Beitrag zu diesem Thema, nannte *ich diese auch Etiketten) nicht mehr lesen kann, oder auch das grosse Namensschild (Deutsch-Es, Serb-Es, Japan-Es, Christ, Moslem, ...), das jedem Menschen spätestens bei der Geburt aufgeprägt wird. Ja was machen wir Menschen dann bloss, wenn ein-Es auf die Idee kommt, Uns diese weggzunehmen!?

Nein, das mag *ich gar nicht erst vorstellen.
Nein, wo kommen wir Menschen denn dann hin!?
Nein, das geht nicht, soooviel Freiheit, das können Wir noch nicht ertragen, dafür sind Wir noch zu jung.
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Guten Morgen.
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Das Mensch. Zu jung für das Freiheit.
Zu unreif für das Verantwortung im Selbst.
Das müssen noch AnderEs übernehmen, uralte Mechanismen, uralte Haltungen, ältere Abstimmungen und ältere Befunde.

Aber Wir dürf[t]en mehr, wenn Wir möchten. Das ist die gute Nachricht. Viel mehr, wenn Wir dazu bereit sind, wenn Wir es können. Das DaSein sagt nicht Nein, wir sind schliesslich Alle zuRecht da, wir sind Alle Willkommen, auch wenn das viel-Es einfach nicht anerkennen wollen. All-Es sind Willkommen, die gezeugt sind - noch vielfach (Leid[er]) unter Zwang -, aber genau das können wir ja ändern, dass wir in Freiheit zeugen. Und diese Gezeugten später die Wahl haben, als Was Sie daSein wollen und auch wie und wo; weil, ja, weil Wir einfach können, weil es einfach geht, also warum sollten Wir fort und fortwährend in Beschränktheit erLeben, noch dazu in so einer engen begrenzten, wie es im Moment fast überall der Fall ist.
Das muss doch nicht sein.

Aber die Enge hat noch viele Waffen, die sie überwiegend auf die Inneren - nach Innen, auf die Mitglied-Es von Gesellschaften, Religionen, Regionen, Vereine, Gruppen, Familien - richtet, damit dies-Es bloss nicht nach DrAussen spüren (darin auch das schauen, lesen und hören) und dabei entdecken würden, dass da noch so viel AnderEs geht, was das innere Selbst noch nicht kann oder auch darf. Diese grosse natürliche Vielfalt hat in der Enge leider keinen Platz, oder? Deswegen müssen Wir es - das Vielfalt, das Offenheit, das Anerkennung des anders-Sein - noch DrAussen halten, mahnt die Enge fort während, mit teils tödlicher Gewalt.

Was vielleicht sogar gut ist - Zweifel sind ja immer angebracht -, denn in das WEITE lauern schliesslich auch Gefahren, wenn vielleicht auch nicht mehr als in der Enge, *mir geht es auf jeden Fall so, dass, je mehr Weite *ich spüre (also je weniger Enge ist), umso mehr Freude nehme *ich wahr und das lässt der Enge kaum mehr Platz, also drängt die Enge das Freude immer wieder hinaus, mit ziemlich viel Angst, die sie immer und immer wieder aus der Vergangenheit hervorholt und dabei geht das Weite noch stets verloren.

Weil jedoch AllEs und All-Es permeabel (durchlässig) ist, also Nichts fest abgeschlossen werden kann, kommt bei *mir auch immer wieder das Weite zu Besuch und das ist jeweils angenehm, alleine, *ich kann Es noch nicht im Inneren halten, weil ..., ja, weil die Enge immer wieder so schnell dicht m[M]acht. So bin *ich nun mal "erzogen" worden, so war das auch bei *mir zuhause, früher, da wurde immer schnell dichtgemacht, auch mit Gewalt, wenn das Weite zu sehr hereingeschmeckt hat, aber das lag nicht nur an Uns, das lag auch an das Weite, das "drohte" noch öfter mit dem Platzen - oder ist es das Enge, das das tut? - und Was will das schon, platzen, wenn ein-Es einfach nur mal etwas mehr möchte, als -Es jetzt ist und hat, ohne gleich zu platzen?

Nur, in das Weite zu wachsen, ohne dabei zu platzen, braucht das Chance der inneren Ausdehnung und die wird noch viel zu selten gewährt, in diesen Genuss kommen immer nur sehr wenige, die Meisten werden, oft mit Gewalt, davon abgehalten, weil ..., *ich weiss es nicht, nicht so genau?

Fazit: Wir könnten, wenn wir wollten. Frei daSein, in dem PlanetenSystem Erde-Mond - das auch wir Menschen sind - grenzenlos daSein, und Einader erLeben, statt uns meist zu erLeiden. Könnten wir.

PS: *mir ist klar, dass oberes das Frage erregt: Wie organisieren wir eine Staaten-Grenzen-freie Menschheit? Wie organisieren wir das Freiheit in einem endlichen PlanetenSystem mit vielen Milliarden Menschen und vielleicht Billionen Mit-LebeWesen? 

Samstag, 14. März 2015

Das Menschen Recht und das Genom

Titel: Ein Sohn verklagt die Eltern wegen Freiheits-Beraubung

Das ist, was heimlich überall zu spüren ist: das Mensch ist ein Besitz, ein Hab und Gut. Mit wechselnden Besitz-Es. Und das "Dumme" ist, dass Mensch das Lieber ist, als Frei. Warum? Freiheit ist aufwendig, braucht Mut und Selbst-Verantwortung, ist insgesamt teurer, als Besitz zu sein oder zu besitzen.
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Von Gestern
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Titel: Das Einsamkeit des MenschenRecht

Das fb-Kanal des Bundesregierung veröffentlichte heute ein Foto des Sprechers von Bundeskanzlerin Merkel, Herrn Seibert, mit einem Schild vor der Brust, auf dem stand, dass Er ein Verteidiger der Menschenrechte ist.

