Blog-AnDacht

Vorwegg: Hier denkt und schreibt ein Dilettant. In den Texten dieses Blogs möchte *ich jede altsprachliche Abschätzigkeit, Vorverurteilung oder Ungenauigkeit vermeiden, das meint, dass ich jeden WissensPartikel der *mir habhaft wird und der Fehler oder heimliche Beleidigungen oder unstimmige Vorwürfe weiter transportiert, aus *meinem Schreiben entferne und dafür andere Worte oder Neubildungen verwende. Es fehlt *mir inzwischen jede Lust alten Unsinn oder Frechheiten der Vergangenheit einfach nur aus Gewohnheit oder dumpfer Bequemlichkeit zu wiederholen und damit MitMenschen oder auch unsere Mit-LebeWesen zu beleidigen, zu diskriminieren, falsch zu benennen und in falscher Weise auf- oder abzuwerten.

Hier ist DAS Mensch ein-Es. Das Geschlecht ist freie Selbst-Wahl, ohne Sprach-Bewertung, auch dessen Lust-AusRichtung (Mit-LebeWesen, Lust-Lose und Kinder ausgenommen!). Hier münden Tod und Leben in die je persönliche Spanne ein-EsLebens, sind jedoch im DaSein nur zusammen präsent, als erLeben[digkeit].
Für *mich gilt:
AllEs = alle Materie ohne DNS (Dinge) und All-Es = alle Materie mit DNS, also jedes Selbst (= ein-Es).
Posts mit dem Label Kapitalismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kapitalismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 7. Juli 2015

Das Wesen von das Radikalität des Guten

Oder von den seltsamen Gefühlen während des Selbst-Erkenntnis-Anstiegs.

Titel: Das DaZwischen-Handels-System des Mensch-daSein in seinen Varianten

Aus das Süddeutsche Zeitung (SZ), vom 03. Juli 2015, Wirtschaft.  
Ein Gespräch mit Eckart Voland, auf SZ-Seite mit Ann-Kathrin Eckardt.

Überschrift:  "Die Gier ist älter als der Kapitalismus"
Untertitel: Welche Wirtschaftsform entspricht am ehesten der Natur der Menschen? Hat die Evolution den Kapitalismus befördert? Um eine Antwort zu finden, hat sich Professor Eckart Voland ziemlich lange mit Topmanagern und Affen beschäftigt.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/evolution-und-wirtschaftsysteme-die-gier-ist-aelter-als-der-kapitalismus-1.2547695

Als Professor für Biophilosophie hat Eckart Voland an der Uni Gießen 20 Jahre lang Verhaltensprofile von gefangen gehaltenen Halbaffen untersucht oder die Evolution des Gewissens analysiert. Viele Interviews hat er gegeben, doch bei dieser Anfrage hat er gezögert. Nicht, weil er seit drei Monaten in Rente ist, sondern weil er über den Kapitalismus und die Natur des Menschen reden soll. Mit diesem Thema hat er sich schon mal Ärger eingehandelt. Nach einem Vortrag musste er sich wüst beschimpfen lassen. "Ihr Kapitalismus ist so natürlich wie Polyester" war eine der harmloseren Tiraden {Das kommt vielleicht davon, wenn Menschen nicht ahnen, dass Polyester auch Natur sind. Polyester sind Polymere mit Esterfunktionen "–[–CO–O–]–" in ihrer Hauptkette. Zwar kommen Polyester auch ohne menschliche Synthetisierung (natürlich?) vor, doch heute meint Polyester allgemein eher eine große Familie synthetischer Polymere, sogenannte Kunststoffe. Wobei die "Kunst" nur darin besteht, die einzelnen natürlichen Elemente technisch / mechanisch (menschlich?) zusammen zu fügen. Das Natur kennt diese Aus- oder EinGrenzung von "Natürlich" und "Künstlich" sicherlich nicht, ausser, wir verstehen den Begriff "künstlich" als völlig gleichbedeutend (Synonym) mit "menschlich", also menschengemacht, somit als ein Tun innerhalb des Natur / Natürlichen. So wie auch *ich diesen Begriff fülle: künstlich ist gleichbedeutend mit menschlich. Herr Voland hätte so einen Ärger also locker kontern können.}. Aber dann hat er doch zugesagt. Gut gelaunt empfängt er in seinem leergeräumten Büro.

Und nun Auszüge aus dem SZ-Gespräch

SZ: Herr Voland, reden wir über Geld. Haben Sie in der Finanzkrise Geld verloren?

Eckart Voland: Sie werden ja gleich sehr direkt. Die Frage ist, in welcher. Wegen der Lehman-Pleite 2008 habe ich nichts verloren, aber vermutlich durch das Platzen der Internetblase im Jahr 2000.

[...]

SZ: Waren Sie zu gierig?

Eckart Voland: Ich war vor allem dumm und verführbar. Weil ich die Mechanismen nicht durchschaut habe und mir nicht die Mühe gemacht habe, mich damit zu befassen.

SZ: Ist Gier eine natürliche Anlage in uns?

Eckart Voland: Ja, sie ist von Mensch zu Mensch allerdings unterschiedlich ausgeprägt und die Folgen sind verschieden. Wenn einer im Supermarkt ein Riesentheater macht, um ein Schnäppchen zu ergattern, dann ist er gierig, aber er schadet damit niemandem. Wenn ein Fondsmanager gierig ist, kann das enorme Konsequenzen haben. Psychologisch gesehen ist da kein Unterschied. Beide Male geht es darum, den persönlichen Nutzen zu maximieren. Das ist eine Grundeigenschaft des Menschen.

SZ: Fördert der Kapitalismus durch seinen Konkurrenzgedanken die Gier in uns?

Eckart Voland: Das würde ich so nicht sagen. Die Gier ist älter als der Kapitalismus. Man muss auch vorsichtig sein, dass man Gier nicht mit Ehrgeiz verwechselt. Wenn es bei Top-Managern zum Beispiel um Millionenabfindungen geht, wird immer schnell behauptet, die Manager seien gierig, wenn sie noch mehr fordern. Ab einer bestimmten Höhe haben sie aber von der einen Million mehr oder weniger nichts. Es geht dann um die Differenzbildung zu anderen Top-Managern. Ich habe 20 Millionen bekommen, du nur 19 Millionen. Da ist weniger Gier im Spiel als vielmehr der Ehrgeiz, eine vermeintlich höhere Wertschätzung zu erfahren als der andere.

SZ: Welchem Menschenbild stimmen Sie eher zu, dem von Thomas Hobbes, der sagt, der Mensch sei dem Menschen ein Wolf, oder dem von Aristoteles, der den Menschen als soziales Wesen sieht?

Eckart Voland: Beide haben in gewisser Weise recht. Konkurrenz kann unerbittlich sein, auch in kleineren Verbänden, in denen sich alle kennen. Denken Sie zum Beispiel an Erbstreitigkeiten, in denen sich Familienmitglieder gegenseitig ruinieren. Aber zugleich, und das ist das eigentlich Faszinierende, sind Menschen in einem Ausmass zur Kooperation fähig, zu Solidarität und Barmherzigkeit, die im Tierreich so nicht vorgefunden wird. {Da weiss Herr Voland wohl einfach zu wenig von unseren Mit-LebeWesen, um das passend beurteilen zu können? Bereits *ich, der ja nun wahrlich wenig weiss, kennt ein paar Spezies, die einen so hohen Grad an Solidarität erLeben, dass *mir als Mensch schon fast schwindelig, zumindest neidisch wird. Das beste Beispiel sind wohl Ameisen und Termiten. Eigentlich alle in grossen Gemeinschaften erLebenden Mit-Tiere, also auch Erdhörnchen, Bienen oder Paviane. Warum Herr Voland diese einfachen und selbst *mir bekannten Beispiele für ein enormes Mass an gelungenem MitEinander, Solidarität und Zusammenarbeit (die "Barmherzigkeit" ist wohl eher ein allzu frommer Wunsch oder ein Ausrutscher, weil, wo ist das? Und was wissen wir Menschen, ob nicht unsere Mit-LebeWesen mehr davon fühlen?) ausser acht lässt und statt dessen uns Menschen so herausnimmt, ist *mir unklar. Aber es passt zur normalen und wohl natürlichen Selbst-Überheblichkeit einer Spezies. Bei aller hier gezeigten Menschen-Kenntnis des Herrn Voland - und deswegen habe *ich das Gespräch ja auch eingestellt - ist ihm das wohl entgangen. Denn eins ist *mir und einigen anderen Menschen klar, das Mensch ist im VerGleich mit den erdmondlichen Mit-LebeWesen, nur um fast kaum merkliche Nuancen anders. Egal, um welchen Punkt und welches Können es geht. Die Leses mögen das gerne bestreiten und kommentieren, *ich werde mit bestem mehrfach geprüftem Wissen darauf reagieren.
Das ist jetzt ein laaaanger DaZwischen-Ruf geworden! Aber diese Anmassungen und Über-, Heraushebungen des Menschen aus der erdmondlichen erLebens-Gemeinschaft und BiosSphäre ist keine Stärke, ist kein Merkmal von Klugheit; und es garantiert keinen dauerhaften Erfolg. Kurzfristig mögen wir damit erfolgreich daSein, womit auch immer?}

SZ: Welches Wirtschaftssystem entspricht am ehesten der Natur des Menschen?

Eckart Voland: Jedes Wirtschaftssystem muss, wenn es stabil sein will, andocken an die Natur des Menschen. Die spannende Frage ist die: Welche Prädispositionen, die unsere menschliche Natur ausmachen, werden vom Kapitalismus aufgegriffen? Oder anders gefragt: Worauf gründet der Kapitalismus seinen momentanen Erfolg?

