Blog-AnDacht

Vorwegg: Hier denkt und schreibt ein Dilettant. In den Texten dieses Blogs möchte *ich jede altsprachliche Abschätzigkeit, Vorverurteilung oder Ungenauigkeit vermeiden, das meint, dass ich jeden WissensPartikel der *mir habhaft wird und der Fehler oder heimliche Beleidigungen oder unstimmige Vorwürfe weiter transportiert, aus *meinem Schreiben entferne und dafür andere Worte oder Neubildungen verwende. Es fehlt *mir inzwischen jede Lust alten Unsinn oder Frechheiten der Vergangenheit einfach nur aus Gewohnheit oder dumpfer Bequemlichkeit zu wiederholen und damit MitMenschen oder auch unsere Mit-LebeWesen zu beleidigen, zu diskriminieren, falsch zu benennen und in falscher Weise auf- oder abzuwerten.

Hier ist DAS Mensch ein-Es. Das Geschlecht ist freie Selbst-Wahl, ohne Sprach-Bewertung, auch dessen Lust-AusRichtung (Mit-LebeWesen, Lust-Lose und Kinder ausgenommen!). Hier münden Tod und Leben in die je persönliche Spanne ein-EsLebens, sind jedoch im DaSein nur zusammen präsent, als erLeben[digkeit].
Für *mich gilt:
AllEs = alle Materie ohne DNS (Dinge) und All-Es = alle Materie mit DNS, also jedes Selbst (= ein-Es).
Posts mit dem Label Veränderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Veränderung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 20. Juni 2015

Das Quanten Reiche des Menschen

Titel: Warum das "übersehen" von Verbindlichkeit alltäglich ist

Eine Überschrift in der fb-Seite von Spektrum.de lautete:
RaumZeit: Gravitation stört Quantenzustände
Untertitel: Physiker berechnen, wie die RaumZeit Experimente mit Quantenobjekten beeinflusst.

Hier der Link: http://www.spektrum.de/news/wie-beeinflusst-die-raumzeit-experimente-mit-quantenobjekten/1351529

Die Erkenntnis, die wir langsam ausbauen und auch wissenschaftlich bestätigen ist folgende: AllEs (ohne DNA) und All-Es (mit DNA) was daIst wirkt nach Aussen und je näher Es oder -Es (z.B. ein Mensch) anderEs und ander-Es ist, umso deutlicher ist die Wechselwirkung.

Eigentlich ist diese Erkenntnis schon mit etwas Logik und guter Beobachtung (gesunder Menschenverstand?) zu erkennen, aber wir brauchen nun mal auch handfeste und verifizierbare Beweise dafür.

Interessant ist aber auch, dass diese Tatsache schon in unserem Grundaufbau bis in allerkleinste Details vorhanden ist, dass also wir mittelgrossen LebeWesen - im VerGleich mit unserer Grundsubstanz und den Grössen des Universums -kaum anders agieren und reagieren, wie das, aus was wir bestehen!
.
*ich?
In Gelb. Als Blume.
Nein.
.
Titel: Das Erlebnis der Kürze eines Satzes 

Noch eine Erkenntnis lautet: Eine weiterreichende Veränderung menschlichen und damit auch gesellschaftlichen Verhaltens, schaffen wir nicht, indem wir Zwangsmassnahmen in Gang setzten (also z.B. Besitz / Eigentum weggnehmen), sondern indem wir eine Alternative des daSein und des gemeinsamen Zusammen-erLebens anbieten und vor-erLeben, die die momentan gegebene UnGleichwertigkeit, sowohl in wechselseitigem Einfluss (Willkür durch KörperGrösse / -Kraft oder/und Anzahl, Macht), als auch im Zugang zu Wissen, Bewegungs- und Wahl-Freiheit (Reichtum) als überholt und kränkend erkennen lässt.

Wie wir Menschen aktuell fast nur gegenEinander umgehen und auch unser Zusammen-erLeben gestalten, ist eine Übergangsphase. Nötig und wirkungsvoll bis hierher, aber nicht das Zukunft, oder?

Das Foto-Auszug unten ist aus der gestrigen (19. Juni 2015) Frankfurter Allgemeine Zeitung​, dem Wirtschaftsteil, einem Essay des Philosophen Otfried Höffe.

Die Überschrift lautet: Brauchen wir eine Reichensteuer?
Untertitel: Wenn Geld fehlt im Gemeinwesen, erschallt schnell der Ruf nach einem noch höheren Beitrag der Reichen. Angeblich bringt mehr Umverteilung auch mehr 'soziale Gerechtigkeit '. Für das Funktionieren der Demokratie  sind aber andere Dinge wichtiger. Das materielle Auskommen der Bürger allein schafft keine Beteiligung.
.
.
Titel: Vom Näherkommen des daSein zum Selbst

Was fällt Ihnen dazu ein?

Das Foto-Auzug unten stammt auch aus der gestrigen (19. Juni 2015) Frankfurter Allgemeine Zeitung, dem Feuilleton, zur Umwelt-Enzyklika des Papstes.

Die Überschrift des Artikels von Patrick Bahners lautet:
Jesus würde Car-Sharing mögen
Untertitel: Eine Theologie der Schöpfung aus franziskanischem Geist: Die Umwelt-Enzyklika "Laudato si" will für das gemeinsame Haus sorgen. Die Interessen der Industrie dürfen nicht gewinnen.
.
.
Mir kommt es bei dem Auszug selbstverständlich auf den Satz zwischen den Anführungszeichen an. Das geht schon aus dem Titel hervor.

Was haben wir ... falscher Anfang, weil es eine Selbst-Schuld einleitet, die nicht besteht, und die *ich immer vehement ablehne, also neuer Anfang:

Um uns herum wurden Ablenkungsmanöver und Sichtblenden und Dichtefelder ein- um- und aufgebaut, die bis jetzt verhindern, dass wir das daSein und auch das DaSein als das wahrnehmen, was -Es und ES  ist: Wirklichkeit.

Wir "ersticken" quasi im g/Glaube[n], anstatt das Wissen so anzunehmen und anzuerkennen, was -Es und ES ist und daraufhin und damit zu handeln.

Widersprüchlichkeit, Schizophrenie und Veränderungs-Verweigerung sind bis eben Jetzt weitestgehend Normalzustand des Menschen. Kein Vorwurf, weil wir haben das weder so eingerichtet, noch so gewollt, noch sind wir dessen bewusst.

Es ist einfach, finde *ich, RaumZeit, das grundlegend zu ändern.

Donnerstag, 30. April 2015

Quaak, oder vom Frosch, das in das Pfütze sprang!

Quaaak: This is my personal Rock and Roll. Mann!, hab' *ich manchmal eine Wut im Bauch, wenn *ich wieder mal im Nachhinein bemerke, wie wenig *mir gelingt und wieviel um *ich herum schief läuft! Und das alles bemessen an dem Potential und Vermögen, das auch in uns Menschen ruht. Ruht eben. Meistens.

VorSätze:

Ja, *ich bin doch hier nicht nur der billige Hütchenspieler, oder der Clown am Wegesrand, der uns mit einem Taschenspiegelchen die netten Maskchen ausleuchtet.

Nein, *ich sitze nicht auf einem hohen Ross.
Wäre *ich je auf einem gesessen, bin *ich längst herunter gestürzt, stehe heute im Graben und kucke ganz schüchtern. 

Und, *ich habe hier und anderswo nicht nur übellaunige Selbst-Bespitzelung, tiefes Gründeln im Bauchraum und weites Ausschweifen, nichts wie wegg hier Captain Kirk - mindestens bis an den Rand des DaSein, zu bieten, nein, *ich habe auch Angebote im Köcher, was wir ändern könnten, und zwar nur Kleinigkeiten, aber ...

(siehe SchlussBemerkungen)
.
Dieses frische Grün ist wirklich Früh-ling.
Kaum, dass *ich daran sattsehen kann.
.
Das ist eine Aussicht in das Bergmannstr. 
Richtung Südstern, links das Markthalle
am Marheinekeplatz, also gleich bei *mir
um's Eck
.
Titel: Ein Bericht von das Ausweg-losigkeit und Überforderung, in Annäherung an das geglaubte Wirklichkeit

Ist das Titel verständlich? Sind das meine Titel je? Weniger, oder?

Was erregt ein kluges Mensch im Selbst, d-Es versucht in unsere menschlichen Konflikte - Kämpfe, Aufregungen, Ängste, in all das menschengeMachte Leiden, aber auch in die bürgerliche Gemütlichkeit und triebigen Abwehr-Haltungen - mit das Wirklichkeit suchenden Fragen hinein zu spüren?
Mittellang, was erleidet ein-Es, in den Un-Tiefen aktueller menschlicher, also auch persönlicher Befindlichkeit, wenn -Es dorthin mit wissens-gesättigter Vernunft und Logik hin spürt?
Besser, was bemerkt ein-Es darIn? Antwort-losigkeit, Fassungs-losigkeit?

Was bemerke *ich darin nicht? (Und Sie wissen, wie *ich "nicht|s" bewerte)
Aufrichtigkeit, Gleich=Wertigkeit, Rücksicht, Liebe (also offene Zuneigung, Aufmerksamkeit, freundliches Interesse und wahrhafte Verlässlichkeit. Weder für das DaSein, noch für das erdmondliche BiosSphäre, noch zu den mit-Menschen), Verantwortung.

Was bemerke / spüre *ich, dort und da und fast überall wo Menschen sind? 
Gläubigkeit. Pures fast unwirkliches und fast [ge]wissen-loses Glauben. Mythen, Märchen, Götter, Schönfärberei oder auch das schlimmste Befürchten. Egal, was ein Mensch is[s]t oder Macht, oder wo -Es erLebt..