"Human Rights"?
Das Mensch ist viele Spürsinne.
Was empfindet das Mensch, von dem Darumherum, wenn -Es spürt?

Scheinbar sehr sehr wenig, und dabei - bei dieser fast vernachlässigbaren Wenigkeit - spürt das Mensch fast nur das Mensch.
Wie bescheiden das Mensch doch in seiner Wahrnehmung des Wirklichkeit ist. Kein Wunder also, dass inzwischen das halbe Regenwald gerodet ist, unser AtemGas voller gefährlicher Moleküle vollgepumpt wird, das Bienensterben weiter geht und unsere nächsten Verwandten bald ausgerottet sind, ...

Das Mensch ist lächerlich in seiner kleingeistigen Selbst-Gefälligkeit {! Das darf *ich doch einfach mal so raushauen, aus [m]einem verwunde[r]ten *Selbst, oder?} und der grotesken Verweigerung, die Eingebundenheit von uns Menschen in das erdmondliche Geschehen zu akzeptieren und entsprechend zu (re)agieren.

Nein, Herr Seibert, solche Kampagnen der Egozentrik und Kleinlichkeit, sind unserem WissensStand unwürdig.
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Von Ferne
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Titel: Von das Macht des Bildung?

Das Tagesschau veröffentlichte auf fb einen Artikel mit dieser Überschrift:

"Mit welchen Voraussetzungen starten Kinder in der Grundschule? Laut einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung sind Kinder von armen Eltern deutlicher schlechter auf die Schule vorbereitet als Kinder aus gesicherten finanziellen Verhältnissen."

Was ist an dieser Erkenntnis "neu"?
Soll *ich ein paar Schriftsteller und Studien aus dem 17. und 18. Jh., m.a. Wilhelm von Humboldt, Goethe und Balzac, zitieren, damit dieser Neuigkeitswert implodiert, und dabei klar wird, dass das Mensch diese Verhältnisse nicht ändern will. Weil, bekannt sind diese Zusammenhänge bereits seit der BronzeZeit.

Warum will normales Mensch andere Menschen möglichst dumm halten?
Na, ganz einfach: das ist Dienst am Machterhalt. Was gefährdet das Macht und die normalen Hierarchien? Wissende und Selbst-denkende und frei handelnde Menschen. Bildung und das zugeneigte anlernen von Selbst-Entscheidung und Verantwortlichkeit, sind der Horror jeder Macht, deshalb sind sie Menschenweit auch das AllerAllerLetzte das gefördert wird; über ein absolut notwendiges Mindestmass hinaus.
Oder?

Eine mit-Kommentatorin schrieb:
"Danke, ich hätte es nicht besser sagen können!"
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Nah drann
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Titel: Vom Menschlichen des Genom

Ein fb-Beitrag der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft":

Obertitel: GENOM
Überschrift: Wir sind nicht allein in unseren Genen
Untertitel: Wir Menschen tauschen nicht nur untereinander Erbgut aus, sondern angeblich auch mit anderen Lebewesen. Biologen machten nun eine neue Bestandsaufnahme.
von Daniel Lingenhöhl

Da wird so getan, als sei diese Erkenntnis neu. Es ist schon seltsam, wie Geschichts-vergessen wir meist sind, täglich ist das Welt eine "neue", das bereits über 4 Milliarden Jahre ist.

Nein, dass unsere genetische Grundlage zu fast 100 Prozent nicht-menschlich ist, weil es Menschen und unsere VorStufen erst seit ein paar Millionen Jahren gibt, ist keine neue Entdeckung, sondern sehr sehr sehr alter WissensStand. Was also wird uns hier "verkauft"?

Ein mit-Kommentator schrieb:
"In dem Artikel geht es um den horizontalen Gentransfer und nicht um das was sie hier beschreiben."

Diesen alltäglichen Austausch von Informationen und auch Materie mit unseren Mit-LebeWesen, im indirekten und direkten Kontakt, z.B. in das Nahrung und das Atemluft, ist in meinen Sätzen enthalten. Was glaubt das Mensch, was es ist? Gottesgeschöpf im Bleimantel? Nein, wir sind eines von Milliarden erdmondlichen LebeWesen. Das ist schön genug, reicht das normale Mensch allerdings nicht, es braucht das Überheblichkeit, anscheinend um der Rechtfertigung zur Ignoranz, Ausbeutung und Zerstörung des MitWelt wegen?
Nicht?

Montag, 9. Februar 2015

Das Schwere an / in das Liebe zum Mensch-daSein

Titel: Das Menschheit ist in einer Zerreissprobe

Dass *ich als Mensch ein Liebhaber des Mensch-daSein bin, haben die längeren Leses längst erkannt, aber auch ein Verzweifelter an der Unaufmerksamkeit und Wurschtigkeit und Bewusst-losigkeit des allgemeinen Menschen. Und zwar sowohl im und zum Selbst, als auch in und zur UmWelt. Dass es anders geht, zeigt stets nur eine winzigste Minderminderheit; denen sei Dank.

Und *ich bin ja das Letzte, das meckern darf, wegen der Starrheit, Ignoranz und Beratungs-Resistenz des allgemeinen Menschen, denn *ich weiss seit Jahren, wie es *mir besser ginge, mache aber aus ... (?) erst mal so weiter, wie gewohnt, und bin damit genauso erfolglos, wie vielleicht heimlich gewollt.

