Blog-AnDacht

Vorwegg: Hier denkt und schreibt ein Dilettant. In den Texten dieses Blogs möchte *ich jede altsprachliche Abschätzigkeit, Vorverurteilung oder Ungenauigkeit vermeiden, das meint, dass ich jeden WissensPartikel der *mir habhaft wird und der Fehler oder heimliche Beleidigungen oder unstimmige Vorwürfe weiter transportiert, aus *meinem Schreiben entferne und dafür andere Worte oder Neubildungen verwende. Es fehlt *mir inzwischen jede Lust alten Unsinn oder Frechheiten der Vergangenheit einfach nur aus Gewohnheit oder dumpfer Bequemlichkeit zu wiederholen und damit MitMenschen oder auch unsere Mit-LebeWesen zu beleidigen, zu diskriminieren, falsch zu benennen und in falscher Weise auf- oder abzuwerten.

Hier ist DAS Mensch ein-Es. Das Geschlecht ist freie Selbst-Wahl, ohne Sprach-Bewertung, auch dessen Lust-AusRichtung (Mit-LebeWesen, Lust-Lose und Kinder ausgenommen!). Hier münden Tod und Leben in die je persönliche Spanne ein-EsLebens, sind jedoch im DaSein nur zusammen präsent, als erLeben[digkeit].
Für *mich gilt:
AllEs = alle Materie ohne DNS (Dinge) und All-Es = alle Materie mit DNS, also jedes Selbst (= ein-Es).
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Mittwoch, 17. Juni 2015

Die oft seltsamen Folgen der Zunahme an Ein- und UmSicht

Titel: Vom Schwinden der Farbenblindheit

Raul Hilberg hat in seinen Schriften zur Vernichtung der europäischen Juden 5 "Schritte" / Phasen beschrieben, die teils über mehrere Jahrhunderte hinwegg, bis zu den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslägern geführt haben.
Diese Schritte sind: 1. Identifikation 2. Ächtung 3. Enteignung 4. Konzentration und 5. Vernichtung.
Er hat auch in Vorträgen dargelegt, dass diese Schritte kein Spezifikum nur der Vernichtung von jüdischen Menschen ist, sondern ein allgemein menschliches Verhalten Fremden/m gegenüber, die einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen stören. Bei was und durch was auch immer.

Was nicht nur *mir auffällt ist, dass in den Medien und auch ausserhalb beständig Menschen mit dunklerer Hautfärbung - und dieses "dunklerer" ist oft, vielleicht sogar meist, nicht mehr als eine mittlere Urlaubsbräune ansonsten hellbeiger europäischer Menschen - mit vorangestelltem "schwarze/r" benannt werden. Kein Medium, keine Schrift verzichtet darauf lustvoll oder auch zwanghaft darauf hinzuweisen, dass diejenige oder derjenige "schwarz" ist, und das egal, ob mit oder ohne Foto des-/ derjenigen. Die Zuschreibung "weiss" ist weit weniger häufig, aber für *mich ebenso überflüssig, wie diskriminierend.

Folgendes vermeldete das Neue Zürcher Zeitung, am 16. Juni 2015 in fb:

Überschrift: Rassendebatte in den USA: Schwarz statt weiss aus freiem Willen
Untertitel: Die Geschichte der USA ist reich an Beispielen von Mischlingen, die sich als Weisse ausgaben, um auf diese Weise ihrer Diskriminierung zu entgehen und eine ...

Ein Auszug:

Die 37-jährige Rachel Dolezal musste am Montag im Gliedstaat Washington den Vorsitz einer «schwarzen» Bürgerrechtsgruppe niederlegen, weil aufgeflogen war, dass sie sich jahrelang fälschlich als Schwarze dargestellt hatte.
Ihr Fall zeigt schlaglichtartig, wie dubios das Konzept der Rasse in den USA geworden ist. Von der Wiege bis zur Bahre müssen die Amerikaner auf Formularen ihre Rassenzugehörigkeit angeben.

Rasse?

Und das nachdem schon mehr als 100 Jahre nachgewiesen ist, dass das Mensch keine Untergruppen hat. Es gibt nur eine Spezies des Menschen, in vielen Farben und Formen. Was da in den USA und auch sonst abgeht, ist schlechtestenfalls FarbenHass, ist AndersAussehen-Diskriminierung, ist Herkunfts-Denunziation.