Ist es da ein Wunder, dass, w-Es dort nach Antworten sucht, keine findet!
Hier also ein Bericht, von so einer aktuellen Suche:

Aus das Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 29. April 2015, Feuilleton, von Peter Graf Kielmansegg
Überschrift: Was Empörung ignoriert
Untertitel: Navid Kermani hat an dieser Stelle eine aktive deutsche Flüchtlings-politik gefordert. Doch es muss klar sein, auf welches Problem wir uns damit einlassen. 

Dass das Sterben im Mittelmeer einen — mit Max Weber gesprochen — gesinnungsethischen Aufschrei auslöst, kann und muss jeder verstehen. Aber der Aufschrei moralischer Empörung über Europas Versagen angesichts der Flüchtlingstragödie ist als Empörungsschrei nur möglich, weil er es sich erspart, zu Ende zu denken, was zu Ende gedacht werden muss. Denkt man die Herausforderung, vor der Europa steht, zu Ende, so ist das Ergebnis unweigerlich zunächst einmal politische und moralische Ratlosigkeit. Wir haben keine angemessene Antwort auf das, was sich da ereignet. Die Empörung ignoriert das. Und sie macht sich ein gutes Gewissen, indem sie anderen ein schlechtes macht. 

Die Ratlosigkeit hat viele Aspekte. Sie beginnt mit der Einsicht, dass es nur einen Weg gibt, Flüchtlingstragödien im Mittelmeer verlässlich zu verhindern. Europa müsste seine Grenzen für den Zustrom von Migranten aus Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten vorbehaltlos öffnen und müsste dazu auch noch für sicheren und einem jeden erschwinglichen Transfer nach Europa Sorge tragen. Wer das für geboten hält, soll es sagen und dazu stehen. Jede Art der Begrenzung legaler Einwanderung, jede Art der Begrenzung des Asylrechtes, jede Art der Eingrenzung der Nothilfe für Flüchtlinge aus Krisengebieten, wird, welche Zulassungskriterien auch immer man wählt, Hunderttausende ausschliessen. Sie werden sich dennoch den Weg machen. Und wenn wir sie nicht mit Fähren abholen, werden sie sich den Verbrechern, die das Schleusergeschäft betreiben, anvertrauen. 

Aber können wir die Grenzen, weil es sich so verhält, vorbehaltlos öffnen? Die Frage ist auch schon die Antwort. Man schätzt, dass mehr als 95 Prozent aller afrikanischen Migranten in Afrika selbst wandern, in Länder, in denen sie Arbeit zu finden hoffen. Es kann gar kein Zweifel daran bestehen, dass ein großer Teil von ihnen — und das wären Millionen — sich nach Europa aufmachen würde, wenn Europa die Tore wirklich öffnete. Was also tun? Wir können ja nicht einmal verhindern, dass ein Seenotrettungswesen auf den Überfahrtrouten ein Dilemma erzeugt: Je wirksamer es ist, desto mehr Menschen wird es verleiten, sich auf den gefährlichen Weg zu machen. Wäre es da nicht folgerichtiger, die Menschen, statt sie aus dem Wasser zu ziehen, gleich in den Häfen der Mittelmeerküste abzuholen?

Man müsse auf die Herkunftsländer einwirken, heisst es. Aber wieder löst sich der Rat beim Nachdenken in Ratlosigkeit auf. Die Flüchtlinge kommen zu einem großen Teil aus Krisenregionen, in denen Krieg geführt wird, in denen Staatlichkeit, wenn es sie denn jemals gab, zerfallen ist. Wie lassen sich durch Einwirkung von außen solche Kriege beenden? Wie kann man von aussen her eine auch nur im Elementaren funktionsfähige Staatlichkeit aufbauen? Alle Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat uns, von Somalia bis Afghanistan, gelehrt, dass eine dauerhafte Stabilisierung der Verhältnisse von Mächten, die von aussen ins Land hineinwirken, nicht herbeigeführt werden kann. Zumal militärische Interventionen haben sich in ihren Folgen als unberechenbar erwiesen. Gewiss ist nur: Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ins Chaos führen, ist sehr viel größer als die Wahrscheinlichkeit, dass sie Chaos in Stabilität verwandeln. So ist es nicht verwunderlich, dass Kritiker Europas Interventionen gleichermassen fordern und verurteilen. Durch die Intervention im Irak sei der Westen mitschuldig geworden am Chaos im Nahen Osten, heisst es, durch die Nichtintervention in Syrien aber genauso. 

Ist vielleicht verstärkte Entwicklungshilfe im traditionellen Verständnis die Lösung? Kaum ein Entwicklungsökonom ist der Ansicht, dass die Hunderte von Milliarden, die in die Entwicklungsländer geflossen sind, einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Lebenschancen in diesen Ländern geleistet hätten. Dass mit einem Mehr an Entwicklungshilfe, was immer sonst dafür sprechen mag, in den Fluchtländern und Fluchtregionen in überschaubaren Zeiträumen Verhältnisse geschaffen werden könnten, die wirksam zum Bleiben einladen, ist nach aller Erfahrung reines Wunschdenken. Ganz abgesehen davon, dass ja gerade in den Räumen der Gewalt und der Anarchie gar keine Entwicklungshilfe geleistet werden kann.

Wir haben, heisst das, keinen wirklichen Zugriff auf die Gegebenheiten, die die dramatische Migrationsbewegung verursachen. Und eben weil es so ist, wird Europa zum Prügelknaben. Die Machthaber Afrikas fragt niemand, warum dieser Kontinent notorisch ausserstande ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. 

Aber dass den Schleuserbanden das Handwerk zu legen sei, das jedenfalls müsse doch offensichtlich sein. Gewiss, es ist offensichtlich, dass man es versuchen muss. Aber auch hier ist die Frage „Wie?“ nicht beantwortbar. Der Krieg gegen den Drogenhandel lehrt uns: Wo Milliardengewinne locken, sind die kriminelle Energie und der kriminelle Erfindungsgeist dem, was rechtsstaatlich verfasste, in ihren Handlungsmöglichkeiten territorial eingegrenzte Demokratien tun können, immer ein Stück voraus. Womit der Zirkel der Argumentation wieder von vorn beginnen kann.

Ratlosigkeit also, wo immer man gedanklich ansetzt. Aber was hilft es, sich das einzugestehen? Wir müssen ja handeln. Und wie meistens ist auch hier das Nichtstun eine Art des Handelns. In der Tat: Wir können nicht in der Ratlosigkeit verharren. Aber es hat Folgen, wenn wir sie uns eingestehen, sie uns gegenseitig zugestehen. Sich die Ratlosigkeit einzugestehen bedeutet zunächst einmal, dass wir in den unvermeidlichen Kontroversen über das gebotene Handeln anders miteinander umgehen. Niemand kann über jemanden, der aus Ratlosigkeit andere Schlüsse zieht, vom hohen Ross moralischer Gewissheit herab urteilen. Das ist keine Nebensächlichkeit. Die Art, wie wir dergleichen Debatten führen, ist für die politische Kultur unseres Gemeinwesens bedeutsam. 

Sich die Ratlosigkeit einzugestehen bedeutet zweitens: Wir lernen, damit zu leben, dass wir keine Lösung wissen. Wir können nur mit Fragmenten einer Antwort hantieren, die sich auch in ihrer Summe nicht entfernt als Lösung des Problems präsentieren lassen. Das ist besonders wichtig im Verhältnis zwischen den Bürgern, die mit ihrem Urteil über die politische Klasse so schnell fertig. sind, und den Politikern, die Entscheidungen, welche allesamt nur unzulänglich sein können, treffen müssen. 

Sich die Ratlosigkeit einzugestehen bedeutet drittens, dass wir anders über das, was zu tun möglich und nötig ist, nachdenken; nicht in der Gewissheit, die mit der Empörung immer einhergeht, sondern suchend, in klarem Bewusstsein des Bruchstückhaften aller Bemühungen. Es ist wahrscheinlich, dass wir mit dieser Haltung einer Antwort am Ende näher kommen als mit der Empörung über die Unmoral Europas. 

Zur Person des Autors: Peter Graf Kielmansegg, geboren 1937, lehrte bis zu seiner Emeritierung Politikwissenschaften in Mannheim. Der Artikel von Navid Kermani, „Warum Europa uns jetzt braucht", erschien am 22. April.

Ende F.A.Z.-Artikel

Kann *ich mehr und mehr zu der folgenden Ansicht des Wirklichkeit gelangen:
Wir Menschen erLeben im Himmel, dort wo Milch und Honig fliessen, im Paradies, im gelobten Land, wie immer Sie wollen, wir dürfen es bloss nicht bemerken, weil ...! Keine Ahnung? Vielleicht noch zu doof sind? Uns das nötige Kleingeld fehlt? Wir an irgendeinem Blödsinn schuldig sind?
Keine Ahnung, ehrlich!

Fakt ist für *mich, wir tun es.
Es gibt keine andere oder bessere Welt, oder ein alternatives erdmondliches Planeten-System. Brauchen wir auch gar nicht, wir haben / sind längst, was wir brauchen und uns gut täte. Punkt. Wir erLeben nur nicht wirklich hier.
Wir glauben nur dauernd und immer irgendwas? 

Wir erLeben fast gänzlich in Geister- und unsinnigen Vorstellungs- und Wunschwelten, in Glaubens-Vorstellungen, warten auf Jenseitiges, goldene Jerusaleme und Nirvanas u.s.w.u.s.f.
Statt einfach nur das Hier und Jetzt anzuerkennen, klar wahr zu nehmen und Es so zu gestalten, dass wir alle 'was davon haben. Und zwar reichlich!
Weil davon ist genug vorhanden.

Beweise *mir ein-Es das Gegenteil!
.
Das ist doch fast zu schön als Zwischen-Bild, oder?
.
Titel: Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, fliegen Fliegen hinter Fliegen her

Mein erster Kommentar auf den obigen Bericht in das F.A.Z. in fb war:

Das "Problem" hinter den Massen-Zuwanderungen aus Asien, Afrika und auch aus Süd-Amerika (dort vor allem in das USA), sind nicht Geburtenraten, Kriege, Armut, oder korrupte Regierungen und Eliten; wobei der letzte Punkt schon auf die eigentlichen Ursachen deutet. Die Ursachen sind unsere völlig veralteten unaktuellen Grundeinstellungen und Gewohnheiten.