SZ: Und?

Eckart Voland: Der Kapitalismus bedient den Nutzen- und den Marktgedanken. Die Fähigkeit, Märkte zu schaffen und zu nutzen, ist in uns angelegt. Sogar im Tierreich gibt es Märkte zum Beispiel bei Primaten. Der eine pflegt dem anderen das Fell und wird dafür anderweitig entlohnt, etwa mit Unterstützung in Rangauseinandersetzungen, mit sexuellen Diensten oder mit Futter. Dabei handeln die Affen, und auch die Menschen vor der Erfindung des Geldes, zunächst altruistisch, denn sie gehen in Vorleistung und somit das Risiko ein, keine Gegenleistung zu erhalten.

SZ: Aber man könnte doch auch mit unserem Trieb zur Kooperation argumentieren. Dann wären vielleicht Sozialismus oder Kommunismus die geeigneteren Wirtschaftsmodelle.

Eckart Voland: In kleinen Gemeinschaften, in denen jeder jeden kennt und jedem vertraut, sind kommunistische Systeme in der Tat möglich, weil hier Eigennutz und Gemeinwohl nahezu identisch sind. Die Amish people sind so ein Beispiel. Es bedarf allerdings einer Kontrollinstanz. Bei den Amish ist das die Religion. In grösseren Verbänden funktioniert das so nicht. Denn sowohl Sozialismus als auch Kommunismus ignorieren etwas, das in den Sozialwissenschaften inzwischen als Grundbedingung unserer Existenz gesehen wird: das Sozialdilemma.

SZ: Was bedeutet das?

Eckart Voland: Dass in einem Konflikt zwischen Eigennutz und Wohlfahrt des Ganzen mit grösserer Wahrscheinlichkeit der Eigennutz gewinnt. Es mag zwar sein, dass die beste aller Lösungen darin besteht, dass alle sich kooperativ verhalten, aber derjenige, der schwarzfährt, hat einen Vorteil gegenüber allen. Er kann Bahn fahren, leistet aber selbst keinen Beitrag. {Dieses Beispiel ist schlicht geschrieben Unfug. Denn zumindest in EU sind alle öffentlichen Verkehrsmittel zu fast oder sogar gänzlich auch öffentlich finanziert. W-Es "schwarz" fährt wird also doppelt zur Kasse gebeten. Diese Einschätzung mag persönlich verfärbt sein, denn *ich halte den freien und kostenlosen öffentlichen Nah- und Fern-Verkehr für eine grundlegende gesellschaftliche Pflicht. Kein Mensch darf in seinen Bewegungen behindert werden. Nicht durch das Verlangen Geld (Armut ist auch ein aufgezwungenes Bewegungs-Hindernis) und nicht durch grössere Entfernungen. Danke Herr Voland für die Gelegenheit, das mal auszuschreiben.} Diese Situation kann man in Öffentliche-Güter-Spielen experimentell nachempfinden. Hat man tausendfach getan. Es kommt immer dasselbe raus: Kooperation ist aus sich heraus nicht stabil. Das ist das, was in sozialistischen Systemen nicht beachtet wurde. Oder nicht gewusst. Oder nicht gewusst werden wollte. Man hatte eine falsche Vorstellung von der Natur des Menschen. {Das Natur des Menschen. ? Gibt's da irgendeine *mir unbekannte Einigung, gar eine Festlegung, einen Punktekatalog oder sonst eine Begrenzung auf eine besondere menschliche "Natur"? Wobei das Wort Natur in diesem Fall nur so etwas wie eine Spezies-Besonderheit beinhaltet, also im VerGleich zum wirklichen Inhalt von Natur so gut wie nichts. 
Zum Sozialismus und Kommunismus und Diktaturismus und Nationalismus, Faschismus, Monarchismus, Kapital undsoweiterismus, also allen Spielformen menschen-möglicher Gesellschafts-Verwaltung und des DaZwischen-Handels-Systems: Die Konkurrenz - dieser Verwaltungs- und Handels- und Produktions- und Forschungs- und Verschönerungs- und Diskriminierungs-Systeme des aktuell Menschen-Möglichen - favorisiert bisher eindeutig den Korruptionismus oder auch Macht-Bereicherungsismus, der auch von der Folgsamkeit (siehe dazu auch den Text von Victor Klemperer unter dem ersten Bild) und der tätigen Verhinderung von Transparenz und freier Wissens-Vermittlung auch genannt "Demokratie" eifrig gestützt wird. Nicht? Das Mensch-daSein sitzt fest in der Falle seines völlig natürlichen Egozentrismus [Hierarchie = Macht], also der höchst aktiven Verhinderung des aber ebenso natürlich menschen-möglichen Solidarität. Dazu mehr in diesem Gespräch}

SZ: Können Kultur und Umwelt die Natur des Menschen nicht verändern?

Eckart Voland: Meiner Ansicht nach nicht. Homo sapiens bleibt Homo sapiens. Adam und Eva sind unverändert.

SZ: Aber es gibt doch etliche Beispiele für die Veränderung des Menschen. Bei den alten Griechen etwa galt Homosexualität als natürlich, heute ist das Gegenteil der Fall. Früher kümmerten sich ausschließlich Frauen um die Aufzucht der Kinder, heute auch die Männer . . .

Eckart Voland: Das sind alles Ansichten oder Werte. Und die ändern sich natürlich. Aber das kratzt nicht an der Natur des Menschen, sondern nur an seiner Interpretation der Natur. Und, noch etwas ganz Wichtiges: Unsere Handlungsoptionen haben sich verändert.

SZ: Zum Beispiel?

Eckart Voland: Nehmen wir die Aggression. Es gibt viele, die behaupten, der Mensch sei früher reizbarer gewesen und hätte schneller zur Waffe gegriffen als wir heute in der zivilisierten Welt. Das heißt aber nicht, dass wir nicht mehr das Gewaltpotenzial in uns tragen. Wenn die Umstände es begünstigen, kommt all das wieder raus, zum Beispiel bei einem Amoklauf, oder einem erweiterten Suizid oder einem Nachbarschaftskrieg. Nur: Wir haben in der Regel nichts davon, gewalttätig zu sein, weil wir unsere Lebensziele inzwischen friedfertig besser verfolgen können.

SZ: Der Rohstoff des Kapitalismus ist das Geld. Zuvor konnten die Menschen nur so viel besitzen, wie in ihr Zelt oder ihre Höhle passte . . .

Eckart Voland: Stimmt nicht ganz, man konnte schon vor der Erfindung des Geldes vor etwa 3500 Jahren Reichtum akkumulieren beispielsweise durch große Viehherden.

SZ: Trotzdem hat das Geld unser Leben verändert, oder?

Eckart Voland: Und wie! Durch die Neolithische Revolution vor etwa 10 000 Jahren, mit der der Mensch sesshaft wurde, sind die Menschen von der aneignenden zur produzierenden Lebensweise übergegangen. Sie konnten jetzt für sich selbst, aber eben auch für andere produzieren. Der Tauschhandel hat die Arbeitsteilung gefördert. Der Mensch musste nicht mehr Getreide anbauen, Vieh halten und Kleidung nähen. Er konnte sich auf eine Sache konzentrieren. Das Problem vor der Erfindung des Geldes war nur: Es brauchte Vertrauen, und ein gemeinsames Maß für den Wert der Waren und Leistungen. In der erweiterten Familiengruppe war das gegeben, aber beim Handel mit den Nachbarn vielleicht schon nicht mehr. Zwischen fremden Individuen war deshalb ein neues Maß der Verlässlichkeit notwendig. Das Geld hat bewirkt, dass die Menschen für größere Märkte, nicht mehr nur für das eigene Dorf produzieren konnten.

SZ: Menschliche Arbeit hat sich also weiterentwickelt, tierische Arbeit nicht?

Eckart Voland: Könnte man so sagen. Tiere verrichten von Generation zu Generation dieselben Arbeiten, während der Mensch dazu übergegangen ist, sich extrem zu spezialisieren. Das ist effektiver. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist: Der Mensch verändert mit seiner Arbeit die Natur, Tiere nicht. {Für *mich sind dieses Aussagen einerseits Bestätigung, aber in der Wortwahl und dem was Herr Voland von unseren Mit-LebeWesen behauptet auch entweder kurios oder sogar ärgerlich. Kurios ist immer und immer wieder die - wenn auch vielleicht nur sprachliche Leugnung oder auch unwissentliche - Ausgrenzung des Menschen aus seiner Herkunft und direkten Verwandtschaft (diesem alten jüdchristmuslimischen / mehrheits-menschlichen Glaubens-Irrtum, der festgestampft und trotzig [Selbst-¿]zerstörerisch bis Heute gilt!). Ärgerlich ist, dass Herr Voland erneut eine falsche Behauptung aufstellt, denn, so wie das Tier: Mensch, verändern alle Tiere mit ihrem daSein und ihrer "Arbeit" das Natur. Alle, wenn auch meist nur im kleinen umKreis und kurzer RaumZeit. Darauf kommt Frau Eckardt auch gleich zu sprechen. Ich möchte, als nur ein weiteres Beispiel, die Arbeit von Cyanobakterien, Phytoplankton und von allen LandPflanzen würdigen, die durch ihre "Arbeit" für den Sauerstoff-Inhalt der irdischen GasHülle sorgen und somit auch unser ÜberLeben erst möglich machen. Auch das weist Herr Voland in seiner folgenden Antwort zurück. Diese menschliche Engstirnigkeit mag natürlich und Norm sein, sie ist ärgerlich.}

SZ: Der Biber kann auch Fluss- in Sumpflandschaften verwandeln.