Schon alleine diese allgemein-menschliche Blindheit, einander in Schwarz und Weiss einzuteilen, wo zumindest *ich nie weder einen schwarzen noch einen wirklich weissen Menschen gesehen habe, sondern immer nur Abfärbungen von Braun und Beige. Aber gut, menschlich ist es, das anders-daSein (egal ob Hautfarbe, Gesichtsform, Herkunftsregion, Glaubenseinstellung, Bildungsgrad, Berufsgruppe u.s.w.) stets als Gefahr zu spüren, und schnell und völlig überdreht auch zu hassen. Alleine schon den hellbraunen Präsidenten der USA, Herrn Obama, beständig als (ersten) schwarzen ... zu bezeichnen, finde *ich von lächerlich, über absurd, bis dümmst, je nach Laune.
Und auch alle europäischen Medien machen bei dieser Identifikation / Dummheit mit.

Auf diesen obigen Kommentar, klickten immerhin 12 Menschen in fb auf "gefällt mir", was für meine Kommentare ein Höchstwert ist.

Was also sind die beständigen Zuschreibungen wie: schwarze, türkischstämmig, mit Migrationshintergrund, jüdisch,  u.s.w.? Obwohl diese beständigen Vorworte weder nötig noch hilfreich sind, einen Menschen wirklich zu beurteilen?
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Irgendwann vor Jahren stand *ich an einem
Stehtisch in einem Kreuzberger Café und schrieb
in mein Tagebuch, als von einem anderen Tisch,
mit einer kleinen Gruppe von Menschen eine
Frauenstimme rief: Schreiberling! He!,
Schreiberling!
Klar, wusste *ich, dass nur *ich angerufen
wurde, schliesslich war *ich der einzige der
schrieb, aber schüchtern, wie *ich nun mal bin,
wagte *ich nicht den Kopf zu heben. Doch die
Frau blieb hartnäckig, rief erneut nach *mir: He!,
Schreiberling! Und stand diesmal von ihrem Platz
auf und kam zu *mir an den Stehtisch. Es wurde
ein gesprächige und kurzweilige aber leider - wegen
meiner Unzugänglichkeit - einmalige Begnung mit
einer schönen Frau.
Dem Strassennamen auf dem Schild oben
fehlt also nur das l statt dem r, dann
wäre *ich auch davon angesprochen.
.
Schönheit muss nicht gross daSein.
Links ist die Spitze meines Zeigefingers
.
Titel: Der Fehler einer persönlichen Verzweiflung ist das (siehe auch ganz unten in diesem Beitrag):

Dieser Mangel an wechselseitiger Anerkennung, der allseits friedlichen Aushandlung von Konflikten und der bedingungslosen Versorgung mit allem erLebens-notwendigen, korrespondiert direkt mit der Untiefe des allermeisten Menschen zum persönlichen Selbst.

Das meiste Mensch weiss vom DaSein und vom Selbst nichts, was meist so wenig ist, dass -Es einfach nur daIst. Gerade soviel, dass -Es überlebt, mehr oder weniger unangenehm. Von wirklicher Freude und freiem Gefühl und weiter Vernunft und entspannter Phantasie keine Spur, bestenfalls ab und zu eine Ahnung davon.

Also setzen wir näherhin engste Grenzen gegeneinander und lösen wegen jedem Scheiss (Verzeihung) Streit und Drohungen auf (aktuell z.B. auch Griechenland) und führen Kriege. Das Mensch hat noch keine Ahnung von wirklicher Freiheit und einem freudvollen ach so kurzen daSein.

Nein, das Mensch triebt und kriegt so dahin und stirbt meist gekränkt und viel zu früh. Schauerlich. Aber ändern wollen wir das ja nun nicht, weil ... ? 
Trägheit? Angst? Unwissenheit? Oder weil den Allermeisten das bisschen dabeisein und durch geschleust werden reicht?
Keine Ahnung?
.
Das erLeben ist eine Insel.
Das Rest ist mehr als Meer.
Das nicht-erLeben ist so GIGANTISCH,
dass ES nie in diesem Blog Platz findet.
Und erst richtig nicht in diesen Eintrag.
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Titel: Die seltsamen Folgen der Zunahme von Wissen und Gespür?

Das Neue Zürcher Zeitung veröffentlichte am 15. Juni 2015 in fb einen Artikel mit dem Inhalt: Die Killer-Maschinen kommen. Es ging um einen 6-beinigen autarken Menschen-Tötungs-Roboter, den das us-amerikanische Militär testet.

Hier das Link:  http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/killer-roboter-die-totmacher-ld.613

Des Menschen Zwang zu töten ist wirklich unerbittlich, so unerbittlich, dass -Es {das Mensch} bald sogar darauf verzichtet, -Es selbst zu tun.
Und somit auch vermeiden will, das persönliche - sowieso meist kleine - mit-Empfinden zu ertragen.