Wir agieren und reagieren immer noch mit- und zuEinander, als gäbe es lebensbedrohlichen Mangel {auch in Gefühl und Vernunft}, lebensbedrohliche Umstände und überall lauern Feinde. Das ist bei klarem Blick, einem hohem aktuellen WissensStand und offenem Gefühl und Gespür geradezu komisch und / oder skuril.

Es ist zumindest deutlich zu erkennen, auf welch "eisenzeitlichem" Gefühls-, Empfindungs-, Gewohnheits- und Wissens-Stand wir mitEinander [miss]handeln und verhandeln, in einer doch längst globalen, fast vollkommen menschengemachten und technisch höchstgerüsteten Umwelt!?

Statt die Aktualität anzuerkennen - es gibt keine grosse Bedrohung mehr {ausser wir Selbst{e} halten diese innerSpezies-{Selbst}Bedrohung menschlich [künstlich] aufrecht}, auch nicht vom Klima - und die Fülle zu bemerken, die wir inzwischen erforscht, geschaffen und erreicht haben, tun wir so, als müsste Jed-Es und All-Es mit Zähnen und Klauen bis aufs Blut verteidigt werden. Die Psychologie würde unsere Aktualität wohl eine Folge von Selbsterfüllender Prophezeiung nennen.

Ist das schon Wahnsinn, was wir da gegenEinander veranstalten, oder einfach nur blind und taub?
Nenn *mir doch Bitte Bitte ein-Es von Ihnen einen wirklich relevanten Mangel, einen, der ganz doll geschützt und versteckt werden muss, der auf keinen Fall mit anderen geteilt werden kann und darf.

Bitte! Nenne *mir ein-Es noch wirklich relevante überlebens notwendige Gründe für Staats-Grenzen? Jetzt wirds schon kritisch für Sie, hihihi :-) , ja ein wenig altbackener Aufschrei und Nationalismus muss sein, darf sein, aber das Vernunft weiss nicht, was das in einer Welt von Heute noch soll, ausser mit dumpfer Zwanghaftigkeit und vorgestriger Triebigkeit und Angst zu punkten, oder?

Menschen, wacht auf, es ist Blütezeit, es "herrscht" KEIN Mangel mehr, stattdessen sind überall Krisen und Probleme und Massenarmut und Massentötungen, wegen unserer so normalen so rückwärtsgewandten und krampfhaft Besitzergreiffenden Grundeinstellungen.
Hallo! Vernunft nutzen und ein wenig mit-Gefühl dazu, dann wird es klarer. 

Die Antwort eines Mit-Kommentators war: "Sie haben den Artikel leider nicht gelesen oder nicht verstanden. Schade."

Doch, Herr xxx, sogar mehrmals, gerade weil *ich die Bedenken und Fragen des Herrn Kielmansegg, aber auch die Fassungs-losigkeit oder Überwältigung, die Er anspricht, sehr gut nachvollziehen kann.

In meinem Kommentar möchte *ich ergründen, warum wir Menschen in vielen Bereichen Krisen und Kriege oder auch weniger gewaltvolle Geschehnisse auslösen, aufrecht erhalten, und jeweils kaum oder sogar keine Lösungsansätze zur Verhinderung oder Überwindung (Heilung?) finden.

Genau das ist doch auch die Situation, die Herr Kielmansegg anspricht. Ich suche die Lösung dort, wo wohl auch die Ursachen zu finden sind, in der Grund-Disposition {der Grund-Ausstattung, -Gestaltung und -Einstellung) des Menschen.
Ist das so falsch?
.
Kreuzberger GrossSpringbrunnen
mit Spitzenhütchen, im
Viktoriapark
.
SchlussBemerkungen:

... aber, w-Es soll *ich all das schon berichten, da es doch kein-Es interessiert?
Da es kein-Es wissen will, und kein-Es aufgreift. 

Immer mehr wird *mir klar, dass wir einander mit irrigen, also von jedes Wirklichkeit und Umsetzbarkeit Kilometer weit entfernten, Phantastereien, mit einem "Mittelalter" und sonstigen Prinz|essinen und Gnomen, mit "WeltenRäumen" und klebrigen Arzt und "Liebes-Dramen", mit ...; ach, Sie ahnen es, Sie bekommen es ja täglich geboten, das alltägliche [Massen]Morden und Hassen und Betrügen und Hintergehen, in den sogenannten Krimis und Action- und Blockbuster-Filmen und Serien; und zu lesen ist es auch zu Milliarden ..., dass wir einander damit füttern.

{Und wieder taucht in *mir das Stichwort: Selfullfilling Prophecy auf. Tun wir, was wir tun, weil wir glauben (unbewusst), dass wir es so tun müssen?}

All das kann *ich nicht.

Und *ich erkenne {noch} nicht, warum fast alle Menschen das goutieren (gou-Tier-en?), Spass daran haben, oder auch "wohligen" Grusel? Warum all diese Unmöglichkeiten, Falschheiten, diese untiefe "Liebes"-Triebigkeit und das alltägliche Massentöten in allen Kanälen und in allen Strassen und Kontinenten, mit unfassbaren Billionen in Geld finanziert wird? 

Zur Politik: Warum all die Unaufmerksamkeit, Rechthaberei, Respektlosigkeit, Einseitigkeit und Verantwortungs-losigkeit an das Macht kommt, ja fast schon von fast All-Es dorthin geschoben / gewählt wird?

Das Antwort kann nur sein: Woher sollen die-jenig-Es, die es anders tun und machten, denn auch kommen? Vom Mars?
Ist ja schliesslich alles normale Menschlichkeit.

Was bin *ich?

Ja, *ich bin auch so. Klar doch, *ich bin einschliesslich Mensch.

Was sonst noch?
Traurig! Verzweifelt. Verärgert. Wenn *ich in mich hineinspüre, wenn *ich Sie da bespüre. Um Himmels willen, sind wir blöd! Von welchem Standpunkt aus ist das eine Beschimpfung? Von *mir aus nicht, aber ...
.
Bitte lächeln :-)
Sie sind sooo hübsch
.
... genug!

Sie wenden zuRecht ein: "Jetzt machen se mal halb so schlimm."
Ja, Sie haben ja Recht, oder etwa nicht!

Und *ich steh' da wie ein begossener Pudel und schüttel' das schüttere Haupt-Haar. Und bin bestätigt, dass jede Änderung, die *ich anbiete entweder auf des-Interesse oder noch besser auf Unverständnis trifft. , sagen se dann, , war was, morgen is wieda Tatort und übermorgen is Süperhelden-Block-MassenZerstörung, dann kommt Mittelalter-Gemetzel, mit Heldengedöns ...; und dann ist doch lieber alles wie gehabt. Gell.

Hier endet mein alltägliches Bemühen.
Danke.

Samstag, 11. April 2015

Poesie und das Staat jammert gern übers FinanzSystem

Selbst-Leid-Poesie:

Ich bin depressiv, also bin *ich:
miss gelaunt, orientierungs los, innerlich einsam, alltags überdrüssig, äusserlich "normal?", insgesamt fragwürdig, allgemein erLeb los, dem Tod eine vorfreude, dem Selbst ein Leid.

Das ErLeben hält jedem Selbst das Freude hin, noch können die Wenigst-Es das Freude annehmen, die meisten verbleiben im Leid. Warum? Das Leid wird ein-Es schwer los, das Freude ist schwerelos. Erst ohne das Schwere los, erLebt ein-Es schwerelos.
Genug der Poesie.

Fazit: Noch sind die menschlichen Umstände so gestaltet, dass nur immer eine kleine Minderheit das Freude geniessen darf, dem grossen "Rest" ist das mit-Leid sicher.

Oder ja?
.
Frühlings-Bote
.
Titel: Was vermisst das Staat?

Das enorme Verschiedenheit in Gestaltung, Verwaltung, Struktur und Leitung von Staaten weist entweder darauf hin, dass es für menschliche Staaten keinen Plan / Idee gibt, keines geben soll, oder alles im Versuchs-Stadium ist.

Eine bislang un-aufgekärte Grundfrage ist:
Was ist das Staat {die längeren Leses wissen, dass *ich für ungeschlechtliche Abstrakta und Konkreta das neutrale Artikel verwende}, woraus besteht Es und wem stehen die Vermögen und Leistungen eines Staates zu [Wikipedia z.B. folgert zum Begriff Staat: "Wegen der deutlich voneinander abweichenden Begriffe (von den Sokratikern bis zu Hegel, Marx, Weber und vielen anderen) hat sich eine allgemein gültige Definition nicht herausbilden können."], und was haben die Menschen, die einen Staat wohl erst ausmachen, zu dessen Bestehen, Erhalt und Erfolg beizutragen?

Diese Frage stelle *ich, weil Sie vielleicht auch ahnen, dass aufGrund dieser Leerstelle im Wissen vom Inhalt, dem Zweck und Funktionieren eines Staates fast alles möglich ist, von korruptester Brutalität und Ausbeutung der Menschen, die diesen Staat füllen, über die völlige Wurschtigkeit von "Verwaltung" und Bevölkerung, bis hin zur einigermassen friedlichen und funktionierenden Organisation und Teilhabe, wie sie auch in West-Europa entstehen konnte.

Das deutsche Staat ist trotz des Unsicherheit und fehlenden Klarheit sowohl im [Selbst-]Verständnis, als auch in das AusGestaltung des GemeinWesens, ein angenehmeres erLebens-Bereich des Menschheit. Soviel Vergleich bin *ich inzwischen.