Eckart Voland: Aber nicht im selben Ausmaß wie wir.

SZ: Waren die Menschen früher nicht naturverbundener?

Eckart Voland: Nein, der edle Wilde, der den Hirsch um Verzeihung bittet, bevor er ihn tötet und im Einklang mit der Natur lebt, ist nur eine romantische Vorstellung. Inzwischen ist bewiesen: Auch naturnahe Völker haben null Mentalität für Naturschutz. Ihnen fehlen einfach nur die Mittel, die Natur auszubeuten. Gibt man ihnen Kettensägen in die Hand, nutzen sie sie genauso wie wir.

SZ: Sie haben auch ein Buch über Angeber geschrieben. Sind Sie selbst einer?

Eckart Voland: Klar bin ich ein Angeber. Wir alle sind Angeber. Unser Leben ist nicht denkbar, ohne dass wir unsere Qualitäten annoncieren.

[...]

Ende SZ-Gespräch mit Eckart Voland

Auch wenn *ich zwischendurch Herrn Voland kritisiert habe, bin *ich dankbar für seine Forschung und dessen Ergebnisse. Die Mehrung von Selbst-Erkenntnis ist ein ziemlich zwiespältiger Vorgang! Die Klärung lässt wenig übrig von dem engels- oder gar gottesgleichen Geschöpf in schönsten Farben und wohligen Selbst-Zuschreibungen, die wir uns in das Vergangenheit und auch noch Heute erdichten und ersingen, und die doch nur Rechtfertigung oder Sichtschutz für unsere Unwissenheit und unser Handeln oder Misshandeln in diesem Planeten-System sind.
Das Gute - also eine Selbst-Erkenntnis aus das Freude - ist, dass das Mensch in und an und für sein Tun und Lassen weder Schuldig noch Verantwortlich ist. Befreit uns das von Selbst-Einsicht, von tätigen umsichtigen und respektvollen Veränderungen oder vom Ergreiffen von Verantwortung?

Dazu noch ein erhellendes Fundstück unter dem Bild.
.
Für Sie. Weil das hier sonst so schwer verdaulich ist.
Weiter unten gibt es davon noch eine Nahaufnahme
.
Hier ein erstaunliches und erheiterndes Beispiel für das "Natur des Menschen", vor allem wohl unserer unsichtbaren wechselseitigen Verbindungen und Zusammenhänge, dem auch kein Intellektuell-Es so einfach "entkommen" kann.


Von Victor Klemperer, aus LTI, 10. Auflage, Reclam Leipzig, Seite 45/46:

«14. November (1933).
Warum mache ich K. S. und den anderen Vorwürfe?
Als gestern der Triumph der Regierung verkündet wurde: 93% der Stimmen für Hitler, 40 Millionen Ja, 2 Millionen Nein; 39 Millionen für den Reichstag (die famose Einheitsliste), 3 Millionen "ungültig", da war ich genauso überwältigt wie die anderen auch. Ich konnte mir immer wieder sagen, erstens sei das Resultat erzwungen, und zweitens bei dem Fehlen jeder Kontrolle sicherlich auch frisiert, genauso wie doch ein Gemisch aus Fälschung und Erpressung hinter der Nachricht aus London stecken muss, man bewundere dort besonders, dass sogar in den Konzentrationslagern überwiegend mit Ja gestimmt wurde -, und doch war und bleibe ich der Wirkung des Hitlertriumphes ausgeliefert.

Ich muss an die Überfahrt denken, die wir vor fünfundzwanzig Jahren von Bornholm nach Kopenhagen machten. In der Nacht hatten Sturm und Seekrankheit gewütet; nun sass man im Küstenschutz bei ruhiger See in der schönen Morgensonne an Deck und freute sich dem Frühstück entgegen.

Da stand am Ende der langen Bank ein kleines Mädchen auf, lief an die Reling und übergab sich. Eine Sekunde später erhob sich die neben ihm sitzende Mutter und tat ebenso. Gleich darauf folgte der Herr neben der Dame. Und dann ein  Junge, und dann ... die Bewegung lief gleichmässig und rasch weiter, die Bank entlang. Niemand schloss sich aus.

An unserem Ende war man noch weit vom Schuss: Es wurde interessiert zugesehen, es wurde gelacht, es wurden spöttische Gesichter gemacht. Und dann kam das Speien näher, und dann verstummte das Lachen, und dann lief man auch auf unserem Flügel an die Reling.

Ich sah aufmerksam zu und aufmerksam in mich hinein. Ich sagte mir, es gebe doch so etwas wie ein objektives Beobachten, und darauf sei ich geschult, und es gebe einen festen Willen, und ich freute mich auf das Frühstück - und indem war die Reihe an mir, und da zwang es mich genauso an die Reling wie all die anderen.»

Titel: *ich komme nicht umhin Ihnen zu verfolgen, wie Sie *mich folgen?

Ich folge Ihnen, Sie folgen *mir.
Mir ist es nicht besser oder schlechter, als den Menschen um *ich herum. Diesem Zustand kann ein einzeln-Es nicht entgehen. Diese Zustände des Mensch-daSein sind jeweils breiter gefächert, aber verbergen dadurch wohl doch nur die Enge, die diese aktuellen menschlichen Zustände im VerGleich mit dem natürlich menschen-möglichen sind. Stark eingegrenzte Eng-stlichkeit. Das Norm-Zustand des Mensch-daSein.

Eng-stliche gegenseitige Beschränktheit. Allein die sprachliche "Farbpalette" des Menschen zeigt das täglich: eine Beschränktheit in Schwarz und Weiss. Und diese Engstirnigkeit wird in allen Medien besonders den Menschen voran gestellt, die auch nur einen Hauch normaler Sonnenbräune des Haut sind.

Und als nächste eng-stliche Begrenztheit wird ebenso "normal" und alltäglich und unablässig wiederholt, wo ein Mensch irgendwann mal durchgeschleust wurde, oder wo dessen Eltern oder auch Urirgendwas mal vor kurzem durch-gelaufen sind: "mit sounso Wurzeln", "mit woauchimmer Hintergrund", "der/die deutschnichtDeutsche/r" und noch einige Andeutungen von: "ist eigentlich Fremd!" mehr. Ein beständiges "Konzert" der Selbst-Befremdung und Selbst-AusGrenzung, in voller Üblichkeit; und ohne eine von *mir erspürbare Notwendigkeit (*ich erkenne keine Notwendigkeit nur ständig darauf hingewiesen zu werden, in wessen Örtlichkeit ein Mensch oder dessen Vor"Fahren" irgendwann mal angehalten haben. Wichtig ist *mir, wie ein-Es ist, was ein anderes Mensch so "drinn" hat und ist; und dieses "drinn" ist fast vollständig Orts- und RaumZeit-unabhängig! Aber das ist, mit das von uns bis Jetzt er- / gelebten Verkleinerung {Reduktion} voneinander, eben nicht drinn.) Und das alles innerhalb des längst bekannten Wissens, dass das Mensch beständig wandert und nie länger als nötig irgendwo anhält. Anhalten ist für das Mensch-daSein ein Zwangs-Zustand, eine bestenfalls kurze Notwendigkeit der Rast, wenn diese auch in menschlichen RaumZeit-Erfassungen ein paar hundert Jahre und etwas mehr sein können. Aber wo ist diese Notwendigkeit aktuell?

Ist das Mensch wichtig oder woher ein-Es kam / kommt, oder wo ein-Es hin möchte? Ist das Mensch wichtig oder dessen bloss Äusseres? Mir ist zutiefst unangenehm wie wir einander vollkommen üblich, aber ohne jede Not ausgrenzen, aburteilen, auf blosse Oberflächlichkeiten reduzieren, die nichts, also sehr wenig, zu / von uns aussagen, ausser das ein-Es daist. In dieser unnötigen Vereinfachung und Einfachheit liegt fast alle alltägliche Gewalt zwischen uns. Doch diese Erkenntnisse hindern fast Alle von uns nicht daran, diese gegenEinander Beschränktheit mit starrer Beharrlichkeit zu verteidigen.
Das Mensch ist dem Mensch-daSein fast gänzlich unwichtig.

Statt mit Grosszügigkeit, Weite, mit Zuneigung und allem verfügbaren Wissen und ebenso möglicher Phantasie und umfangreicher Versorgung - was alles längst menschen-möglich ist und in kleinen Bereichen längst und schon lange er- und geLebt wird -, gehen wir wie miteinander um?

Kleinl-ich Halt!
.
Tier auf / an Pflanze
.
Titel: Ein paar erstaunliche Nachrichten aus dem Pflanzen-erLeben

Aus das Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, vom 05. Juli 2015.
Ein F.A.S.-Gespräch; die Fragen an Stefano Mancuso stellte Florentine Fritzen. Sein Buch „Die Intelligenz der Pflanzen“ ist im Verlag Antje Kunstmann erschienen.

Überschrift: Den Pflanzen gehört die Zukunft
Untertitel: Niemand ist so modern wie sie. Denn sie sind anders aufgebaut als Mensch und Tier, nicht hierarchisch, sondern wie ein Netz. Ein Professor aus Florenz sagt, warum das auch uns Menschen nützt. Und wie ein Plantoid aussieht.

F.A.S.: Signore Mancuso, Sie sagen: Pflanzen sind nicht dümmer als Tiere, vielleicht noch nicht einmal dümmer als Menschen. Beschreiben Sie mal die Intelligenz der Pflanzen.