Denn Lösungen für fast jede unserer Behinderungen vor einem mehr an Freude und mit-Entscheidung im daSein sind vorhanden, oder auch für die allgemeine Verschmutzerei unserer Böden, unseres Wassers und unseres AtemGases gibt es Lösungen, ob es sich um Cerium-oxid als Zusatz für Dieselkraftstoff zur fast völligen Vermeidung von Russpartikeln handelt, oder das Reinigen verschmutzter Böden durch Mikroorganismen, oder um eine bedingungslose Versorgung jedes Menschen mit allem dazu nötigen, oder um das Erkenntnis, dass das Sonne in einer Stunde unseren Jahresbedarf an Energie zu Erde schickt, wir aber all das aus folgenden Gründen ... (?) nicht nutzen.

Es gibt für fast jede technische Herausforderung eine Lösung, leider nutzen wir diese Lösungen nicht. Und Sie wissen, dass das "nicht" fast stets nur sehr wenig enthält. Weiter werden jeden Tag Millionen Tonnen Plastiktüten in Gewässer und Landschaft gekippt, wie so vieles anderes, Bisphenole weiterhin in Nahrungs-Verpackungen verwendet und keine Nation verzichtet auf Kraftwerks-Technologien, die Kohlendioxide in unser aller Atemgas einbringen, jeden Tag Millionen Tonnen. Und all das ohne jede Notwendigkeit, weil es längst für all das entweder Ersatz oder Vermeidungs-Handlungen gibt. Sie werden vom allgemeinen Menschen nicht verwendet, weil ...

Aber nun zu dem SZ-Gespräch, das *ich unten eingestellt habe.

Die längeren Leses wissen, dass eines des ersten Beiträge, die *ich in diese Blogs eingestellt hatte, schon um diese Frage ging:

Weiss das Mensch, was -Es tut und wohin dieses Tun führt, und was -Es damit bewirkt? (Siehe dazu auch weiter unten die Bestätigung meines Verdachts in der nun folgenden Antwort, durch Yuval Harari, dem *ich aber deswegen nicht in allem Folge;-)

Antwort: Nein, ist das klare Antwort. Nein, das Mensch ist kein vorausschauendes LebeWesen, soweit so natürlich. Das Mensch tut jeweils nur das Notwendige, was -Es zum überleben braucht, weiter brauchte -Es bisher auch nicht zu tun.

Hier das Link zu meinem ersten Beitrag zu dem Thema: Mensch-Technik-Zukunft: http://verantworten.blogspot.de/2013/07/produktionsgehilfe.html

Was *ich noch erwähnen möchte: In den folgenden Tagen werde *ich dieses Gespräch auch ausführlich kommentieren, also, falls es Sie interessiert, kommen Sie wieder.
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Wochenend und Wochenend-Zeitung
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Ab hier das aktuelle Gespräch des Süddeutsche.de mit dem israelischen Historiker Yuval Harari zum Thema. Davor eine kurze Begriffs-Klärung.

Transhumanismus - Traum oder Albtraum?
Kann Technologie den Menschen nicht nur klüger und stärker, sondern sogar einmal immun gegen "natürliche" Todesursachen machen? Daran glauben Anhänger des Transhumanismus, die sich auch in der Technologie-Branche tummeln. Mensch-Maschinen-Schnittstellen, modernste Medizin oder Gen-Manipulationen gelten als Weg zur Unsterblichkeit oder Überführung in ein neuartiges Wesen, sozusagen Menschen der nächsten Fortschrittsstufe. Die Idee ist nicht nur ethisch umstritten, auch ihre Realisierbarkeit ist alles andere als sicher.

Frage: Leben wir bald in einer Welt, in der reiche Menschen sich mit Hilfe moderner Medizin unsterblich machen und Maschinen den Großteil der Bevölkerung ohne Job und Aufgabe zurücklassen? Der israelische Universalhistoriker Yuval Harari behauptet das. Ein Gespräch von der Süddeutschen Zeitung.

Das Gespräch führte Johannes Kuhn, San Francisco

Der israelische Universalhistoriker Yuval Harari scheut keine großen Themen: In seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" schrieb er über den Werdegang des Homo Sapiens von der Frühzeit bis in die Gegenwart. Es hielt sich drei Jahre lang in der israelischen Sachbuch-Bestsellerliste und wurde in 38 Sprachen übersetzt. In wenigen Monaten erscheint sein neues Werk, zunächst auf Hebräisch. Darin wirft er einen Blick in die Zukunft, in der Menschen mit Technologie verschmelzen, um sich unsterblich zu machen. Ein Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Spezies.

Hier der Original-Link: http://www.sueddeutsche.de/digital/universalhistoriker-yuval-harari-wir-werden-gewaltige-ungleichheiten-erleben-1.2337102

Süddeutsche.de: Sie haben in ihrem Buch "Sapiens" die Geschichte der Menschheit von den Anfängen bis heute nachgezeichnet. Wo stehen wir heute, im Jahr 2015?

Yuval Harari: Es ist zum ersten Mal fast unmöglich zu sagen, wie die Welt in 30Jahren aussehen wird. Wenn im Laufe der Geschichte ein Zehnjähriger gefragt hat, in welcher Welt er mit 40 leben wird, konnten seine Eltern ihm eine ziemlich gute Prognose geben. Natürlich könnte immer ein neuer König kommen, ein Krieg ausbrechen - aber die sozialen Umstände, die Familienstruktur, die Wirtschaft, war über solche Zeiträume immer recht stabil. Jetzt blicken wir 30 Jahre nach vorne und niemand weiß irgendwas. Das Einzige, was wir dem Zehnjährigen sagen können, ist: Die Welt wird komplett anders sein.