Zum Punkt: Wie kommt das Bundesregierung dazu (*ich reagiere mit diesem Punkt auf eine Aussage des "Bundesregierung", also des Bundespresseamts, in dessen fb-Kanal) zu das Annahme, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen, also eine erLebens-lange Versorgung jedes MitGlied-Es {z.B. eines Menschen}, dem Gemeinwesen schadet und dessen Erfolg  be- oder sogar verhindert? Steckt dahinter das Annahme, das Mensch sei von Grund auf faul und am Gemeinwohl desinteressiert, wenigstens die meisten?

Das erweckt in *mir das Frage:
Was tut das Staat bisher zur Einbeziehung der darIn erLebenden Menschen, was tut das Staat zur Aufklärung aller schon jüngsten MitGlied-Es über alle Notwendigkeiten und Bedürfnisse zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden, versichernden und stärkenden GemeinWesens (also: beste aktuellste Wissensvermittlung, das freie Beteiligung Aller MitGlied-Es an allen Arbeiten, z.B. an das Errichtung und Erhalt von Infrastruktur und Verwaltung, das freie transparente Teilhabe an allen Entscheidungs-Prozessen, und zwar jeweils aller, die eine jeweilige Entscheidung betrifft, ...), was tut das Staat zur Information und Beteiligung am Vermögen und den Verbindungen nach Aussen aller MitGliedes?

Kurz gefolgert:
Im Moment ist das Folge des Unsicherheit und grossen Leere des Begriffs und des damit korrespondierenden Selbst-Verständnisses des Staates, dass alle Staaten jeweils nur von Minderheiten gestaltet werden, und dass von allen Staaten und deren Arbeit, Erfolg, Verbindungen, Wissenstand und Vermögen nur jeweils kleine Minderheiten profitieren. Teils so winzige Minderheiten, dass deren Anteil nicht mal mehr in Prozenten gemessen werden kann.
In D ist das nicht der Fall.

SchlussFrage:
Was verhindert das Einbeziehen aller Menschen eines Staates (z.B. auch D) in dessen Gesamtheit, von Arbeit bis Zukunftsvorsorge, was behindert das gleichwertige Verteilen aller Güter, Leistungen und Erfolge  (auch Vermögen) zu allen MitGlied-Es eines GemeinWesens Staat?

Vermutung: fehlendes Selbst-Verständnis von Wesen, Zusammensetzung, guter Gestaltung und dem Sinn / Zweck menschlicher Gemeinschaften und ein Mangel am Wissen und dem Gefühl für das Wirkung von gelebter Solidarität.

Dazu kommt vermutlich noch ein ziemlich weit in Abschätzigkeit reichendes Menschen-Bild, also eine eher negative Selbst-Bewertung des Mensch-daSein? 

Idee: RaumZeit also für ein Veränderung unserer Selbst-Einschätzung oder?

.
*ich mag dieses Schild,
es ist treffend für
den Moment
.
Titel: Eine aktuelle Fremd-Meinung

Aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, vom 10. April 2015, Feuilleton, von Hedwig Richter

Überschrift: Übers System jammert man gern
Untertitel: Welt bewundert die westliche Demokratie. Die ganze Welt? Nein, unsere Gesellschaftskritiker kriegen einfach nicht genug. 

Täglich verkündet einer den Untergang unserer Gesellschaft. Der Kapitalismus stehe vor dem Ende, erklärt der Soziologe Wolfgang Streeck. Der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch hält unsere Demokratie für überlebt, Ingolfur Blühdorn für reine „Simulation“. Seit Jahrzehnten wispert Giorgio Agamben vom Ende kapitalistischer Zeiten. Die Feministin Laurie Penny prangert aus der Perspektive einer Wohlstandsfrau Neoliberalismus und Kapitalismus an. Mancher strickt an einer Revolution, andere halten die Apokalypse {Da dieses Wort "bloss" Offenbarung bedeutet, erscheint *mir die ängstliche fast panische Stimmung, die beim Nennen fast immer mitschwingt, inzwischen sehr seltsam? Wenn etwas offenbar[t] wird, warum ist das im Vorhinein zum Fürchten? Denn, *ich bin hier in VorFreude auf eine oder viele Offenbarungen des DaSein, auf Erscheinungen des Wahrheit, auf Apokalypsen des Wirklichkeit.} für unausweichlich. 

Welches Interesse haben all diese wohlhabenden weissen Intellektuellen daran, unser System zu beschimpfen und die Demokratie zur Farce zu erklären? Warum halten sie Freiheit für wertlos und dekonstruieren die Menschenrechte? Warum verachten sie den Westen („Westen‚ was soll das sein?“, fragen sie genervt), der für Demokratie, Sozialstaat, Freiheit und Frauenemanzipation steht? Unter vielerlei Propheten sind die linken Eliten klar im Vorteil, denn sie stehen per se auf der guten und richtigen Seite. Sie führen einen hegemonialen Diskurs, der alles andere verachtet: Spiesser, Konservative, Cupcakes backende Frauen, nicht zuletzt auch die vom Konsum geblendeten Massen. Und auf ihre Gesinnungsgenossen von Pegida schauen diese Gelehrten besonders degoutiert herab, denn ein Kleinbürger aus Dresden kann seine Verachtung für Demokratie nur ungelenk und geistesschwach zum Ausdruck bringen. Es sind wahrscheinlich dieses Distinktionsgefühl und das einsame Herrschaftswissen vom nahen Ende, die antiliberaler Kritik ihre Attraktivität unter akademischen Eliten verleihen, 

Deutliche Überlegenheit verschafft den gebildeten Kritikern auch ihre Geringschätzung der Empirie. Von der Wirklichkeit befreit, erklären sie, es gehe bei ihrem antiliberalen Glasperlenspiel allein um die Elendsviertel, wo die unzähligen Opfer wohnen, die auf Erlösung vom Neorealismus harren. Wie aber sieht die Wirklichkeit aus? Der Sozialstaat ist nicht rund um die Welt abgebaut, sondern seit der Nachkriegszeit insgesamt stetig erweitert worden. Nirgendwo ist der Wohlstand in den unteren Schichten so hoch wie im Westen. Kapitalismus und Demokratie schließen sich nicht aus: Es gibt zwar reiche Länder, die keine Demokratien sind, es gibt jedoch kein einziges nichtkapitalistisches System, das demokratisch regiert wird. Die Wirtschaftskrise von 2008 hat zwar massive Probleme bereitet, bisher aber keineswegs zum Untergang geführt; vielmehr erweist sich die Marktwirtschaft auch in dieser Notlage als erstaunlich stabil. Wir leben nicht im entfesselten Kapitalismus, stattdessen zeichnen sich westliche Länder durch Selbstbeschränkung und ein strenges Regularium aus, wozu Umweltstandards ebenso gehören wie Haftstrafen für kriminelle Banker. 

Liebe Postdemokraten, Kämpferinnen und Kämpfer von Occupy und Blockupy: Könntet ihr euch mal mit den Informationen von Amnesty International auseinandersetzen, bevor ihr eure Klagelieder anstimmt? Oder ist das zu spießig? Schaut doch mal auf die Zahlen in Armutsstatistiken, auf Angaben zur Schulbildung, auf Todesziffern, Konfliktherde, Vergewaltigungsraten, und nehmt zur Kenntnis, dass Flüchtlinge gute Gründe haben, ausgerechnet in westliche Länder zu fliehen. 

Darf man Hartz IV gegen Kinder ohne Bildungschancen in Entwicklungsländern ausspielen? Die sozialen Probleme deutscher Migranten gegen jene Zeitgenossen aufrechnen, die verhungern; weil ihre Staatenlenker das Land in Korruption ersticken? Lässt sich das Problem einer westlichen Frau, die über Schönheitsoperationen nachdenkt, irgendwie mit der Not einer Kindersoldatin korrelieren? Sind solche Vergleich zynisch? Die bramarbasierende Nabelschau westlicher Intellektueller jedenfalls macht blind für die Menschenverachtung in anderen Gesellschaften. 

Doch nun wird das schwerste Geschütz im Anti-System-Krieg aufgefahren: Den anderen geht es doch nur deshalb so schlecht, weil wir auf ihre Kosten leben. An diesem Punkt vergessen die meisten Kritiker, dass sie zuvor noch von den Elendsvierteln bei uns geredet haben. Dass es uns gutgeht, weil andere Länder arm sind, ist ein von Empirie befreites, ökonomisch uniformiertes Klischee, das so eingängig ist wie alle Verschwörungstheorien. Doch ein Land, das in Elend und Chaos versinkt oder sich Sklaven und Hungerlöhner hält, ist für die globale Marktwirtschaft weit weniger nützlich als ein Land, das wirtschaftlich floriert und innerhalb eines demokratischen Rechtsstaates Chancen für alle bietet — auch für ausländische Investoren.

Gewiss, westliche Länder haben Probleme: Manche Gehälter sind grotesk, Frauen werden weiterhin benachteiligt, wir brauchen mehr Raum und Ideen für Flüchtlinge, mehr Elan für eine bessere Umwelt, wir müssen mehr Phantasie entwickeln und wahrscheinlich weniger Militäreinsätze planen, um anderen Ländern wirklich beizustehen. Und es stellt sich die Frage, wie viel Ungleichheit unsere Demokratie erträgt, selbst wenn es den Ärmsten hier relativ gutgeht. Es spricht jedoch alles dafür, dass unsere Gesellschaft Lösungen für diese und kommende Probleme finden wird. 

Doch wer immer wieder auf unsere Demokratie einschlägt, bekämpft ausgerechnet das Gesellschaftsmodell‚ das Frauen aus patriarchalischen Strukturen befreit hat oder mit Gewerkschaften die Schwachen schützt. Wobei diese Verbesserungen nicht zuletzt durch Kritik und Reformarbeit zustande gekommen sind. Zu den großen Stärken unserer aus der Aufklärung entstandenen liberalen Demokratie gehört es, dass Kritik, Opposition und Veränderung nicht nur erlaubt, sondern systemrelevant sind. Daher kann die Demokratie auch das apokalyptische Geklingel der Systemkritiker ertragen. 