Stefano Mancuso: Intelligenz wird oft als menschliche Eigenschaft angesehen, die höchstens noch ein paar Tierarten haben. Meine Definition von Intelligenz lautet dagegen: Sie ist die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Ein Lebewesen, das diese Fähigkeit hat, ist also ein intelligentes Wesen. So wird die Intelligenz zu einem Merkmal des Lebens. Bei Pflanzen wird uns das oft nicht bewusst, weil sie die passivsten Lebewesen zu sein scheinen: Sie bewegen sich nicht {und ob! Aber nicht so schnell von einem Ort wegg, jedoch schliessen Pflanzen zum Beispiel je nach Sonnenstand die Blüten und folgen während der Öffnung-sPhase dem Stand der Sonne am Himmel.}, sie machen {scheinbar} nichts. Dabei verhalten sie sich durchaus, aber in anderen Zeitspannen als Tiere. Schnelligkeit aber ist kein Zeichen für Komplexität und Intelligenz. Sonst müsste ein Kolibri, der 15000 Mal in der Minute mit seinen Flügeln schlägt, komplexer und intelligenter sein als wir.

F.A.S.: Können Sie ein Beispiel geben, was zeigt, wie gut Pflanzen im Problemlösen sind?

Stefano Mancuso: Fangen wir mit dem vorrangigen Problem an, dass die Pflanzen gelöst haben: zu überleben und sich auf dem Planeten auszubreiten, obwohl sie sich nicht bewegen {Diese Reduktion von "Bewegung" einzig auf ganz-körperliche Orts-Veränderungen fällt *mir auch in vielen anderen Texten auf, eigentlich in fast Allen. Dem Verständnis und dem Begreiffen von Wirklichkeit ist damit nicht gedient. Wahrscheinlich möchte Signore Mancuso mit dieser Ungenauigkeit nur dem "normalen" Leses entgegenkommen, was wiederum eine Form von Arroganz wäre und des mangelnden Willens uns ernst zu nehmen? Denn eins ist klar, jedes LebeWesen ist auch ohne gänzliche Ortveränderung beständig in Bewegung und wenn es nur ein Wimpernzucken, das pumpen des Herzens, oder das wachsen einer Wurzel zur Feuchte hin ist.} können und obwohl Tiere Teile von ihnen fressen. Die Pflanzen haben das geschafft, indem sie ihren Körper auf andere Weise konstruiert haben als die Tiere. Pflanzen haben kein einziges einzelnes Organ: keine Lunge, keine Leber, kein Gehirn. Weil das Schwachpunkte wären. Es würde dann reichen, dass ein Insekt ein Loch in eines dieser Organe frisst. Also verteilt die Pflanze alle Funktionen auf den ganzen Körper. Das ist meiner Ansicht nach ein Beispiel für die ganz aussergewöhnliche Fähigkeit, ein so grosses Problem zu lösen wie eben die Aufgabe, fest an einem Platz bleiben und gleichzeitig sehr widerstandsfähig sein zu müssen. Wir können aber auch an etwas banalere Probleme denken. Zum Beispiel: Nahrung zu finden. Da haben die Pflanzen einen Sinn, der dem vieler Tiere weit überlegen ist. Wenn um Sie herum einige Tonnen Aminoniumnitrat oder Kalium wären, hätten Sie davon keine Ahnung. Denn Sie können diese chemischen Elemente nicht wahrnehmen. Die Pflanzen aber haben ein unglaubliches Gespür, diese Nährstoffe zu erkennen. 

F.A.S.: Warum unterschätzen wir die Pflanzen? 

Stefano Mancuso: Ich glaube, weil sie so anders sind als wir. In Tieren erkennen wir alles, was uns ähnlich ist. Sie haben ein Gesicht, sie bewegen sich wie Wir, wir können ihre Gefühle spüren. Die Pflanzen haben sich dagegen auf einem völlig anderen Gleis entwickelt. 

F.A.S.: Haben sie denn auch so etwas wie Gefühle oder sogar eine Seele?

Stefano Mancuso: Eine Seele - das wüsste ich nicht so recht. Auch weil ich nicht weiss, ob wir Menschen überhaupt eine haben.

F.A.S.: Aber Sie sagen ja, dass Pflanzen ein Sozialleben pflegen und miteinander kommunizieren. 

Stefano Mancuso: Sie erkennen ihre Verwandten. Sie verhalten sich jeweils anders, wenn Verwandte in der Nähe sind oder eben nicht. Wenn zwei benachbarte Pflanzen verwandt sind, konkurrieren sie nicht um den Platz, sondern sie arbeiten zusammen. Pflanzen sorgen auch für ihre Kinder {Kinder? Entweder ein dummer (Verzeihung?) Übersetzungsfehler oder wieder so eine Überheblichkeit? Wozu gibt es den stimmigeren Begriff: "Nachwuchs"? Oder auch "Abkömmlinge"?
Den Leses sei versichert, dass *ich ansonsten Signore Mancuso fast vollkommen zustimme und seinen Ergebnissen dankbar bin, sonst hätte *ich sie nicht hier eingestellt, denn zur blossen Ablehnung oder zur Befriedigung von dümmlicher Ironie verschwende *ich hier weder Platz noch RaumZeit.}. Wenn eine kleine Pflanze in einem Wald wächst, ist sie am Anfang nicht selbständig, denn der Wald ist ein dunkler Ort. Bis die Pflanze gross genug ist, um ans Licht zu kommen, reichen die grösseren Verwandten ihr alle Nährstoffe weiter. 

F.A.S.: Sie vergleichen die Intelligenz der Pflanzen mit dem Internet, überhaupt mit Netzen. Sind die Pflanzen besser auf die Zukunft vorbereitet als wir?

Stefano Mancuso: Auf jeden Fall. Das ist ein Punkt, den wir heute viel diskutieren. Die Pflanzen sind ein Modell der Modernität. Bei allem, was der Mensch aufgebaut hat, liess er sich von sich selbst inspirieren. Unsere Gesellschaften sind hierarchisch, unsere Autos und Geräte haben eine hierarchische Bauweise. Aber alle diese Konstruktionen tragen eine Schwäche in sich: Zerstört man die Schaltzentrale, zerstört das auch den ganzen Rest. Pflanzen dagegen sind hier unglaublich modern, denn sie sind demokratisch. Statt hierarchisch aufgebaut zu sein, bilden sie Netze, deren Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen werden. So können Teile weggenommen werden, ohne dass die Funktion des Ganzen zerstört würde. 

F.A.S.: Was bringt es, das alles zu wissen? Können wir das irgendwie nutzen?

Stefano Mancuso: Ja. Das ist eine Goldgrube neuer Informationen, die uns eine neue Art erkennen lässt, Probleme zu lösen: eben indem wir den Pflanzen Lösungen abschauen. Alle unsere Netze zur Datenübermittlung, das Internet oder das Mobilfunknetz zeigen ja, wie verwoben unsere heutige Welt ist. Für alle diese Netze könnten große Vorteile daraus entstehen, dass wir die Netze der Pflanzen studieren. 
Die Pflanzen sind in 500 Millionen Jahren entstanden, hauptsächlich in Form von Netzen. Also können sie uns viel darüber lehren. Pflanzen sind auch aussergewöhnlich gut darin, bei dem, was sie tun, kaum Energie zu verbrauchen. Das ist eine Sache, die uns ebenfalls sehr interessiert. Pflanzen machen sogar Bewegungen, die gar keine Energie verbrauchen, wir können Versuchen, das nachzumachen. 

F.A.S.: Wo kann man das anwenden, in welcher Technologie? 

Stefano Mancuso: Ich gebe Ihnen ein Beispiel, wo es schon angewendet worden ist: In einigen Hochhäusern haben die Fenster und die Rollläden die Fähigkeit sich automatisch zu schliessen und zu öffnen. 

F.A.S.: Sie machen das wie die Pflanzen mit ihren Poren. 

Stefano Mancuso: Und ohne {von aussen zugeleitete (z.B. Strom)} Energie zu verbrauchen. Es gibt auch noch komplexere Sachen. Wir haben kürzlich ein europäisches Projekt beendet, das sich mit dem Bau eines Roboters beschäftigt hat, der von der Pflanzenwelt inspiriert ist. Der Mensch hat ja bisher immer Androide gebaut.

F.A.S.: Geschaffen nach seinem eigenen Bild.

Stefano Mancuso: Genau. Wir haben jetzt einen Roboter konstruiert, den wir Plantoid nennen und der, sehr gut ist in einer Sache, die auch Pflanzen gut können, nämlich Böden auf Mineralien oder giftige Stoffe zu untersuchen. Er nutzt dabei dieselben Techniken wie die Pflanzen. 

F.A.S.: Androide sehen Menschen ein bisschen ähnlich. Sieht der Plantoid auch wie eine Pflanze aus? 

Stefano Mancuso: Ja, er ist aufgebaut wie eine Pflanze. Er hat Wurzeln, die im Erdboden bleiben, er ist modular und nutzt nur Sonnenenergie. 

F.A.S.: Sie reden wahrscheinlich öfter mit Politikern oder anderen Leuten, die etwas zu entscheiden haben. Sind die dann sehr interessiert und verstehen, dass es Ihnen um etwas Seriöses geht, oder denken die eher: Ach, was für hübsche Ideen, aber ein bisschen Spinnerei ist es ja schon?

Stefano Mancuso: Normalerweise verstehen sie, dass es da grosse Möglichkeiten gibt. Aber es ist eine andere Sache, das dann auch praktisch anwenden zu wollen. Aber die Politiker sehen schon: Da ist eine ganze Welt, eben die Pflanzenwelt, die nur darauf wartet, für technologische Zwecke erforscht und genutzt zu werden. 