Lässt sich zumindest sagen, was sich am stärksten verändern wird?

Was für mich feststeht: Die größte Revolution der nächsten 100 Jahre wird das Menschsein selbst betreffen. Bei all den historischen Veränderungen der Menschheit war bislang eine Sache statisch: Wir. Wir hatten die gleichen Körper, mehr oder weniger die gleichen Gehirne, die gleichen physischen und kognitiven Fähigkeiten. Das wird sich verändern. Wie? Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten: Biotechnik, direkte Mensch-Computer-Schnittstellen, die Erschaffung künstlichen Lebens, künstliche Intelligenz oder eine Kombination aus allem.

{Da wir Menschen bis heute weitestgehend von nicht-menschlichen Faktoren und Umwelt-Bedingungen [mit-]bestimmt sind (Evolution; regionale Klima- und Wetterbedingungen, regionale Traditionen (Kultur, darin auch die Sprachen, die Nahrung und die Umgangsformen, darin auch die Gesetze und nicht tradierten Regeln), sind wir Menschen vielleicht bald soweit, unsere Weiter-Entwicklung in Form, Farbe, Geschmack und Verhalten wirklich Selbst, also bewusst, aktiv und vorausspürend (=verantwortlich), mit zu gestalten, statt wie bisher natürlich geprägt zu werden.}

Was sollte uns dazu bewegen, uns so zu erweitern?

Der Mensch wollte schon immer schöner, klüger und älter werden. Der Tod war allerdings bis vor kurzem größer als das Leben, ein religiöses oder metaphysisches Problem. Man musste ihm einen Sinn geben, sich vorbereiten - aber es gab keine Möglichkeit, ihn zu verhindern. Doch die Wissenschaft sagt inzwischen: Menschen sterben nicht, weil Gott es möchte oder ihre Zeit gekommen ist, sondern weil es ein technisches Problem gibt. Und in der Theorie gibt es dafür eine technische Lösung. Die kennen wir natürlich nicht immer, aber in der Theorie ist es lösbar.

{Das Seltsame auch hier ist, dass das Tod quasi das erLeben auffrisst, aber zumindest dominiert. Das Tod scheint das Wichtigste des knappen, kurzen erLebens zu sein, was meiner bescheidenen Meinung nach falsch ist. All das erLebenslange erwarten des Sterbens (Angst?) ist normal, aber vielleicht veränderbar? Statt also das überaus kurze Geschenk des bewussten daSein gemeinsam zu geniessen, erwarten wir in aller normalen Menschlichkeit fast von Beginn an das Tod. Das Tod ist für viel-Es sogar eine Sehnsucht? Seltsam, dass wirklich k[aum]ein-Es das einzigartige daSein als Mensch, mit all unseren Fähigkeiten und dem enormen Potential, das wir sind, als besonders wertvoll und schützenswert anerkennt? Wirklich Seltsam, dass unsere Voreinstellung, also auch das Voreinstellung des DaSein (Natur), fast nur aus der zittrigen und unsicheren und leidvoll fixierten TodesErwartung besteht? Und dass das eine Tatsache ist, entnehme *ich den persönlichen, den mit-erLebten (bei mit-Menschen und anderen erLebeWesen) und den angelesenen (Romane, Poesie und Forschung) Schlussfolgerungen.

Eine Spekulation: Aber grosse KünstlES brauchen immer auch grosse Gegner, Antipole oder Ziele, an denen ES zu reiben lohnt, wo bliebe sonst die Orientierung des Selbst (Selbst-Erkenntnis)? Und was ist dem DaSein und dem daSein darIn ein grösseres Gegenüber, als das Tod? Vielleicht ist es besser nicht mehr daGegen zu kämpfen, sondern einfach das daSein zu geniessen, dann erLebten wir insgesamt länger, darin bin *ich gewiss.}

Das klingt wie der Triumph der Wissenschaft über die Religion.

Auch die Wissenschaft kann neue Religionen hervorbringen, dazu braucht es keinen Gott. Der interessanteste Ort dafür ist derzeit das Silicon Valley. Es ist wie das alte Rom zur Zeit der Frühchristen, neue Religionen werden geboren im Kopf von Menschen wie Ray Kurzweil (prägender Theoretiker zur Verschmelzung von Mensch und Maschine zu höheren Wesen (Transhumanismus, s.o.), Anm d. Red.). Solche Menschen sind religiöse Propheten mit erstaunlichen Visionen. Diese sind sogar ambitionierter als die der klassischen Propheten. Das, was gerade entsteht, könnte man Techno-Religion nennen.

Eine neue Form von Religion also, ohne metaphysischen Bezug?

So neu ist das nicht - die erste technologische Religion war der Kommunismus. Er markiert eine Wende, weil davor die meisten Fragen metaphysische waren: Glauben wir an Gott und an welchen? Gibt es ein Jenseits? Die Menschen haben Kriege geführt, weil die Religionen unterschiedliche Antworten hatten. Die industrielle Revolution machte diese Konzepte theoretisch überflüssig, weil es völlig neue Probleme gab, die nicht in Büchern wie dem Koran oder der Bibel verhandelt wurden. So entstand eine neue Ideologie, die das Paradies auf Erden mit Hilfe der Technik und passenden ökonomischen Maßnahmen versprach. Und ihre Propheten studierten nicht die alten Texte, sondern die Funktion der neuen Techniken und die industrielle Ökonomie.