Hedwig Richter lehrt Geschichte in Greifswald.

Ende F.A.Z.-Meinung

Ja, aber ...

Oder?
.
Orange
Vom vergangenen Jahr
.
Titel: Was hat das FinanzSystem mit dem Menschen zu tun?

Die aktuelle  Gleichung ist:
FinanzSystem + GewinnMaximierung + SpielSucht - Verantwortung = Krise + VerlustMaximierung.

Ein zukünftige Gleichung könnte sein: Finanzsystem = Verantwortung.

Aber dazu bedarf es wohl eines tiefer und weiter reichenden Wandels des aktuellen Menschen-daSein.

Und tschü...

Donnerstag, 2. April 2015

Das Verhältnis von Tier zu Tier in das Sprache

Titel: Von der Einfachheit unserer menschlichen Kommunikation

VorGeschichte:

Sagt das eine gTier zum anderen gTier: "Na, wollen wir's mitEinander treiben!?" "Ja, gerne,". War eine Antwort: "wo?". "Da vielleicht?" Fragte das erste und zeigte in eine Galaxie hinein: "Dort schaut es so hübsch aus und die Gegend ist auch so schön ruhig. Nicht?" "Doch." Gab das andere zurück und sagte: "Ja, schaut gut aus dort, ja, da wollen wir es mitEinander treiben." "Und wie nennen wir den Ort?" Fragte das erste. "Wie wäre es mit Erde-Mond?" "Vielleicht?" Antwortete das andere, aber. "Wollen erst mal spüren, ob das auch passt?" Gab das erste zurück. "Na, dann nix wie hin, dort wollen wir es endlich mitEinander treiben!" Forderte das andere auf. "Wild!" Jauchzte das erste. Und so geschah es dann. Oder?

Vorwegg - und das ist vorwiegend für *mich geschrieben, da *ich aus meinen "Erziehungs-Erfahrungen" her, allzu schnell zu Vorwürfen neige -: aus dem Folgenden, oder überhaupt aus irgendwelchen {Selbst-}Erkenntnissen eine Schuld zu konstruieren oder zu behaupten, ist kompletter Unfug! Das Mensch und das Menschheit hat / haben keinerlei Schuld am menschlichen Handeln und auch MissHandeln. So empfinde *ich das, auch wenn *ich da einem womöglich natürlichen Reflex widerspreche, der behauptet, dass das was wir tun auch von uns verantwortet werden muss. Das ist / wäre (!) erst der nächste Schritt.

Bisher, bis hierher und jetzt, handeln und "misshandeln" (Was beurteilt das, ob eine Handlung miss[t] ist?) wir - und das betrifft mit uns und neben uns Alle Mit-LebeWesen - fast ohne jede Einsicht in den Grund unseres Handelns. Und das "fast" im VorSatz beinhaltet nur ein teils spekulatives Grundwissen von unserer Herkunft, unserer millionenjährigen Entwicklungs-Geschichte, den Prägungen, die wir dabei erlebt und erlitten haben und erst recht einem vielleicht Sinn / Zweck unserer Existenz. Das einzelne Handeln mag fast immer einfach zu erklären und zu begründen sein, aber sicher ist das nicht; und oft genug weit hergeholt oder bestenfalls oberflächlich. 

Mit Vorwürfen an uns Selbst ist weder eine Erklärung zu erhalten, noch eine verbessernde Veränderung einzuleiten. Ich denke zu erinnern, dass schon ein Mensch namens Jesus von Nazaret dieses Faktum erkannte und - bis heute vergeblich - uns von dieser (zu frühen!) Emotion befreien wollte. Aber vielleicht fühle auch nur *ich so schnell Schuld, wenn *ich unsere Taten betrachte?

Das Mensch denkt vielleicht - wenn es davon / daran denkt -, dass unsere alltägliche Sprache differenziert und durchaus komplex ist, und das unser Sprechen von uns und von ausserhalb uns, durchaus den Tatsachen nahe kommt. Dass *ich daran nicht mehr nur zweifle, wissen die längeren Leses.
Dass *ich darin nicht alleine bin, ist auch bekannt, aber diesen Mit-Zweifler, den *ich nun präsentiere, kannte *ich bislang nicht, und habe Ihn vor kurzem erst in einer Publikation der Kulturstiftung des Bundes (Nr. 23) entdeckt, mit dem Ober-Thema : TIER

Sehr Interessant!
.
Gefunden in Neukölln,
Weserstr.
.
Wieder einmal bekenne *ich: hier schreibt und fabuliert und kommen-tier-t, ein [Säuge]Tier, der Gattung Mensch. Ganz stolz darauf, als ein solches da[zu]Sein, als Tier auf Erden nun zu wandeln und diese auch ein wenig zu verschandeln. Obwohl das Stolz sein wenig angebracht, weil *ich das Tier-sein selbst ja nicht vollbracht. Genug der erbärmlichen Poesie. Hier also das Fremd-Text:

Überschrift: Das Verschwinden der Bienen, oder: Die Singularität des Tieres

Von Srećko Horvat

Hier der Link zum Original der Kulturstiftung des Bundes:

Eine Frau sitzt lesend auf einer Bank im Central Park, zieht sich die silberne Haarnadel im Essstäbchen-Design aus dem Haar und tötet sich durch einen Stich in den Hals. Derweil auf einer Baustelle stehen Arbeiter herum und unterhalten sich, als urplötzlich jemand abstürzt. Weil die Arbeiter davon ausgehen, dass der Mann versehentlich vom Dach gefallen ist, rennen sie zu der Leiche hinüber. Aber es stürzt noch ein Arbeiter ab, dann der dritte und noch einer und noch einer. Wie auf Magrittes berühmtem Gemälde „Golconda“, wo identische, in dunkle Übermäntel gekleidete Männer mit Bowlerhüten vor einem Hintergrund aus Gebäuden und blauem Himmel herabfallen wie schwere Regentropfen, katapultiert diese Szene uns in das Universum des surrealen paranoiden Science-Fiction-Thrillers „The Happening“ aus dem Jahr 2008 unter der Regie von M. Night Shyamalan. Zur gleichen Zeit erklärt ein Schullehrer, der noch nicht weiß, dass das Unheil längst seinen Lauf genommen hat, Albert Einstein habe einst gesagt, die Menschheit könne ohne Honigbienen nicht länger als vier Jahre überleben.

Heute ist das Verschwinden der Honigbienen keine Nachricht mehr wert. Wie wir wissen, fing alles damit an, dass im Jahr 2006 in den USA ganze Bienenvölker schlagartig verschwanden. Seither tritt das Phänomen überall in Europa auf, erstreckt sich von Italien, Spanien, Griechenland und Belgien über Deutschland, Frankreich, Portugal bis in die Niederlande und so weiter. Viele Theorien und ein breites Spektrum möglicher Ursachen wurden diskutiert, eingeschlossen Pestizide, Parasiten, Viren, Umweltveränderungen und sogar Strahlung von Mobilfunkmasten. Unter Biologen scheint weiterhin Uneinigkeit zu herrschen, worin die wahren Ursachen des sogenannten „Bienensterbens“ liegen. Ein wissenschaftlicher Nachweis konnte bisher nicht erbracht werden. Allerdings sieht es danach aus, als würde Einsteins prophetischer Warnung, die Menschheit werde das Verschwinden der Honigbienen nicht überleben, inzwischen durchgehend zugestimmt. Warum? Weil es ein Drittel der Lebensmittel, die wir essen, ohne Bienen als wichtigste Bestäuber von Obst, Gemüse, Blumen und Feldfrüchten gar nicht geben würde.

Wenn wir das Problem des Aussterbens von Tieren beliebiger Gattung, darunter Bienen, in vollem Umfang begreifen wollen, sollten wir uns Jacques Derrida und seiner Auffassung des Tieres zuwenden. In „Das Tier, das ich also bin (weiterzuverfolgen)“, einem Vortrag, den er im Juli 1997 auf dem dritten, seinem Werk gewidmeten Kolloquium in Cerisy-la-Salle gehalten hat, sagt er, dass er gern im Singular den Plural an Tieren zu verstehen gegeben hätte. Derrida geht sogar so weit, dass er jeden Akt der Klassifikation, in dem das Tier im Plural postuliert wird, als „Tiere“, schlicht als Gewalt bezeichnet. „Unter den Nicht-Menschen, und getrennt von den Nicht-Menschen, gibt es eine immense Vielfalt anderer Lebender, die sich in keinem Fall – außer durch Gewalt und {des-} interessiertes Verkennen – in die Kategorie dessen homogenisieren lassen, was man das Tier (l’animal) oder die Tierheit (l’animalité) im Allgemeinen nennt.“

Mit anderen Worten, für Derrida ist es von größter Bedeutung, allgemeines Sprechen über Tiere zu vermeiden. Für ihn gibt es keine „Tiere“. Wer „Tiere“ sagt, habe nicht nur aufgehört, zu verstehen, sondern sei schon dabei, das Tier in einen Käfig zu sperren. Warum? Weil es beachtliche Unterschiede zwischen verschiedenen Tierarten gibt.