F.A.S.: Sie schreiben auch ein wenig über den Schutz und die Würde der Pflanzen. Ist Ihnen das Wichtig? 

Stefano Mancuso: Sehr. Wir werden schon bald dahin kommen, dass wir die Rechte der Pflanzen festschreiben, sei es auf Initiative einzelner Staaten oder der Europäischen Union. Es geht nicht darum, zu sagen, dass wir Pflanzen nicht mehr nutzen dürfen. Dann könnten wir sie ja auch nicht mehr essen, und das wäre natürlich Unfug. Wir können aber nicht mit den Pflanzen machen, was wir wollen. Das ist der Punkt. Pflanzenrechte wären zum Beispiel Rechte, die verhindern, dass Wälder abgeholzt werden; Rechte, die den Pflanzen Lebensräume garantieren. Pflanzenrechte sind fundamental, weil Pflanzen komplexe Lebewesen mit Empfindungen sind. Aber vor allem müssen wir ihnen Rechte geben, um uns selbst zu verteidigen. Denn wir sind es ja, die das Risiko laufen, uns auszurotten. Die Pflanzen nicht, die werden auf jeden Fall überleben. 

F.A.S.: Können Pflanzen Schmerz empfinden? 

Stefano Mancuso: Das wissen wir noch nicht. Evolutionär betrachtet, würde ich sagen, dass sie es nicht können, weil das nicht viel Sinn ergäbe. Schmerz ist für Tiere ein Warnsignal: Du machst gerade etwas, was nicht in Ordnung ist, verlagere dich an einen anderen Ort! Aber die Pflanzen können sich nicht verlagern. Sie sind sich zwar eindeutig bewusst, ob etwas ih-rem Leben nutzt oder schadet. Aber Schmerz im Sinne wie Tiere, das glaube ich nicht.

F.A.S.: Weil ihre Art zu denken mehr wie das Denken der Evolution ist?

Stefano Mancuso: Genau. 

F.A.S.: Also können sie auch nicht wissen, was das ist: ein Mensch? 

Stefano Mancuso: Da muss man aufpassen, denn die Pflanzen sind sich vollkommen der Umwelt bewusst, die sie umgibt. Sie wissen, ob sie in der Nähe anderer Pflanzen sind oder von Tieren - und was diese Organismen machen.

Ende F.A.S.-Gespräch 
.
HimmelsErscheinung vor Gewitter
über Berlin-Kreuzberg
.
Titel: Was ist das "Schlüssel" für das radikale Freude?

Oder, wie entgeht das Selbst der totalen Unfehlbarkeit des Leid und der völligen Umfassung der Selbst-Bestimmung?

Ich wiederhole: "... denn die Pflanzen sind sich vollkommen der Umwelt bewusst, die sie umgibt. Sie wissen, ob sie in der Nähe anderer Pflanzen sind oder von Tieren - und was diese Organismen machen."

Da haben die Pflanzen den Tieren - darIn auch das Mensch-daSein - wohl einiges voraus. Denn, dass das Mensch dem "vollkommen" bewusst ist, worin -Es daIst und worin -Es wirkt, wie -Es wirkt und was -Es bewirkt, ist wohl eher ein Gerücht. Das würde auch kein halbwegs waches Mensch bestreiten. Das Frage darauf bleibt, ob das genauso für das Mensch-daSein vorgesehen ist? Oder ob wir erst in einer Entwicklung darauf hin sind, ES zu wissen, und damit erst bewusst da{zu}Sein.
Das ist, was *ich vermute.

Wir sind, wie alle unsere Mit-LebeWesen eine fast vollständig naturgesteuerte Spezies, fast ohne Wissen vom DaSein, von dem Geschehen in das umgebenden Umwelt und auch vom / im Selbst. Es reicht für alle erdmondlichen LebeWesen zu spüren, wo Nahrung ist und wann es RaumZeit zur FortSexung ist und wo die dafür eventuell benötigten PartnEs / -Es und Plätze zu finden sind. Das ist eine nüchterne Tatsachen-Beschreibung, aber ist es deswegen falsch, weil nüchtern?

Deshalb vermute auch *ich, dass wir Erdmondlichen (darin das Mensch-daSein) in einer Phase der wechselseitigen Erhellung sind. Noch wissen wir weder, warum wir tun, was wir tun, noch wie nah / eng und auch wir Menschen in das erdmondliche Geschehen eingebunden sind? Wir tun einfach, mehr oder besser weniger ohne Rücksicht auf eigene und umgebende Verluste.

Gerade las *ich z.B., dass der menschenweite Kohleverbrauch weiter ansteigt und mehr als tausend Kohle-Kraftwerke in Planung sind oder einige davon bereits im Bau. Die Leses wissen, was das Verheizen von Kohle für das Gas (Luft) bedeutet, das wir als Grundlage für unser erLeben fast sekündlich einatmen, und ebenso, was das Verbrennen von uralten Pflanzenresten für das Wetter / Klima bedeutet.

Das Mensch könnte dieses gegenseitige MissHandeln verhindern oder sogar aufgeben, wenn wir die Technologien und die Infrastruktur, die ohne das Verbrennen uralter Pflanzenreste (Erdöl / Erdgas / Kohle) auskommen, frei und ohne Hemmungen (z.B. auch Geld dafür zu verlangen) Allen Menschen zur Verfügung stellen. Also menschenweit Solar- und Wind- und Wellen-Kraftwerke bauen würden und die Infrastruktur zur Verteilung der Energie dazu aufbauen würden; als Zugabe auch die Geräte zur Nutzung. Das würde einige momentane Probleme lösen. Es würden erstens sehr viele Menschen in Arbeit kommen oder bleiben und es würde zweitens unser aller AtemGas schonen und es würde drittens den Temperatur-Anstieg bremsen.

Was jedoch tun wir fürEinander?
Für jeden halbwegs wachen MitMenschen ist unser gegenseitiges einander beständig begrenzendes und kleinhaltendes Tun - immer im Bewusst-Sein unseres aktuellen Wissens und unserer aktuellen Möglichkeiten - ein Entsetzen.

Anstatt also auch im Gefühl und daraufhin auch im Bewusst-Sein, das Tatsache an zu erkennen, dass wir EINE Spezies sind, die gemeinsam in einem endlichen - also nicht vergrösserbaren - Planeten-System erLeben, und das in annähernd derSelben (gleichen) RaumZeit, mit Milliarden oder sogar Billionen Mit-LebeWesen zusammen - und mit diesen auch eng verbunden sind, bis hin zur wechselseitigen Abhängigkeit und Symbiose -, statt also zu wissen, statt bloss zu glauben, statt Angst und steter Befremdung, also Geborgenheit zu empfinden ...

Statt anzukommen im Hier und Jetzt, beharren wir - allerdings, ohne dass die allermeist-Es dessen auch nur bewusst sind. Das sei zu unserer EntSchuldung schon erwähnt - auf Identitäten und Gefühlen, die teils hunderttausende Jahre alt sind, ergehen einander weiter in teils kleinsten Gruppen-Identitäten mit allen so entsetzlichen Folgen für unser menschliches KleinKlima und gegen die Mit-LebeWesen und das GrossKlima des Planeten. Wir erLeiden und lassen erLeiden also beständig aus- und einSchluss, fatale ab- und beGrenzungen, erLeiden beständige Intransparenz, gegenseitige Diskriminierung wegen Nichtigkeiten u.s.w.u.s.f.

Zu beobachten ist das auch aktuell und ganz nah, in das EU. Das EU war eine Idee und Vorhaben aus den Kriegen, Verheerungen, Vertreibungen und den sonstiigen gewalttätigen Ein- und AusGrenzungen der Vergangenheit, durch Nationalismus, Faschismus und andere Gruppenein- und abGrenzungen (Religionen, Sprachen, Farben, ...), also allgemein der Verhinderung von menschlicher Vielfalt und Freiheit, die passenden Lehren zu ziehen, und eine Gesellschaft in Solidarität und Vielfalt zu schaffen. Die Aktualität ist das Wieder-Aufrichten von Grenzen - auch im Inneren des EU - und überall das Erstarken von Nationalismen und gegenseitiger Vorwürfe. Hoffentlich geht die Idee von Solidarität und Freiheit gestärkt aus der aktuellen Krise hervor!

Statt die gemeinsamen menschlichen Erfahrungen und Techniken (ist *mir doch bewusst, dass wir immer noch behaupten, dass jede menschliche Erkenntnis und Technik nur einzeln-Es oder wenigen Gruppen "gehören". Ja, so ist das bis Heute, mit allem Starkult und Geniegetue noch geregelt. Was sind die Folgen dieser Überhebung und falschen Individualisierung?) unbedingt mitEinander zu teilen, richten wir unsere BiosSphäre mehr und mehr zuGrunde. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel, das ist auch klar. Aber diese winzigen Ausnahmen können an der gesamten Entwicklung nichts ändern. Und die Leses wissen, was "nichts" ist, meist entsetzlich wenig.

Und das also "nur", weil wir nicht können oder wissen, wie wir Gemeinsam das Gegebene, das Aktuelle, das Erreichte mitEinander geniessen, anstatt weiter zwar evolutionär hochtechnisiert, aber in / mit Gefühlen und Empfinden noch in einer fremd-bestimmten klein-gruppen-Vergangenheit da[zu]Sein.
Fast voll im / mit-Leid.

Weiss *ich eine Alternative zu unserem aktuellen Vorgehen, unserem aktuellen SoSein? Ich erahne eine oder zwei, mehr noch nicht.
Servus

Sonntag, 12. April 2015

Ist Alles eine Frage des BetriebsSystems?