{Und die alten GlaubensVorstellungen, Hoffnungen und Überwältigungs-Versuche waren weniger gefährlich, da sie unerfüllbar und rüchwärts-gewandt sind, während das Technik vorhanden ist und das Verbindung mit das Technik schon jetzt möglich ist, somit also eine Auslöschung des Menschen durch / in Technik sehr wohl möglich ist, oder sanfter formuliert, ist ein Aufgehen des analogen Menschen in ein digitales LebeWesen realisierbar.
Und damit eine Reduktion des Menschen-Möglichen.

Denn, *ich erachte jede technische Hinzufügung und technischen Ersatz im und am Menschen entweder für eine Flucht vor das Anstrengung, das Potential des Menschlichen zu entdecken, zu üben und zur Fertigkeit auszubauen, oder, wie in das Prothetik, für zwar eine erbliche oder erlittene Kränkung erleichterndes und das Beweglichkeit ausweitendes Hilfsmittel, aber letztlich für eine fühlferne Befremdlichkeit. Ein langer Satz.

Das Mensch erkennt in dem allgemeinen {DaSein-} Zwang zur steten Effizienz-Steigerung und Optimierung offenbar nicht, dass jede Technik, sei es auch noch so komplex und fragil oder riesig und zerstörerisch, in jedem Fall lediglich eine Reduktion des Natürlichen ist, eine Verminderung des Mensch-daSein, die nur kurzsichtigen als Verbesserung oder gar Befreiung erscheint.
Beweise für diese Tatsache finden die Leses reichlich, auch in das Bionik. Alle Technik, so wundervoll es uns vorkommen mag, ist immer nur schlichtes Nach-Bauen vorhandener daSein-Entwicklungen. Technik ist nicht unsere Zukunft, wie die Gläubigen des Transhumanismus denken.

Aber nun eine kleine DaZwischen-Aufregung.
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Na, was sagt ein-Es dazu!?
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Quelle des Auszugs: Süddeutsche Zeitung, vom 09.02.2015, Wirtschaft

Überschrift des SZ-Artikels: Strahlende Zukunft.
Untertitel: Im Silicon Valley wollen Biotech-Firmen Pflanzen zum Leuchten bringen. Ihre Vertreter sagen, die Natur sei nicht perfekt genug. Davon sind nicht alle begeistert.

Na, *ich auch nicht.

Das Mensch weiss nicht, was -Es mit seinem Tun bewirkt.
Das "nicht" ist kaum bemerkbar. Und das nicht-wissen der menschlichen Wirksamkeit gilt sowohl im Menschen-Selbst, als auch im und zum Umfeld. Das Mensch tut einfach so dahin, den natürlichen Voreinstellungen entsprechend und von natürlichen Ängsten und das Trägheit entweder gebremst und verblendet, oder von einem ebenso natürlichem Drang zur Anmassung und dem Extrem dessen, also dem Grössenwahn, und von dem Zwang zur Anpassung getrieben - wie das Beispiel aus obigem SZ-Artikel aufzeigt.

Das ist kein Vorwurf, das ist das Ergebnis jahrzehntelanger Selbst-Beobachtung und von angelesener jahrtausende langer Selbst- und Welt-Erkenntnis. Widerspruch ist erwünscht, denn vielleicht haben wir / *ich etwas wichtiges überspürt?

Ja, Himmel noch mal, möchte *ich da - nach dem lesen des obigen SZ-Artikels - Kopfschüttelnd rufen, was haben diese Menschen denn eine Ahnung von Perfektion und dem, was Perfektion bedeutet: Stillstand / Veränderungs-losigkeit.
Und solche dummen Menschen stehen in hochtechnisierten Labors und probieren ahnungslos im DaSein herum, und schwafeln von Verbesserung des Lebens, ohne auch nur die Grundlagen und Prinzipien des DaSein und SoSein und des Veränderungs- und Anpassungs-Prozesses darIn (Evolution) zu erkennen, geschweige denn gar zu begreiffen.
Aber gut, so haben wir bisher alle unsere Widerstände und Hindernisse bewältigt, durch einfaches Tun und Probieren, und bislang sind wir noch da, mehr da, als je zuvor, warum also beschweren?}

Aber der Kommunismus gilt als gescheitert.

Nun, selbst wenn man damals die kommunistische Vision nicht akzeptierte, hat die Menschheit sich doch seine Prämisse zu eigen gemacht, dass die wichtigsten Fragen der Gegenwart die nach der Technologie, Produktionsstruktur und Ökonomie sind - und nicht die nach irgendwelchen metaphysischen Konzepten im Jenseits. Vor ein paar Jahrzehnten wurde die Menschheit fast durch einen Nuklearkrieg zweier Blöcke zerstört, die genau über diese ökonomische Produktionsstruktur stritten.

{Ich beginne zu zweifeln, ob dieser Mensch wirklich verstanden hat, um was es bei den systemischen Auseinandersetzungen gegangen ist? Um Metaphysik oder religiöse Fragen kaum bis gar nicht. Und auch kaum um ökonomische Fragen, also um Fragen der Haushalts-Führung, ausser in diesen Haushalts-Führungs-Fragen sind weniger die Besitzverhältnisse und die Verteilung von Kapital-Vermögen oder die Ausgestaltung der Macht enthalten, als mehr die Weite des persönlichen Entscheidungs-RaumZeit.