Zwei Jahre vor seinem Tod hat Derrida sich erneut mit dieser Problematik beschäftigt, und zwar in einem Dokumentarfilm unter der Regie von Kirby Dick und Amy Ziering aus dem Jahr 2002. „Es gibt keinen Grund, Affen, Bienen, Schlangen, Hunde, Pferde, Arthropoden und Mikroben in ein und dieselbe Kategorie zu sortieren. Es handelt sich um radikal andersartige Organismen des Lebens. Sie als ‚Tier‘ zu bezeichnen und sämtlichst, sowohl den Affen als auch die Ameise, in nur diese eine Kategorie zu stecken, ist eine äußerst gewaltförmige Geste. Vor allem aber ist es eine dumme Geste, alles Lebendige, was nicht menschlich ist, in eine einzige Kategorie zu pressen, theoretisch lächerlich, und sie hat teil an der nur allzu realen Gewalt, die Menschen Tieren antun. Das führt zu Schlachthöfen, zur industriellen Verarbeitung, zu ihrem Verzehr. All diese Gewalt gegenüber Tieren ist keimhaft in jener begrifflichen Simplifizierung enthalten, die von ‚Tieren‘ im Allgemeinen zu sprechen erlaubt.“

{Mancher Furor ist angebracht, dieser würde *mir etwas gedämpfter besser gefallen. "Tier[e]" ist für *mich einfach ein Kategorien-Begriff, der alle multi-zellularen nicht im Boden wurzelnden erdmondlichen erLebeWesen subsumiert. Wikipedia formuliert es so: Als Tiere werden Lebewesen mit Zellkern (Eukaryoten) angesehen, die ihre Stoffwechselenergie nicht wie Pflanzen aus Sonnenlicht beziehen, Sauerstoff zur Atmung benötigen, aber keine Pilze sind. Zur Energie- und Stoffgewinnung ernähren sich Tiere von anderen Lebewesen (Heterotrophie). Die meisten Tiere können sich aktiv bewegen und besitzen Sinnesorgane. Daran empfinde *ich erst mal nichts beleidigendes oder falsches. Das Fehler des Herrn Horvat, wie auch fast aller Menschen, liegt vielleicht in der Exkludierung des Menschen aus dieser obigen Definition. Einer kunstvollen Gegenüberstellung von Mensch und Tier, die an jeder Tatsache und näheren Einsicht scheitert. Kein einziges überprüfbares Forschungs-Ergebnis hat bisher eine Ahnung oder sogar einen Nachweis erbracht, dass das Mensch nicht in die oberen Definitionen des Kategorien-Begriffs "Tier[e]" passte. Die nicht-Zugehörigkeit ist bestenfalls Wunschdenken aber wohl eher verständlicher und natürlicher Ab- und AusGrenzungs-Trieb, den wohl auch ein Gepard so bestätigen würde; indem -Es ebenfalls behauptete in nichts, aber auch gar nichts mit den anderen mit-LebeWesen gleich zu sein; wenn -Es das so formulieren könnte.
Und was das Tatsache: Tiere essen Tiere angeht, verweise *ich auf meinen höchst erfolgreichen Beitrag zu den "sprechenden Er-Lebensmitteln" in das Sprechlichtung.}

Gewalt fängt nicht erst im Schlachthof an, sondern mit der Klassifizierung. Jedes Mal, wenn ich zu klassifizieren versuche, nehme ich auch schon Bestimmungen vor. Jedes Mal, wenn ich Bestimmungen vornehme, unterstelle ich die Kenntnis einer besonderen Eigenart, obwohl das Gegenteil der Fall ist: Ich definiere und klassifiziere gemäß meiner eigenen Natur. Wie können ein Affe und eine Biene in ein und dieselbe Kategorie passen, die „Tiere“ genannt wird? Wie kann ein Wal mit einer Fliege vergleichbar sein?

{Den Hintergrund des Furors von Herrn Horvat erkenne *ich an, möchte aber doch darauf hinweisen, dass es neben dem Oberbegriff / der Unterkategorie der erdmondlichen LebensFormen "Tier", noch hunderte weitere Unter- und Neben-Einteilungen gibt. Es ist *mir z.B. nicht im mindesten Unangenehm, zusammen mit allen Pflanzen und mit-Tieren in einer "Schublade" mit dem Aufdruck "Eukaryoten" zu "liegen". Respekt fürEinander und Mit-Empfinden zuEinander, ist für *mich keine Frage unseres Bedürfnisses nach Unterscheidung  (Vertikal), von Verschiedenheit (Horizontal) und Gleichheiten, deren richtiger oder auch [noch] fehlerhafter Benennung, sondern unserer noch mangelnder Anerkennung, mehr noch, der fast grotesken Verweigerung unserer Eingebundenheit und VollMitgliedschaft innerhalb der erdmondlichen Lebendigkeit. Unser "Problem" ist die grosse Angst und Unsicherheit vor den Konsequenzen für unser Handeln, wenn wir Menschen erst mal vollkommen begriffen haben, dass wir gleichberechtigtes Teilchen dieser Lebendigkeit sind. Und das ist ja wohl klar, dass dieses allgemein menschliche erfühlen und erspüren des Geborgenheit innerhalb und mit allen Mit-LebeWesen, von uns Menschen Veränderungen unseres bisherigen Verhaltens bewirkt. Herr Horvat scheint *mir auf dem Weg zu dieser Erkenntnis zu sein, verliert sich dabei aber noch etwas in Aufregung für "Delikatessen" des [Fach]Sprache[n]. Trotzdem bleibt sein Beitrag sehr interessant, also weiter damit.}

Die beste, wenn auch auf den ersten Blick vollkommen absurde Antwort liefert die fiktive Taxonomie von Tieren, die Jorge Luis Borges in seiner berühmten Erzählung „Die analytische Sprache von John Wilkins“ vorlegt. Die alternative Taxonomie von „Tieren“, entnommen einer alten chinesischen Enzyklopädie („Himmlischer Warenschatz wohltätiger Erkenntnisse“), ordnet jedes Tier einer dieser vierzehn Kategorien zu:

– Tiere, die dem Kaiser gehören
– einbalsamierte Tiere
– gezähmte
– Milchschweine
– Sirenen
– Fabeltiere
– herrenlose Hunde
– in diese Gruppierung gehörige
– die sich wie Tolle gebärden
– unzählbare
– die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind
– und so weiter
– die den Wasserkrug zerbrochen haben
– die von Weitem wie Fliegen aussehen

Besser als jeder anderen Klassifikationskritik gelingt es Borges zu zeigen, wie arbiträr der Versuch bleiben muss, die Welt zu kategorisieren. Warum sollte eine fiktive Taxonomie, in der Tiere „dem Kaiser gehören“ können oder „von Weitem wie Fliegen aussehen“, fiktiver sein als beispielsweise die Tierklassifikation von Aristoteles oder die Taxonomie von Linné?

Es ist kein Zufall, dass Foucault die himmlische Taxonomie von Borges in seinem Vorwort zu „Die Ordnung der Dinge“ verwendet hat. Er gesteht ein, wie belustigt, aber auch erschüttert er gewesen sei: „Bei dem Erstaunen über diese Taxonomie“, so heißt es, „erreicht man mit einem Sprung, was in dieser Aufzählung uns als der exotische Zauber eines anderen Denkens bezeichnet wird – die Grenze unseres Denkens: die schiere Unmöglichkeit, das zu denken.“

Diesem Paradox müssen wir uns stellen: dass wir nämlich genau im Augenblick der Schöpfung unser eigenes Denksystem begrenzen. „Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.“ (Genesis 2, 20) In der Genesis wird erzählt, dass Adam die Tiere benannt habe, noch bevor Eva geschaffen wurde; Sprache war also schon vor den „Tieren“ da. Den vier verschiedenen Fortbewegungsarten entsprechend klassifiziert die Bibel die Tiere in vier Gattungen: Gehen, Fliegen, Schwimmen, Kriechen. Einerseits ist der Akt der Benennung von Tieren ein Akt autoritärer Gewalt und Herrschaft; andererseits beweist er einmal mehr die Begrenztheit unserer Welt.

Wir könnten einen detaillierten Überblick über die Entwicklung der Klassifikation geben – von den religiösen Texten über die antike Philosophie inklusive Platon und Aristoteles bis zur Taxonomie von Linné. Gleichgültig, wie fortgeschritten und ausgeklügelt eine neue Klassifizierung auch sein mag, Borges’ fiktionale Klassifikation wird uns nicht verloren gehen. Um das „Tier“ wirklich zu verstehen, reicht es nicht aus, es zu benennen, zu klassifizieren oder zu definieren. Wenn wir das „Tier“ verstehen wollen, sollten wir in der Lage sein, sein Leiden zu verstehen.

Und das führt uns unausweichlich zu einer der berühmtesten Episoden in der Geschichte der westlichen Philosophie, die von der Figur des Tieres nicht nur gekennzeichnet, sondern bestimmt wird: zu Friedrich Nietzsches geistigem Zusammenbruch am 3. Januar 1889 in Turin. Es gibt viele Deutungen dieser bekannten Geschichte von Nietzsche, der bewusstlos auf der Piazza Carlo Alberto liegt. In der berühmtesten heißt es, er sei Zeuge geworden, wie ein Droschkenkutscher sich über sein Pferd geärgert und angefangen habe, das arme Tier auszupeitschen. Dieser Anblick habe Nietzsche so gewaltig erschüttert, dass er zu dem Pferd gerannt sei, ihm die Arme schützend um den Hals geschlungen habe und anschließend zusammengebrochen sei.

Sind seine kurzen, als „Wahnbriefe“ bekannten Schriften wirklich die Manifestation eines „Wahnsinns“? Oder resultieren sie aus dem unerträglichen Anblick des leidenden Tieres? War das leidende Pferd tatsächlich nicht mehr als nur ein Auslöser, wie in den meisten Interpretationen behauptet, oder verhielt es sich so, dass Nietzsche in der Lage war, den Plural der Tiere im Singular zu vernehmen? Solange wir „Tiere“ im Plural begreifen, ist es unmöglich, ihr Leiden zu hören. Sobald wir befähigt sind, die Singularität eines Tieres zu verstehen – die Welt, die es trägt, die Welt, die sich durch seine bloße Existenz eröffnet, sowie die Welt, die sich mit seinem Tod schließt – ist es unmöglich, nicht stumm oder sogar wahnsinnig zu werden wie Nietzsche. Das ist der Grund, weshalb die meisten von uns noch „zurechnungsfähig“ sind und so leben, als würden die Tiere um uns herum nicht leiden.