Titel: Selbst-Reflexion mit schöner Überraschung

Seit ein paar Jahren gilt für *mich: *ich kommentiere, also bin *ich, und wenn *ich kommentiere, dann sehr oft als Menschheit. Also quasi als Ganzheit. Das ist anstössig, um es mal vornehm zu bewerten.

Oder *ich kommentiere / bewerte als einzel-Es alle ander-Es, also das Menschheit, ohne *mich. Das ist schon nicht mehr anstössig, das ist im wahrsten Sinne ausser-gewöhnlich (nicht normal) und wird wahrscheinlich entweder als überheblich oder als bescheuert empfunden.

Auf was deutet so ein Verhalten wohl hin?

Ein fb-Freund antworte: "Auf Interesse an vielem und vielen ??"

So, wie *ich im Moment gelaunt bin, erwartete *ich eher eine Antwort in Richtung: Ganz klar, entweder weil Du depressiv bist, oder missgelaunt oder ein Pessimist bist; und dann so eine schöne Fremd-Einschätzung oder zumindest Ahnung (??).
.
Morgenstund ...
.
Titel: Was [ver]steckt in das Heilig[keit] drinn?

Eine Reaktion auf eine Folge von arte-Philosophie mit dem Thema: Ist das Heilige überholt?
Hier ein Link: http://www.arte.tv/de/ist-das-heilige-ueberholt-regis-debray-ist-zu-gast-bei-raphael-enthoven-in-philosophie/2235124,CmC=7911878.html

In der Folge kommt etwas zu kurz, dass das "Heilige" aus dem alten Verb 'heilen' entstammt, was bis heute in den Verbindungen "etwas heil (ganz) machen" und im Wunsch eines Kranken zu "heilen", also gesund (ganz?) zu werden, erhalten geblieben ist.

Heil machen oder heil werden, ist also jeweils die Handlung / der Wunsch etwas / ein-Es zu reparieren, in einen Ursprungszustand zu bringen. Aber nicht der Wunsch oder die Handlungs-Kette, das zu heilende über das Ganz-sein hinaus zu verändern.

Heilen = Ganz machen, Heilig = Gänzlich.
Alles Heilige erscheint den anscheinend un-heilen (kaputten / kranken?) Menschen als Ganz, als Gesund, als zu erstrebender / erwünschter Gesamtzustand.

Für *mich gilt somit, solange wir oder auch viele von uns Menschen noch "Heilige" brauchen oder "Heiliges" verehren oder [irgend]ein "Heil" suchen, uns oder viele in uns, das daSein und soSein als fehlerhaft / krank empfinden. Wobei *mir klar ist, das keine "Heilige/r" und nichts "Heiliges" jemals besser oder besonders anders war, als das / die, die Diese dazu überhoben.

Die provokante Bemerkung lautet dann wohl: Solange das Mensch noch Heilige/s braucht / sucht, ist es gefühlt krank / kaputt, zumindest auf vielfache Art verstört und orientierungslos. Das hätte *ich in der Folge als eine Aussage gewünscht, und weniger "Heiligen-Verehrung" von Herrn Enthoven zu Herrn Debray. ;-)

Titel: Das Leiden an unserem BetriebsSystem
.
.
[...]
.
.
Aus Süddeutsche Zeitung am Wochenende, vom 11. April 2015

Zitat: "Statt aber zu fragen, ...".
Betrifft das nur die "jungen Leute"?
Oder ist das Mangeln an Fragen, präziser, an weit- und tiefreichenden und auch zur Veränderung auffordernden Fragen ein eher allgemeines Manko?
Vielleicht? Kann sein, *ich rate hier nur herum.

Aber eins ist *mir klar, unser aktuelles vielgestaltiges BetriebsSystem, von uns hauptsächlich "Kapitalismus" genannt, rennt und springt und läuft so dahin und wir kommen kaum hinterher, hinter unserem vielfarbigen BetriebsSystem, das wir so nebenbei entwickelt haben, ganz nach unserem Gusto und unserer Befindlichkeit und den aktuellen regionalen Notwendigkeiten.

Was ist das Kapitalismus?

Eine Frage, die genauso wenig gekärt ist, wie das Frage: Was ist das Staat?

Beides Systeme voller Überraschungen, meist für Menschen eher leidvoll, nur für sehr wenige jeweils auch freudvoll. Das Mensch wurschtelt so dahin und pfriemelt hier ein wenig und dort ein bisschen mehr daran und darin herum, weil?

Vielleicht - *ich rate mal wieder -, weil das Mensch nicht[s] anders kann, als nur das zu tun und zu gestalten, aus was es und wie es Selbst ist?

Das fordert geradezu das Frage: Wie ist das Mensch?

Wie ist das Mensch innerl-ich aufgebaut, wie funktioniert das Mensch innerl-ich, wie kommuniziert das Mensch innerl-ich, und wie äusserl-ich, wie sind die Gruppen von Menschen aufgebaut und wie funktionieren diese menschlichen Gruppen im mitEinander?

Fast alles Wissen davon ist vorhanden.
Es wird nur nicht zusammen geführt und genutzt, und die Leses wissen dass auch dieses "nichts" sehr sehr wenig beinhaltet. Ist unser Betriebs-System in all dessen Varianten ein Spiegel derer, die es in Betrieb hält, versorgt, verbindet, versichert, gegeneinander kämpfen lässt und auch mehr und mehr gefährdet?

Mittwoch, 1. April 2015

Das Kapitalismus in ErklärungsNöten

Titel: An Findigkeit ist kein Mangel, an was dann?

In einem SZ-Artikel fragt ein Journalist, wie wohl die menschliche Zukunft gestaltet ist, wenn jeweils nur ein paar Menschen die neuesten Techniken z.B. zur Verbesserung der Hirntätigkeit (eingepflanzte Chips und / oder "Drogen"), oder auch zur körperlichen Veränderung mit Maschinen (Cyborg) nutzen können, weil Sie das Wissen, den Zugang und das Kapital dazu besitzen, während die Masse so bleiben muss, wie SIE ist?

Das Ergebnis des Artikels ist, dass wohl das Menschheit in Splittern zerfällt. Das würde die Hierarchisierung einerseits fortsetzen, andererseits bedeuten, dass genau an dessen "Trennlinien", innert dieser Strukturierung das Menschheit auch zerfällt. 

Tja!

Was ist das "Problem"?

Die menschliche Findigkeit und unser Wissenshunger und auch das Lust, das soSein, also den jetzt-Zustand des Menschen zu verändern (weil, ob eine Änderung, eine Verbesserung ist, erkennen wir bis Jetzt immer erst danach), oder unsere aktuell krassen Unterschiede in fast allen Ausstattungs-Bereichen, egal ob es um mitSprache, Wissen Anerkennung und MitEntscheidung und Kapital - in allen Formen - geht?

So, wie *ich das empfinde, ist unser menschliches "Problem" (*ich setze das in Anführungszeichen, weil das Mensch diese Handlungen und das aktuelle soSein - nicht unseren körperlichen Aufbau, noch das Handeln das darauf beruht - weder gewünscht noch also zu verantworten hat), die enormen Unterschiede in unserer Ausstattung (s.o.); und eine fast ebenso krasse Intransparenz zwischen uns und allen Bereichen in denen Entscheidungen teils weit über die daran Beteilligten hinaus getroffen werden (Regierungen, Behörden, Unternehmen und auch Universitäten und deren Labore).

Hätten wir Alle erstens das Wissen, um die von uns erforschten und entwickelten Möglichkeiten zur persönlichen oder sogar zur Veränderung der Spezies UND hätten wir Alle die Ausstattung zur freien Wahl, was ein-Es aus der Auswahl nutzt, dann wäre unsere Findigkeit kein Problem, sondern, was es im Besten Fall ist, eine Chance zur Erweiterung der Freiheit.

Leider, für uns Alle, lässt unser aktuelles soSein, für das wir - wie oben angedeutet - keinerlei Schuld tragen, weder die allgemeine Transparenz noch gar eine einigermassen gleich=wertige Ausstattung von uns Allen zu.

Somit ist uns bisher sowohl der Weg zum Frieden und einer wirklichen Selbst-Entscheidung, als damit auch zur Freiheit nicht möglich.
Das ist sehr Schade, weil alle Menschen das Potential dazu sind.
.
So hübsch!
Aber keine Ahnung, was das ist?
.

Poesie

Titel: Das Kapitalismus kann nicht "sterben"

Meine langjährige Beschäftigung mit das Kapitalismus folgt der persönlichen Erkenntnis, dass *ich nur etwas verantwortungsvoll und einigermassen gezielt ändern kann, das *ich weitestgehend begreiffe. Alles andere ist natürlich[es] Zufall oder blosse Notwendigkeit, also mehr oder weniger Zwang. Ob das auch auf das Evolution zutrifft, ist noch zu klären.

Dies ist eine weitere Bchäftigung mit einem Artikel von Wolfgang Streeck, deren ersten Fund - aus der F.A.Z. -, *ich am 26. März 2015, in den Luetzenich-Blog, eingestellt habe.

Vorab, erst eine Einschätzung zum Inhalt des Wortes "Kapitalismus", von *mir, die jedoch - wenigstens habe *ich davon keine Kenntnis - kein-Es so teilt. Für *mich ist das Kapitalismus ein vollkommen natürliches "menschliches" Konstrukt oder auch System.