W-Es glaubt es ginge nur um Ideologien oder das Ausgestaltung des DaZwischen-Handels-Systems, d-Es glaubt auch, dass das Sonne auf- und untergeht, statt davon zu wissen, dass das Planet Erde eine fast vierundzwanzig-stündige Eigendrehung braucht, um einmal fast alle Gebiete das Sonne zu präsentieren.

Das Mensch weiss in den oft "besten" Analysen des Selbst (Mensch-daSein) und des menschlichen Tuns kaum tiefer zu schürfen, als bis zu der Stelle in das Haut, aus das die Haare hervorkommen. All das Ursächliche des lebendigen erdmondlichen Handelns und des konkurrentischen im MitEinander des erLebens, und all die je persönlichen Entstehungs-Geschehnisse und deren Wirkungen auf ein Selbst, also das ganze Komplexität und Widersprüchlichkeit und Bedürftigkeit, als auch all das Verschiedenheit des Richtungen und Geschwindigkeiten des einzelnen Selbst, sind in diesem Glauben und den davon gespeissten Einschätzungen kaum bis nicht enthalten.

Untiefe Oberflächlichkeit ist Alles, was dabei ermittelt wird. Aber was könnten wir mehr als das, wo unser Umgang und unser daSein bis heute - und bis auf winzigste Ausnahmen - untiefe Oberflächlichkeit ist.}

Aber viele gegenwärtige Tech-Versprechen sind profaner. Sie richten sich an Konsumenten und locken vor allem mit Bequemlichkeit.

Das ist eine der beiden Strömungen, eine eher humanistische und liberale Techno-Religion, die auf dem Konsumismus der Gegenwart aufbaut. Das Versprechen ist ein gutes Leben hier und jetzt, mit der Hilfe von Technik. Doch dann gibt es die radikalere Vision, die eines kosmischen Bewusstseins, in der die Menschheit verschwindet. Ein "Internet aller Dinge", in der das Konzept von Individuen keine Rolle mehr spielt. Das erinnert fast schon an den Hinduismus, in dem der Mensch seine Identität im Brahma aufgehen lässt. Und Menschen sagen: Das ist möglich, wir brauchen nur eine Schnittstelle, über die Gehirne und Computer gegenseitig aufeinander reagieren können. Denn, können wir mehrere Menschen an einen Computer anschließen, haben wir ein Inter-Brain-Net.

Was würde das bedeuten?

Es könnte das Ende der Geschichte sein, das der klassischen Biologie, unserer Identität und dessen, was wir selbst über uns zu wissen glauben. Niemand weiß es. Wir wissen auch nicht, ob so etwas überhaupt einmal existieren wird - aber es gibt Menschen, die daran glauben.

{Das Ende der Geschichte? Wie dramatisch! Als sei die "Geschichte" (was immer Herr Hariri darein füllt) mit dem WeggGang des Menschen oder dessen mehr oder weniger radikalen Veränderung vorbei? Was für ein grotesker Ethnozentrismus. Und dann folgt das Ausgeständnis des nicht-Wissens und des darum nötigen g/Glaubens. Ja, so banal ist das nun mal; was in einer Stunde ist, wissen wir nicht, also bleibt nur das glauben, dass noch etwas in einer Stunde ist. Mit das Vergangenheit ist es fast ähnlich. Was vor einer Stunde war, wissen wir oft nicht (mehr), aber wir glauben, dass ...
Verzeihung, dass *ich - wie so oft - darauf herum reite, aber was sollen all diese Banalitäten und ständigen Widerholungen der Unwissenheit und erzwungenen Gläubigkeit? Dann sprich doch bitte das aus, was Du weisst Mensch!!
Möchte *ich den jeweils Bekanntes, alte GlaubensSätze oder gar Nichtigkeiten ausplaudernden Menschen zurufen. Bevor *ich erinnere, dass auch *ich vorwiegend unüberprüftes hinschreibe, viel erwünschtes und gewolltes, ohne wirklich zu wissen, ob das überhaupt zu verwirklichen ist!}

Zwischentitel: Trost in der Ideologie des Neoliberalismus

Sie beschreiben eine technische Entwicklung: Wie stark können wir diese lenken?

Wir verlieren die Kontrolle. Ich spreche häufig mit Wissenschaftlern, die an Projekten wie dem Human Brain Project arbeiten (EU-Projekt mit dem Ziel, das Gehirn besser zu verstehen, d. Red.). Sie sagen Sachen wie "Wenn wir ein menschliches Gehirn im Computer simulieren können, können wir viele psychische Krankheiten heilen." Aber die Auswirkungen wären viel gravierender. Ich bin erstaunt, wie viel diese Menschen wissen, aber wie limitiert ihr Bewusstsein darüber ist, was sie tun.

{Ist denn das zu fassen, *ich erlese Zustimmung! Das muss *ich einfach wiederholen: "... wie limitiert ihr Bewusstsein darüber ist, was sie tun." Ja, *ich höre und sehe mit grösster Aufmerksamkeit vielen Forsch-Es zu, wenn Sie von ihren Forschungen und deren Ergebnissen berichten; und den Erwartungen in das Zukunft, die Sie daran knüpfen, gleich darauf oder sogar noch während dessen, bin *ich jedoch meist völlig baff, wie beschränkt dabei deren Erwartungen eingefasst sind, wie wenig diese teils exzellenten Forsch-Es von dem Darumherum mitbekommen, von gesellschaftlichen Entwicklungen und Entscheidungen, von den wirklichen Erfordernissen und Bedürfnissen menschlichen daSeins und zusammen-daSeins?
Da ist oft blanke Ahnungs- und auch Interesse-losigkeit; das Forsch-Es geht's gut und ist in dem Spezial-Bereich vielleicht höchst erfolgreich (z.B. Nobelpreisträg-Es), aber sonst? Soweit so normal, gut für uns ander-Es, ist das meist nicht.}

Es gibt immer noch andere gesellschaftliche Institutionen.