Paradoxerweise bestand der erste Schritt hin zur Vernichtung der Singularität eines jeden Tieres ausgerechnet in dem Versuch, den Singular in der Pluralität von „Tieren“ zu entdecken, nämlich in der Klassifikation. Anstelle abstrakter „Tiere“ („gehende“, „fliegende“, „schwimmende“, „kriechende“ wie in der Bibel) verfügen wir nunmehr über präzise Ordnungssyteme, während wir den Tieren gleichzeitig ferner stehen als je zuvor. Klassifizierung diente dem Zweck der Rationalisierung, und Rationalisierung diente dem Zweck des Massenmordes.

Gibt es einen besseren Beleg als den folgenden? In seiner Biografie „Mein Leben und Werk“ von 1922 enthüllt Henry Ford, dass ihm die Eingebung für die Produktion mittels Fließband kam, als er, damals ein junger Mann, einen Schlachthof in Chicago besichtigte. Geschlachtete Tiere, die von Transportketten herabhingen oder auf Laufbändern lagen, rückten von einem Angestellten zum nächsten vor, und jeder einzelne dieser Angestellten hatte eine ganz bestimmte Tätigkeit im Gesamtprozess zu verrichten. Damit zog eine radikale Neuerung in unsere moderne, industrialisierte Zivilisation ein: Zum ersten Mal wurden das neutralisierte Töten und damit eine neue Ebene der Entkopplung des Arbeiters vom Tötungsvorgang eingeführt; zum ersten Mal wurden Maschinen genutzt, um den Prozess der Massenschlachtung zu beschleunigen.

Einerseits war es der Schlachthof, der zur Entwicklung des Fließbandkapitalismus beigetragen hat, mit zahlreichen Konsequenzen, die wir heute noch spüren und erleben. Andererseits ist es kein Wunder, dass an der Wand neben dem Schreibtisch Adolf Hitlers im Hauptquartier der Nazipartei in München ein lebensgroßes Porträt von Ford hing. Als Hitler 1931 von einem Journalisten der Detroit News gefragt wurde, was das Ford-Porträt an der Wand zu bedeuten habe, erwiderte er: „Ich betrachte Henry Ford als meine Inspiration.“ Bald darauf war Ford der erste Ausländer, der mit dem Adlerschild des Deutschen Reiches ausgezeichnet wurde, und kurze Zeit später ließ Hitler aus seiner Inspiration Wirklichkeit werden. Wo konnte die Rationalität des Tötens, das Fließband als typisches Merkmal des Schlachthofes, bessere Anwendung finden als in den Konzentrationslagern?

Nicht nur, dass die Juden in Viehwaggons in die Konzentrationslager transportiert wurden; die Wachmannschaften der Lager stammten direkt aus der Fleischindustrie. Wie Charles Patterson in seinem Buch „Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka. Über die Ursprünge des industrialisierten Tötens“ gezeigt hat, könnte dies dem Zufall geschuldet sein. Doch auch der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß besaß eine Metzgerei; Kurt Franz, letzter Kommandant in Treblinka, war Metzger; Karl Frenzel, der die Öfen zuerst in Hadamar und anschließend in Sobibor befeuerte, war ebenfalls Metzger, und nicht zuletzt Heinrich Himmler hatte eugenische Versuche auf seiner Hühnerfarm durchgeführt. Und selbst Hitlers persönliche Leibwache war Metzger …

Viel wichtiger als diese historischen Merkwürdigkeiten und eventuellen Zufälle ist jedoch die Argumentation, auf die Patterson sich bezieht: Die Domestizierung und Unterwerfung der Tiere war das Modell, welches die Umwandlung von Menschen in Sklaven inspiriert hat; und die Zucht domestizierter Tiere führte zu eugenischen Maßnahmen wie Zwangssterilisation, Euthanasie und letztlich Genozid. Obwohl Pattersons Buch viele neue Fragen aufwirft, verweist es darauf, wie die industrielle Rinderschlachtung zumindest indirekt den Weg zur Endlösung freigemacht hat. Genau wie das Fließband bei der Schlachtung von Tieren oder Henry Fords Auto-Produktion den Grundsätzen von Effektivität und Effizienz geschuldet war, so waren auch die Fließbänder von Treblinka derselben Zielsetzung verpflichtet. Genau wie durch das Fließband im Schlachthof eine effizientere Weise des Tötens entstand, die für die Mörder weniger Stress bedeutete, weil von jetzt an jeder einfach nur seinen eigenen Job zu erledigen hatte, so hat das „humane Töten“ einen neuen Beamtentypus wie etwa Adolf Eichmann hervorgebracht. Töten war jetzt institutionalisiert und objektiviert.

Erst als man anfing, die Juden wie Tiere zu behandeln, als eine Gruppe von Menschen statt im Singular als „Pluralität“ behandelt wurde, die wiederum in Gestalt genau dieser Pluralität in eine falsche Singularität transformiert wurde („der Jude“), war es möglich geworden, die „Endlösung“ zu organisieren. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Vergleich zwischen Juden und Tieren keine Erfindung der Nazis war. So hat beispielsweise schon Martin Luther Juden mit „tollen Hunden“ und „Schweinen“ gleichgesetzt, und es war Hegel, der die Auffassung vertrat, Juden könnten nicht der deutschen Kultur assimiliert werden, weil sie ein „tierisches Dasein“ fristeten. Dabei ist es gar nicht notwendig, den Blick zurück auf die Vergangenheit zu richten, wo unsere Gegenwart doch voller ähnlicher Beispiele steckt. Nach seinem Besuch im Gazastreifen im Jahr 2009 hatte der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter verlauten lassen, dass die Palästinenser dort „eher wie Tiere denn als menschliche Wesen behandelt“ würden. 2014, unmittelbar nachdem die neue „Bodeninvasion“ von Gaza begonnen hatte, äußerte auch der norwegische Arzt Mads Gilbert, der verwundete palästinensische Kinder versorgte, dass die Palästinenser „ein weiteres Mal eher wie Tiere behandelt“ würden. Wenn aber eine ganze Bevölkerung „unmenschlich“ behandelt wird – wie können wir dann erwarten, dass Menschen mit Tieren anders umgehen? Wenn menschliche Wesen noch immer nicht befähigt sind, andere Menschen menschlich zu behandeln – sollten wir uns dann wirklich wundern, dass niemand über einen Genozid an Tieren spricht?

Selbstverständlich dürfen wir die Figur des Genozids weder missbrauchen noch für erschöpfend diskutiert halten. Aber wie Derrida in seinem Vortrag „Das Tier, das ich also bin (weiterzuverfolgen)“ zeigt, wird besagte Figur hier komplizierter: „Es wäre zwar eine Vernichtung von Arten im Gange, sie würde sich jedoch über die Organisation und Ausbeutung eines künstlichen, infernalischen, virtuell unendlichen Überlebens vollziehen, unter Bedingungen, die Menschen früherer Zeiten für monströs gehalten hätten, für außerhalb aller unterstellten Normen des Lebens, das den Tieren zu eigen ist, die auf diese Weise in ihrem Überleben oder in ihrer Überbevölkerung selbst ausgelöscht werden. So als ob, zum Beispiel, Ärzte oder Genetiker (zum Beispiel nazistische), statt ein Volk in Gaskammern oder Krematorien zu werfen, mittels künstlicher Befruchtung eine Überproduktion und -reproduktion von Juden, Zigeunern und Homosexuellen zu organisieren, die, immer zahlreicher und immer wohlgenährter, in stetig wachsender Zahl für ein und dieselbe Hölle bestimmt gewesen wären, nämlich die der erzwungenen Genexperimente, der Vernichtung durch Gas oder durch Feuer.“

Heute sehen wir uns einer Situation gegenüber, in der wir den Schritt über das traditionelle Fließband hinaus schon getan haben. Unsere Klassifikation von Tieren hat nicht nur die Vorbedingungen für deren Vernichtung geschaffen, sondern führte zu einem Albtraum, der in Derridas Vorhersage des künstlichen Überlebens bereits präsent ist. Werfen wir einen Blick in einen neuen zweiminütigen Spielfilm von Greenpeace-Aktivisten, in dem eine nahe Zukunft geschildert wird, in der Bienen vollständig ausgestorben sind. Kein Grund zur Sorge: Felder, die vormals öde und verwüstet waren, erholen sich wieder. Weil die Bienen wieder da sind. Gewöhnliche Bienen, so könnte man glauben; aber nein, bei diesen kleinen Wunderwerken hochentwickelter Robotertechnik handelt es sich um NewBees der zweiten Generation. Ihrem natürlichen Gegenpart haushoch überlegen, sind sie überall auf der Welt erfolgreich eingeführt worden. Der Antrieb erfolgt komplett über Solarenergie, weshalb der aufladungsbedingte Nutzungsausfall einer NewBee sehr gering ist. Durch den Einsatz von Echtzeit-Triangulationstechnologie weiß jede NewBee, welcher Teil des Feldes schon bestäubt ist, was wiederum Effizienz und Ertrag maximiert. Anders als normale Bienen verfügen NewBees über eine vollständige Ausrüstung zur Bekämpfung ihrer natürlichen Feinde. Sobald ein Feind sich nähert, sind die NewBees alarmiert und setzen ein höchst wirksames Insektizid frei, das die Bedrohung in Sekundenschnelle neutralisiert. Nichts kann ihnen Schaden zufügen. NewBees zeigen keine Ermüdung, der Wartungsaufwand ist minimal, und die Produktionskosten betragen einen Bruchteil der Kosten, die für normale Bienen aufgebracht werden müssen. Sie können leicht recycelt, ersetzt und in Betrieb genommen werden. NewBees fügen sich ausgezeichnet in die Natur ein und sind darauf programmiert, uns nichts zuleide zu tun …

Zum Glück ist dies – bislang – nur Science Fiction, wobei die Idee aus der künstlichen Bestäubung stammt. Aus Fiktion könnte jedoch schon bald Realität werden, denn an der Harvard-Universität arbeitet ein auf Mikro-Robotik spezialisiertes Forschungsteam bereits an der Entwicklung sogenannter „RoboBees“. Dem Projekt „RoboBees“, das 2009 ins Leben gerufen wurde, um den Aufwand für die Erzeugung eines Roboter-Bienenvolkes zu ermitteln, ist es mittlerweile gelungen, künstliche Muskeln zu erzeugen, die einen 120-fachen Flügelschlag pro Sekunde zustande bringen. Derzeit forschen die Wissenschaftler an der Energieversorgung und an Funktionsweisen von Entscheidungsprozessen. Im Sommer 2012 konnten technische Kernprobleme gelöst werden, die einen ersten kontrollierten Flug der „RoboBees“ zuließen.