Warum?; weil das Kapitalismus nicht so sehr Menschlich ist, als es eine natürliche Notwendigkeit ist, und das mit all seinen Ableitungen (Demokratie (einem nur wenigst versteckten neo-Feudalismus: wenigste Herr[inzwischen auch knapp 30% Frau]schen ÜBER die Mehrheit (Alle?) hinwegg), und den -ismen: Sozial-, Liberal-, Kommun-) und Verirrungen (gewähltes Diktaturismus, Anarchismus, Kommunitarismus, Mafianismus).

Da würde wohl erst einmal k[aum]ein-Es widersprechen, denn es wurde uns ja nicht von irgendwoher gebracht oder gar aufgenötigt, sondern wir haben diese Form des Handelns und Produzieren und Kommunizierens Selbst - aus uns heraus (also natürlich) -entwickelt.

Es ist langsam entstanden, aus einem Notwendigkeit heraus, aus uns Menschen heraus, gefordert auch durch die äusseren Umstände und Veränderungen, und zwischen uns hinein gesetzt, oder schreibe *ich besser: hinein getrieben?

Das Kapitalismus ist in keines seiner Ausprägungen (s.o.) ein Fremdkörper. Das Kapitalismus ist fast (äussere Umstände) ganz und gar Menschlich. So wie das Mensch ganz und gar Natürlich ist. So kann *ich mit Fug und Recht schreiben, das Kapitalismus ist ein natürliches menschliches DaZwischen-Handels-System.

Zu dieser Vorrede bin *ich gedrängt, weil auch im unten folgenden SZ-Artikel das Kapitalismus so behandelt wird, als sei es etwas uns Fremdes, etwas uns Menschen fremdes, das, wie schon im ersten Absatz unten anklingt, unabhängig von uns "sterben" könnte. Ja sogar sterben muss.

Für *mich hier ist das ein schauerliches Gedanke, weil das Kapitalismus, mit ein wenig Abstand - soweit das als mittendrinn daSeiender und mitHandelnder möglich ist? - betrachtet, einen ziemlich guten und umfangreichen Einblick in das Mensch-daSein gewährt. Was sind wir und wie sind wir Menschen "drauf" und wie stehen wir zuEinander, was halten wir vonEinander und was ist unsere Beziehung zur auch nicht-menschlichen AussenWelt?

Vielleicht sollte *ich zur Bestätigung und Verstärkung wiederholen, das Kapitalismus ist aus uns heraus entstanden, es ist ein menschliches (natürliches) System, in und mit dem wir auf Veränderungen in uns, mit uns und um uns herum reagiert haben und es auch im Moment tun. Das Kapitalismus ist eine Notwendigkeit. Punkt. So bewerte *ich das.

Es ist KEINE Vernunft-Entscheidung, es ist keine geplante Erfindung. Alle Kapitalismus-Kritiker (und Sie bedenken bitte, das Kritik hymnisches Lob genauso beinhaltet, wie derbste Ablehnung und DaZwischen auch nüchterne Analyse) und sogenannten Kapitalismus-Vordenker, von Adam Smith über Karl Polanyi, bis zu Wolfgang Streeck beurteilen unser DaZwischen-Handels-System im Nachhinein und aus jeweils persönlichen Haltungen heraus.

Das exponentielle Wachstum der Anzahl von Menschen um diesen kleinen Planeten herum, unsere mitwachsenden Bedürfnisse und unsere ebenso mit-gewachsene Bewusst-Heit (Aufklärung), von uns und dem, in das wir eingebettet sind, haben dieses System geformt und entwickelt.

Glaubt den ein-Es von Ihnen, dass es eine Alternative gab, mehrere Milliarden von Menschen zu versorgen und in Arbeit zu bringen und bei Laune zu halten und weltweit mitEinander zu verbinden?

Das aktuelle neo-Feudalismus, euphorisch Demokratie genannt, [Il]Liberalismus, Sozialismus[s?], Kommun..., Diktatur..., National..., Anarch..., Mafianismus, was fällt Ihnen noch ein, was gescheitert ist, oder noch scheitert? Ach ja, die Religionen und Monarchien.

Das hier ist keinerlei Verteidigung oder Schönfärberei des Kapitalismus, es ist eine persönliche Einschätzung. Wie weit oder besser: nahe, dieses das Wirklichkeit kommt, entscheiden auch die Leses mit.

Ja, das aktuelle Stand des Kapital..., unseres DaZwischen-Handels-, Produktions- und Kommunikations-Systems, das auch einen ziemlich tiefen Einblick in uns Selbst gibt, braucht Veränderung. Ist ja auch schon bisher in steter Veränderung, und ist ja auch nicht überall dasSelbe (wie ja auch alle Menschen jeweils verschieden sind [das war jetzt platt, oder?]) Ausformung.

Aber es scheint so zu sein, dass die zunehmende Technisierung (und unsere Abhängigkeit davon. Diese wiederum hat unmittelbar mit dem Folgenden zu tun:) und weiter zunehmende Anzahl an Menschen und engere Verbindung von uns Menschen und das stetig anwachsende Wissen von uns und fast bis an alle Grenzen des DaSein, sowohl ins Kleinste, wie auch das Grösste, dass all das schnellere und deutlichere Veränderungen fordert, als wir sie bis Jetzt liefern können.

Mit all dem obigen ist für *mich auch klar, dass unser DaZwischen-Handels-System keinen Gegner oder Gegenmodell hat, keine wirkliche Alternative. So wie auch das Menschheit keinen wirklichen Gegner kennt und hat (!!!), als lediglich Mensch-interne verschiedene Standpunkte und Haltungen, teils sehr weit auseinander gefächert allerdings.

Damit ist auch für *mich sicher, dass Viren, Löwen, Haie, Bakterien, Gifte und Katastrophen und andere auch tödliche Gefahren nicht Gegensätze des Menschen sind oder Alternativen, sondern "lediglich" natürliche Gefahren. Notwendig als Reizpunkte und Entwicklungs-Beschleuniger, auch wenn das wegen der Schmerzen und der Tödlichkeit erst mal schwer erträglich ist und scheint.

Langes "Vorab"-Ende
.
Schaut nach baldigem Regen aus
.

Aus der Süddeutschen Zeitung, vom 19. März 2015, geschrieben von Andreas Zielke

Überschrift: Institutionell dumm

Untertitel: Die Frage ist nicht, ob der Kapitalismus stirbt, sondern wie. Gründe wären die Ausbeutung des Staates, der Krieg gegen das Klima, vor allem der Verlust des sozialen Fundaments. Die Elite isoliert sich. Der Rest darbt.

Mitten im wirtschaftlich boomenden Deutschland wirkt die Frage wie ein provokanter Scherz: „Wie wird der Kapitalismus enden?“

Das Ende unseres Wirtschaftssystems ist ausgemacht, es geht nur noch um das Wie. Ach so! Doch Wolfgang Streeck, der diese Frage in den Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik stellt, ist nicht nach Komik zumute.

Der Soziologe und emeritierte Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln zählt zu der Handvoll deutscher Experten der politischen Ökonomie, die auch international hohes Ansehen genießen. Wer Streecks jüngere Schriften kennt, vor allem das Buch „Gekaufte Zeit: Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus“, ist mit seiner kapitalismuskritischen Diagnose vertraut. Um sie ernst zu nehmen, muss man sich keiner doktrinären Weltsicht verschreiben. Selbst ein bekennender Marktliberaler wie der Publizist Rainer Hank rühmt ihn als „vernünftigen Linken“: „Der Mann, der heute so tief pessimistisch ist, ist kein Savonarola, der zum Kreuzzug gegen den Kapitalismus aufriefe“.

Zwischentitel:  Das System triumphierte über den Sozialismus. Nun geht es an sich selbst zugrunde

{Über den menschlich geMachten "Sozialismus" oder den "Kommunismus", einer natürlichen Diktatur, im lediglich roten Mantel, zu triumphieren, ist sehr leicht, denke *ich}

Ein Kreuzzug, und das ist Streecks aktuelle Pointe, hätte ohnehin keinen Sinn, denn in diesen Zeiten gibt es nur eine einzige Macht, die dem Kapitalismus wirklich gefährlich werden kann – das ist der Kapitalismus selbst. 

Während Streeck es in dem Buch von 2013 noch dabei belässt, den ungleichen Kampf zwischen Markt und Demokratie zu beschreiben, spitzt er jetzt seinen Befund radikal zu: So erfolgreich der Kapitalismus über alle seine bisherigen Widersacher triumphiert, über Sozialismus, Arbeiterbewegung, national-staatliche Demokratie, aber auch die Natur {Wenn, wie *ich oben vermutete, das Kapitalismus das durchschnittliche Verhaltens-Muster des Menschen ist, mit allen Abweichungen und normalen Verschiedenheiten}, so unaufhaltsam gerät er – der selbst keine Grenzen und kein Mass kennt – außer Kontrolle und macht vor seiner eigenen Substanz nicht halt. Wie Pyrrhus ruiniert er sich durch seine Siege selbst.

In der Tat ist es hilfreich, mit der Frage nach dem „Wie“ zu beginnen, bevor man klärt, ob es mit dem Kapitalismus wirklich zu Ende geht. Ein abruptes Verschwinden, gar eine leninistische Zäsur, eine Revolution, überhaupt ein neues wirtschaftliches Regime, das den Kapitalismus in einem Kraftakt ablöst – all das sind überholte Vorstellungen von einem Ende, die heute niemandem mehr einleuchten.

Viel plausibler ist, sagt Streeck, von einer Abwärtsspirale auszugehen, die der Kapitalismus selbst in Gang setzt und die ihm nach und nach seine Vitalität raubt. Auch wenn der Deformationsprozess sich noch lange Zeit hinzieht, hat er mit dem dynamischen Kapitalismus, wie er insbesondere in den Nachkriegsjahrzehnten im Westen zur Hochblüte gelangt ist, immer weniger gemein.