Nun, die Politik scheint viele Entwicklungen nicht einmal wahrzunehmen. Nationalstaatliche Regierungen sind immer noch effizient darin, Länder zu leiten, die Gegenwart zu managen, das Bildungssytem und ähnliche Dinge. Aber sie haben keine Vision mehr für die Zukunft, übernehmen keine Führung. Sie trösten sich mit der Ideologie des Neoliberalismus, die einfach sagt: Kümmert Euch um nichts, die unsichtbare Hand des Marktes regelt alles. Die Visionen für die Zukunft der Menschheit findet man inzwischen in privaten Firmen wie Google.

{Diese Visionen von viel zu schnell reich und einflussreich gewordenen, aber ansonsten fast völlig unerfahrenen und von verifiziertem Wissen weitestgehend unbeleckten jungen Menschen, sind was?
Ja, bestimmt gut gemeint und schön phantasiert. Mehr nicht. Und in diesem "nicht" ist diesmal wirklich fast nur Unsinn zu finden, aber davon glücklicherweise wenig. Himmel noch mal!? Das Mensch und darin die sogenannten "Verantwortlichen" haben keine weite, tiefe und wissende Ahnung vom DaSein und dem, was ein daSein und das Masse an daSein darumherum ist und braucht, um ...
(Und in dem oben geschriebenen "keine" ist, wie im Nichts, nur wenigst drinn.)
Was zu sein? Zufrieden, Wohlbehalten, Selbst-Bewusst und in das Lage Selbst zu Entscheiden, was -Es kann, erlernen möchte, erreichen will und den nach-Gezeugten hinterlassen wird? Um was zu sein? Gesund, Freundlich, Friedlich, vielleicht sogar manches mal glücklich?
Nein, das sind Fragen, die weder Forsch-Es noch Politik-Es stellen, auch nicht das gemeine Mensch, nur Verrückte stellen solche Fragen, deshalb sind dies-Es auch verrückt. Weil fast alle ander-Es bedürfen diesen weiteren Fragen nicht.}

Wo bleibt in diesen Prozessen der Einzelne?

Die meisten großen Veränderungen geschehen, ohne dass die Mehrheit davon etwas mitbekommt. Die Jäger und Sammler saßen vor der landwirtschaftlichen Revolution nicht ums Feuer und stimmten darüber ab, ob sie jetzt Felder bepflanzen und Brunnen bauen sollten. Sie wussten auch nichts von den Konsequenzen, dass durch die steigende Geburtenrate der Einzelne am Ende weniger Nahrung hatte, dass bei einer Dürre plötzlich 40 Prozent der Bevölkerung starben, dass sie bald Leibeigene im Dienste eines Pharaos sein würden. Es waren viele kleine Entscheidungen, ein Prozess von Hunderten von Jahren.

{Ja, bis Jetzt ist fast allen Menschen sogar unbekannt, dass jede, wirklich JEDE ihrer Handlungen, auch wirkt, nach Innen und nach Aussen, somit auch ALLES was ein-Es tut Konsequenzen hat. Meist nur sehr geringe, aber manchmal auch Gewaltige, denn oft genügt eine winzige Unaufmerksamkeit am Steuer und schon sind andere Menschen und Tiere verletzt oder sogar in Massen tot. Ein verträumtes Lächeln in ein SmartPhone reicht oft schon um mehrere Menschen zu verletzen oder zu töten. Oder etwa nicht. Die Frage ist ja, ob das "Gut" so ist, also, ob es das Spezies Mensch einen überLebens-Vorteil einbringt, wenn das Mensch keine Ahnung von seiner Wirksamkeit und den Konsequenzen, den auch möglichen Konsequenzen eines nicht-Handelns ist? Vielleicht ist dieses normale tierisch-menschliche Herumdaddeln und -Grabschen im DaSein, ohne weitergehendes Bewusst-Sein sogar ein MUSS, ein Zwang, ein Gesetz, ohne dass das Lebendigkeit (daSein) nicht funktioniert? Könnte doch sosein?}

Ein Zeitraum, der heute unvorstellbar wirkt.

Ja, selbst die industrielle Revolution benötigte noch Generationen, um ihre Wirkung zu entfalten. Heute dauert ein solcher Veränderungsprozess vielleicht 20 Jahre. 1850 lebten die meisten Menschen im Delta des chinesischen Yangtze-Flusses und pflügten ihre Felder, während in Manchester und Liverpool die Dampfmaschinen und das Eisenbahnnetz perfektioniert wurden - etwas, was das Leben aller Menschen veränderte. Nationen wie Großbritannien, Japan und Deutschland übernahmen die technologische Führung, der Rest der Welt verstand es zunächst nicht. China benötigte 150 Jahre, um die Industrienationen einzuholen.

Wie groß ist die Gefahr einer ähnlichen Spaltung durch die neuen Hochtechnologien?