Es könnte durchaus noch zwanzig Jahre oder mehr dauern, bis die erste künstliche Bestäubung möglich ist. Trotzdem sollten wir uns folgende Frage stellen: Falls es den Roboter-Bienen wirklich gelingen sollte, Felder zu bestäuben und unser Ökosystem im Gleichgewicht zu halten – worin läge dann die Bedeutung für die Menschheit? Ja, es mag sein, dass wir entgegen Einsteins Prophezeiung in der Lage sind, die Vernichtung der Bienen zu überleben – aber was hätte das Verschwinden des Tieres für die Menschheit als solche zu bedeuten? Was bedeutet der Tod eines Tieres, und was hat es zu bedeuten, wenn eine ganze Gattung ausstirbt?

Nach Einschätzung einiger Wissenschaftler könnten um das Jahr 2100 bis zur Hälfte der gegenwärtig vorhandenen Pflanzen- und Tiergattungen ausgestorben sein. Ja, wir könnten natürlich zynisch fragen, was denn die durch Menschen verursachte Vernichtung eigentlich sei, verglichen mit mindestens fünf Massenvernichtungen in der Geschichte des Lebens auf der Erde? Was ist zum Beispiel die derzeitige Artenvernichtung im Holozän im Vergleich mit dem Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze vor ungefähr 250 Millionen Jahren, bei dem schätzungsweise 90 Prozent der damaligen Arten ausgelöscht wurden? Können wir uns überhaupt vorstellen, welche Art Leben es in jenem Zeitalter gab und wie unbedeutend unsere eigene Existenz sich aus besagter Perspektive ausnimmt? Rein technisch gesehen, gibt es Leben nach Menschen oder, wie Alan Weisman es in seinem Sachbuch formuliert hat, in dem er sich damit beschäftigt, was wohl mit der natürlichen und bebauten Umwelt geschähe, wenn menschliche Wesen plötzlich verschwänden – da ist eine „Welt ohne uns“. In diesem Fall sind sogar wir, die Menschen, eine Gattung, die mit Leichtigkeit verschwinden könnte; schon nach fünfhundert oder tausend Jahren existierten nur noch wenige (radioaktives Material, Bronzestatuen oder Keramik) oder gar keine Beweise mehr, dass es uns je gegeben hat.

Unser gegenwärtiges Verhältnis zur Natur ist ambivalent. Einerseits leben wir tatsächlich im sogenannten „Anthropozän“, also einem Zeitalter, in dem menschliche Aktivitäten weltweit erhebliche Auswirkungen auf das Ökosystem nach sich ziehen, was unser Einfluss auf das Verhalten von Bienen am besten illustriert. Und es könnte sein, dass wir sogar noch einen Schritt über die These vom „Anthropozän“ hinausgehen und berücksichtigen müssen, was Timothy Morton als „Ökologie ohne Natur“ bezeichnet hat. Laut Morton besteht das Haupthindernis im Nachdenken über die Umwelt in der Idee von Natur als solcher; wir hingegen müssten den denaturalisierten Charakter von Natur als solcher akzeptieren. Es gehe weniger darum, dass die Menschen die Natur aus ihrem Gefüge bringen, sondern Natur selbst befinde sich nicht im Gleichgewicht. Anders ausgedrückt, genau dieser chaotische Charakter ist es – gewaltige Katastrophen, Stürme, Fluten etc. – der der Natur selbst entspricht. (Die Folgen der „Naturkatastrophen“ sind selbstverständlich nicht naturgemäß, sondern bereits geprägt von menschlichen Eingriffen – so etwas wie eine „Naturkatastrophe“ gibt es nicht!)

Und damit haben wir die andere Seite der Medaille vor Augen: Natur ist nicht immer schon das unschuldige Opfer, und nicht immer ist es menschlicher Einfluss, der die Natur verändert. „Eyjafjallajökull“ ist, ganz gleich, wie oft wir diesen seltsamen Namen schon gehört haben, noch immer nicht einfach auszusprechen. Trotzdem hat dieser isländische Vulkan das menschliche „Business as usual“ vollständig zum Erliegen gebracht. Infolge seines Ausbruchs waren die europäischen Airlines fast eine ganze Woche lang lahmgelegt. Mehr als 64.000 Flüge waren verspätet oder wurden ganz gestrichen, Millionen Reisende betroffen. Was für uns Menschen nach einer Katastrophe aussieht, ist also exakt das Gegenteil: nämlich „Eyjafjallajökull“ und nicht unser ökologischer Kampf, durch den der CO2-Fußabdruck der Airlines in einem Ausmaß verringert werden konnte, der dem jährlichen Output mehrerer kleiner Staaten zusammen entspricht.

Diese zwei Seiten der Medaille eröffnen eine unerwartete Wendung. Es ist nicht nur das Tier, sondern die menschliche Gattung selbst, die bald verschwinden könnte. Aus welchen Gründen auch immer die Bienen verschwunden sein mögen, die offizielle Tagline von Shyamalans „The Happening“ scheint die Sache sehr gut zu beschreiben: „We’ve sensed it. We’ve seen the signs. Now … it’s happening.“ Das, was in „The Happening“ geschieht, ist eine verhängnisvolle Katastrophe, in der Menschen rund um die großen Städte an der Ostküste der Vereinigten Staaten auf rätselhafte Weise sterben, und alles sieht danach aus, als sei die Natur die Ursache. Schon bald erweist sich, dass Pflanzen bei dem Versuch, drohende Gefahren abzuwehren, ein geheimnisvolles Nervengift freisetzen, das jeden, der damit in Berührung kommt, zum Suizid verleitet.

Niemand würde wohl widersprechen (zumindest kein Mensch), dass das Verschwinden der Menschen das Verschwinden einer Welt bedeutet. Zwar wäre es immer noch eine „Welt ohne uns“, aber nicht mehr die gleiche Welt. Wir sollten uns jetzt vorstellen, wie die „Tiere“ die sterbenden Menschen beobachten und uns lediglich als Pluralität begreifen („die Menschen“). Wenn das Verschwinden eines einzigen Menschen das Verschwinden einer ganzen Welt bedeutet (denken wir beispielsweise an die allerletzten Sprecher seltener menschlicher Sprachen) – warum wird das Leiden eines Tieres dann nicht auch als Leiden oder Verschwinden einer Singularität begriffen, nicht nur als Tod eines Tieres, sondern als Verschwinden einer Welt? Vielleicht ist es an der Zeit, die gängige Behauptung umzukehren: „Tiere“ sind möglicherweise nicht so sehr abhängig von uns (weil sie nach unserem Verschwinden als Gattung sicherlich weiterhin existieren würden), sondern es wäre zu fragen, wie sehr wir von ihnen abhängig sind, von eben ihrer Singularität. Warum denken Sie nicht einfach darüber nach, wenn Ihnen das nächste Mal eine Biene begegnet?

Deutsch von Jutta Nickel

Ende Fremd-Text
.
Biene auf Pflanze von Mensch
fotografiert
.
Und das alles, weil das Mensch aufgrund einer natürlichen Fehleinschätzung seinen Platz in der erdmondlichen BioSphäre nicht einzunehmen wagt.
Klar ist *mir auch, dass das jüdisch-christlich-muslimische Mythos, von der göttlichen Einsetzung des Menschen in eine für ihn hergerichtete Welt, nur eine von vielen fehlerhaften Beschreibungen unseres Platzes und unserer Stellung im Hier und Jetzt ist.

Was also wären oder sind die Folgen des Begreiffens der auch menschlichen Geborgenheit und Nützlichkeit und Sicherheit innerhalb der erdmondlichen BiosSphäre? Denn, nochmal, wir Menschen sind keinerlei Fremdkörper hier, oder irgendeine über unsere Mit-LebeWesen herausragende Besonderheit.

Fühlen auch Sie das leicht angstvolle kribbeln beim andenken und dem Versuch einer Antwort-Findung auf die obere Frage?
Weil, das Angst und das Beharrlichkeit und das triebhafte Ab- und AusGrenzen kennt viele Spielarten der Ablehnung von Vernunft und Verantwortung und Veränderungen. Oder?

Dass wir längst auf dem Weg zur Anerkennung sind, zeigt oberer Fremd-Text, zeigen meine Beiträge und zeigen hunderte und tausende Beiträge anderer Menschen, die teils lange vor *mir davon berichtet haben und von denen auch *ich abgeschrieben habe, weil auch *ich diese Einschätzungen für wesentlich näher an das Wirklichkeit spüre, als all das Mythen- und Legenden-Gesäusel von einer Besonderheit des Menschen, die über die normale Besonderheit aller anderen Millionen und Milliarden Mit-LebeWesen hinaus reicht. Vermuten Sie vielleicht auch, wie *ich, dass diese Selbst-AusGrenzung des Menschen aus der erdmondlichen Gemeinschaft, auch Beschwerden und Krankheiten und viele FehlEinschätzungen bewirkt?

Servus, und vergessen Sie das Frage nicht: Was bewirkt das Begreiffen der menschlichen Geborgenheit und Eingebundenheit in die erdmondliche BiosSphäre?