Was also könnte einen solchen Niedergang bewirken? In der sich seit den Siebzigerjahren steigernden Abfolge von Krisen, die bisher im noch längst nicht bewältigten Finanzcrash von 2008 gipfelte, kristallisieren sich nach Streeck fünf chronisch gewordene Funktionsstörungen heraus.

Jede für sich genommen ist folgenschwer genug, erst recht ihr Zusammenspiel: der dauerhafte Einbruch des Wachstums; die explodierende Ungleichheit; die Verarmung des Staates und die Ausbeutung der öffentlichen Güter; der Verfall der ökonomischen Moral; die globale wirtschaftliche Anarchie.

Die sechste, die ökologische Funktionsstörung streift Streeck nur am Rande. Erstaunlicherweise, denn wenn etwas den selbstzerstörerischen Charakter des Kapitalismus offenbart, dann gewiss auch der Unwille, die verhängnisvolle Klimaerwärmung aufzuhalten, die er durch seine karbonintensiven Produktions- und Konsummethoden befeuert.

Obwohl sich das Zeitfenster für eine wirksame Korrektur bereits zu schliessen beginnt, steigt der Treibstoffausstoss an und mit ihm die Katastrophen-wahrscheinlichkeit; für einige Regionen ist sie bekanntlich bereits zur Gewissheit geworden.

Die institutionelle Dummheit des „CO2-Kapitalismus“ ist phänomenal. Naomi Klein wendet es martialischer und spricht von dem „Krieg“, den der Kapitalismus „gegen das Klima führt“. Doch wenn schon, dann müsste es heissen, dass, er einen Abnutzungskrieg gegen seine physischen Bedingungen führt, also gegen sich selbst. {Und diese "physischen Bedingungen" sind die Menschen.}

Mögen viele noch eine Weile hiervor die Augen verschließen, so kann das bei den anderen Funktionsstörungen nur noch schwerlich gelingen. Ein schwindendes Wachstum zeichnet sich ab, seitdem die blendenden Zuwachsraten der Fünfziger- und Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts auf absehbare Zeit vorbei sind.

Trotz des Zwischenhochs, das die Neunzigerjahre noch erleben durften, geht es seither mit den Raten sukzessive bergab. Wenn es aber das Bewegungsgesetz des Kapitalismus ist, dass das eingesetzte Kapital, das ja stets als Kredit {also ein Glaubens-Akt.} zu verstehen ist, aus dem Kreislaufprozess im Schnitt mit Zuwachs zurückkehrt, bedeutet eine dauerhafte Stagnation eine gefährliche Bedrohung.

Zwischentitel: Trotz der Billionen an billigem Geld der Zentralbanken schwindet das Wachstum

Doch sie scheint, wie es exemplarisch die Untersuchung des Ökonomen Robert Gordon zur größten, der amerikanischen, Volkswirtschaft zeigt, sehr real zu sein. Gordons Prognose im Jahr 2012: Die amerikanische Wachstumsrate wird sich, nachdem sie jetzt schon durchschnittlich auf unter zwei Prozent gesunken ist, langfristig nur knapp über null einpendeln, bei etwa 0,2 Prozent. Auch die technologischen Schübe, selbst die so spektakulären IT-Revolutionen, das belegt Gordon, ändern daran wenig.

Wohlgemerkt, trotz der Billionen an billigem, nahezu kostenlosem Geld, mit denen die Zentralbanken die Märkte fluten wie nie zuvor, setzt sich der Wachstumsschwund auch in der Jetztzeit durch. Ist also doch etwas dran an der verstaubten These vom tendenziellen Fall der Profitrate, die übrigens nicht von Marx stammt, sondern schon Adam Smith und David Ricardo beschäftigte? Darüber lässt sich streiten, kaum aber über das Faktum.

Natürlich bezieht sich die bleierne Stagnation auf die Gesamtwirtschaft, sie schließt darum keineswegs aus, dass in der ökonomischen Elite, nicht zuletzt am Finanzmarkt überdurchschnittlich hohe Renditen erzielt werden. Das wiederum leitet über zur zweiten Funktionsstörung, der galoppierenden Ungleichheit.

Wie aberwitzig sich aber das oberste Prozent oder sogar das oberste Promille bei Einkommen und Vermögen der restlichen Bevölkerung absetzt, tritt seit Jahrzehnten zu Tage, zuletzt haben Thomas Piketty und seine Kollegen evidentes statristisches Material zusammengetragen.

Obwohl Hochrechnungen schon wegen schwer vorauszusehender demografischer und steuerlicher Effekte mit beträchtlichen Unsicherheiten behaftet sind, wird sich im Zweifel die jetzt schon extreme Polarisierung weiter verschärfen.

Die Konzentration des Ertragszuwachses an der Spitze der Gesellschaft {Das menschliche Gesellschaft als Pyramide? Mir ist vollkommen klar, dass das eine komplett übliche Formulierung und auch innere Vorstellung vom "Aufbau" und der Struktur von Gesellschaften ist. Mit den tatsächlichen Verhältnissen und dem tatsächlichen Aufbau auch von menschlichen Gesellschaften schielt dieses Bild / Vorstellung jedoch komplett vorbei.} wirft aber nicht nur demokratische und ethische Probleme auf, sie betrifft den Kapitalismus selbst.

Allem Anschein nach löst er sich von seinem sozialen Fundament. Ein Paradox? Spätestens hier stellt sich die Frage, was eigentlich unter „Kapitalismus“ zu verstehen ist. Streecks Definition: „Der Kapitalismus ist eine moderne Gesellschaft, die ihre kollektive Reproduktion als unbeabsichtigte Nebenwirkung individuell rationaler, kompetitiver Profitmaximierung zum Zweck privater Kapitalakkumulation sicherstellt – vermittels eines ,Arbeitsprozesses`, der privates Kapital mit kommodifizierter Arbeitskraft kombiniert, um so die Mandeville‘sche Verheissung der Verwandlung privater Laster in öffentliche Güter wahr werden zu lassen.“

{Was für ein komplett idiotischer Satz. Verzeihung Herr Streek, aber erstens können im besten Fall vielleicht 0,01 Promille des Menschen diesen Satz lesen und halbwegs erkennen was damit gemeint ist (deswegen das "idiotisch", abgeleitet von der griechischen Urbedeutung) zweitens ist diese Erklärung / Schlussfolgerung falsch. }

So zynisch es klingt, dass „die kollektive Reproduktion nur eine unbeabsichtigte Nebenwirkung“ des kapitalistischen Marktes ist, so klar ist, dass genau dies seine ungeheure Leistungsfähigkeit begründet: Das ökonomische Gewinnstreben ist von sozialen Rücksichten freigestellt.

Nur so konnte der Kapitalismus zu der historisch beispiellosen Wachstums- und Wohlstands-maschine werden, die wir kennen. Aber genau deshalb ist auch die oft beschworene Behauptung, die Wirtschaft sei dazu da, den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt, nur richtig, wenn und soweit es gelingt, den Kapitalismus zu „domestizieren“ und dem Gemeinwohl unterzuordnen. Von sich aus tut er es nicht und soll es ja auch nach seiner Prämisse nicht. Seine Kontrolle kann stets nur von aussen kommen.

Seit geraumer Zeit aber sind die hoheitlichen oder auch die zivilgesellschaftlichen Domestizierungskräfte schwächer und schwächer geworden. Und in dem Masse, in dem sich der Kapitalismus aber wieder von seinen politischen, sozialen und moralischen Auflagen und Bindungen befreit, wird die Gemeinwohlunterstellung zur Fiktion.

Über die Ursachen, die zu seiner „neoliberalen“ Entfesselung geführt haben, zerbricht sich inzwischen die halbe Welt den Kopf. Auf was es aber hier ankommt, ist, dass der Kapitalismus viel weniger als üblicherweise gedacht auf die Allgemeinheit angewiesen ist. Er kann seine Profitabilität ohne Weiteres auch insular entfalten, in begünstigten sozialen Segmenten. Nichts an seinem Prinzip zwingt ihn zur Inklusion der ganzen Gesellschaft.

Im Gegenteil, die Rendite steigt, wenn sich derselbe Ertrag auf wenige Köpfe verteilt. Darum entspricht es durchaus seiner Logik, sich zum eigenen Vorteil auszugrenzen, eine Art ökonomische Sezession. Der große Rest der Bevölkerung wird nicht überflüssig, aber doch in eine – was Produktivität und Gewinnabschöpfung betrifft – zweitrangige und immer prekärere Rolle abgedrängt.

Zwischentitel: Je niedriger die Preise sind, desto niedriger fällt auch die Entlohnung aus

Obendrein machen sich die Bürger in dieser abgedrängten Mehrheitssphäre, in der sie ökonomisch vor allem die Doppelrolle als Arbeitskräfte und Konsumenten einnehmen, das Leben selbst schwer: Je niedriger die Preise sind, die sie als Konsumenten zu zahlen bereit sind, desto niedriger, desto flüchtiger kann die Entlohnung nur ausfallen, die sie als produzierende Arbeitskräfte erhalten. Damit spielen sie dem Exklusiv- oder Elitenkapitalismus in die Hände – als seien sie seine Komplizen und seine Verlierer zugleich.

Schwer vorzustellen, dass dieses Wirtschaftsmodell auf Dauer überlebens-, geschweige denn gesellschaftsfähig ist. Dabei sind die weiteren von Streeck angeführte Funktionsstörungen noch gar nicht einbezogen. Sie machen die Sache, so viel steht auch ohnedies fest, nicht besser.
Ende SZ-Artikel

🤡