Wir werden gewaltige Ungleichheiten erleben. Einige Länder werden die Richtung vorgeben, viele Länder in Afrika und dem Nahen Osten bleiben zurück. Aber auch innerhalb von Nationalstaaten sehen wir bereits, dass die Einkommensungleichheit wächst - jene Kluft, die im Laufe des 20. Jahrhunderts geschlossen schien, reißt jetzt wieder auf. Und ich glaube, dass wir erstmals in unserer Geschichte eine Unterteilung in biologische Kasten sehen könnten - weil Medizin es im 21. Jahrhundert ermöglicht, Menschen ein Upgrade zu verpassen, Fähigkeiten zu entwickeln, die weit jenseits der Norm liegen.

Das klingt gruselig.

Sehen Sie sich schon heute Viagra an, das auch gesunde Männer zur Steigerung ihrer sexuellen Fähigkeiten verwenden; oder Ritalin, dass nicht mehr Konzentrationsmängel behebt, sondern als Lernhilfe genutzt wird. Unter israelischen Studenten gibt es ein regelrechtes Wettrüsten - wenn der Typ neben mir Ritalin benutzt, brauche ich es auch. Und damit beginnt ein Prozess, der den Abstand wachsen lässt zwischen jenen, die sich diese Form der Medizin - das Superritalin - leisten können, und jenen, die zu arm dafür sind. Und das wird für neue Formen der Medizin wie Gehirnimplantate umso mehr gelten.

Was ist mit der Prognose, dass der Zugang zu neuen Technologien größere Teilhabe erlaubt? Wo liegt der Fehler?

Ich weiß nicht, ob die Prognose falsch ist. Ich weise allerdings darauf hin, dass ihr ein Denkmuster in den Strukturen des 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts zugrunde liegt, dem Massenzeitalter. Damals profitierten in der Tat unglaublich viele Menschen von der technologischen und medizinische Entwicklung, man betrachte nur die Steigerung der Lebenserwartung zwischen 1900 und 2000. Aber dieser Einfluss der Massen ist in der Geschichte der Menschheit nur ein klitzekleines Fenster, und wir können nicht automatisch davon ausgehen, dass er auch im 21. Jahrhundert bestehen bleibt.

Wieso sollte es anders sein?

Im vergangenen Jahrhundert brauchten die Eliten die Massen, für die Armeen und die Fabriken. Wer eine starke Wirtschaft und eine starke Armee wollte, musste einfachen Arbeitern zumindest Grundbildung, ein Sozial- und Gesundheitssystem geben, in den Wohlstand einer Gesellschaft investieren. Im 21. Jahrhundert brauchen kein Land mehr eine große Armee, sie benötigen eine kleine Zahl von Experten und gute Technik. Und auch in der Wirtschaft ist es angesichts hochintelligenter Maschinen und Computer überhaupt noch nicht klar, wer überhaupt noch gebraucht wird.

Die Furcht, dass Maschinen den Menschen ersetzen, gab es bereits in der industriellen Revolution.

Menschen haben zwei Arten von Fähigkeiten, physische und kognitive. In der industriellen Revolution ersetzten Maschinen viele jener Jobs, die physische Fähigkeiten benötigten, konnten aber bei den kognitiven Fertigkeiten nicht mithalten. So entstanden mehr und mehr neue Jobs, die kognitive Fähigkeiten voraussetzten. Nun aber haben wir Maschinen, die immer stärker in kognitiven Dingen mit uns konkurrieren. Aber wir können nicht einfach sagen: Gut, jetzt erledigen die Maschinen auch die kognitiven Aufgaben, dann machen wir eben etwas anderes - denn es gibt sonst nichts. Zumindest können wir noch nichts in dieser Art erkennen. Wenn Maschinen in physischen und kognitiven Aufgaben besser sind, was bleibt uns dann?

Gibt es keine optimistische Interpretation dieser Entwicklung?

Ja, die lautet: Es wird schon etwas entstehen. Nur: Warum sollte das so sein? Wir erleben etwas völlig Neues, die Entkopplung von Intelligenz und Bewusstsein. In der Geschichte der Menschheit gingen Intelligenz und Bewusstsein bislang immer zusammen, die einzigen Wesen mit hoher Intelligenz waren Menschen. Wenn Sie ein Auto fahren, Schach spielen, Terroristen töten oder Krankheiten diagnostizieren wollten, konnten das nur Wesen mit Bewusstsein - Menschen. Jetzt erschaffen wir hochintelligente Maschinen, Computer, die kein Bewusstsein besitzen. Und es ist überhaupt nicht klar, ob es überhaupt noch Dinge gibt, die bewusste Wesen besser als Intelligenz ohne Bewusstsein machen.

Was werden wir also einmal tun, wenn Computer unsere Jobs übernehmen?

Die Wahrheit ist, dass wir es nicht wissen. Die größte ökonomische Frage des 21. Jahrhunderts ist: Warum benötigst Du Menschen in der Wirtschaft? Die hat sich zuvor noch nie gestellt, denn wer sollte den Weizen ernten oder in den Fabriken arbeiten, wenn nicht Menschen? Eine Antwort auf die Frage lautet also: Wir brauchen Menschen als Produzenten. Wenn das der Fall ist, sind wir in ziemlichen Schwierigkeiten. Die andere, recht amerikanische Antwort lautet: Wir brauchen die Menschen als Konsumenten. In der Praxis wird das bedeuten, dass wir nicht mehr arbeiten werden, sondern nur noch konsumieren, das ist dann unser Job. Die USA entwickelt sich gerade in Richtung dieser Idee, doch es gibt ein Problem: Sie widerspricht jedem ökonomischen Modell in der Geschichte der Menschheit. Du bräuchtest dafür ein neues Modell, das noch nicht existiert.

Ende SZ-Gespräch