Roboter sind völlig ohne Gefühl, und sind nur wenig Empfinden (AussenWahrnehmung), @lso wie geschaffen für diese menschliche Absicht: auszuschalten. Das ist doch das Sprech von Menschen, oder?
Den Feind, also andere Menschen zu töten: ausschalten.

Und wenn dann das Feind ebensolche tolle Maschinen beauftragt, mit dem ausknipsen? Das Mensch-daSein ist manchmal wirklich ekelhaft.

Derweil haben wir Alles, was es braucht, um JEDWEDE Konflikte friedlich und in wechselseitigem Einvernehmen zu lösen, Alles: Sprache, Wissen, Erfahrungen und unser mit-Empfinden und Gefühle.
Was davon nutzen wir?

Wenig. Das meiste menschliche Vermögen stecken wir in Feindse[e]ligkeiten, Beleidigungen, KleinTierhaltung des Masse Mensch, in blosse Notwendigkeiten und in Tötungswaffen und - Maschinen.
Wenn das nicht kolossal bescheuert ist?
:-(
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Titel: Von das ganz normale Spaltung des Menschen

Aus das Süddeutsche Zeitung, vom 15. Juni 2015, Feuilleton, von Andreas Zielcke

Überschrift: Freiheit, die ich meine
Untertitel: 800 Jahre Magna Carta: Ihr Ursprung ist vergessen, ihr Weg voller Widersprüche, ihre Botschaft bis heute unverzichtbare Losung des Rechts

Daraus ein fotografiertes Auszug:
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Das "Problem" für *mich ist, von einem Ideal, einer schönen Vision, oder auch einer aussergewöhnlichen Vorstellung, die *ich wünsche und erhoffe, das, was nun mal aktuell Menschlich ist, passend zu bewerten, eben nicht abzuwerten!

Ganz einfach aus der wahren Erkenntnis heraus, dass weder das einzelne Mensch, noch das Menschheit als Spezies irgendetwas für den Zustand des aktuellen Mensch-daSein kann. Kein Mensch ist Schuld an dem, Was ist.

Das zu akzeptieren ist noch ein kleiner Weg für *mich. Siehe oben!
Auch *ich bin allzu schnell bereit zu Beschwerden, Selbst-Schmähungen und Vorwürfen. Das ist weder richtig noch hilfreich.

Samstag, 9. Mai 2015

Frechheit! Und Un-Beweglichkeit

Titel: DAS Mensch ist Nicht dumm, einzelne sind es, dies-Es vielleicht?

Ein fb-Freund hat folgendes Sprüchlein von einem Hubert Reeves angepinnt: "Der Mensch ist die dümmste Spezies. Er verehrt einen unsichtbaren Gott und tötet eine sichtbare Natur, ohne zu wissen, dass diese Natur, die er vernichtet, dieser unsichtbare Gott ist, den er verehrt."
Dieses Mensch ist *mir bisher unbekannt und das Sprüchlein unangenehm.

Mein Kommentar dazu ist:
Zur Selbst[Mensch]-Verteidigung möchte *ich aber folgendes anmerken:
Von was geht das Urteil von Herrn Reeves aus?

Von einem ziemlich un[nicht]normalen Reifegrad des Menschen, und aus einer Position, die ziemlich entfernt von den alltäglichen Erfordernissen der aller allermeisten Menschen ist. Ich schätze mal, dass etwa 99 Prozent des Menschheit vom Reifegrad her - immer im Vergleich mit den allerbesten von uns, also Menschen wie Albert Einstein, Theodor Roosevelt, Baruch de Spinoza, Fjodor Dostojewski, Jean Jaurès, oder Oscar Wilde und wenigen ander-Es - etwa im Kindesalter sind.

Den Reifegrad ermesse *ich mit der Anzahl an Entscheidungen, die ein-Es im Sinne von Solidarität, also mit dem Bewusst-Sein nur als ein Teil einer riesigen Gemeinschaft da[zu]sein, trifft, mit der Höhe des Wissens vom daSein (erdmondliche Natur und darin das Selbst) und dem DaSein (Universum und dessen Aufbau und Regeln), und mit dem gleich=wertigen Umgang als Mensch mit anderen Menschen und unseren Mit-LebeWesen.

Mir ist klar, das ist eine riesige Spanne, wie Mensch daSein kann und wie Mensch meist daIst. Leider für uns All-Es, sind wir Menschen meist im Reifegrad von Kindern stecken geblieben und werden nie das volle Potential das Mensch erreichen kann entdecken oder gar Selbst sein, *mich eingeschlossen.
Obwohl *ich zumindest erahne, als was Mensch auch daSein kann.

Wir spielen halt noch, Räuber und Gendarm und Verstecken und ich wars nicht, die anderen sinds und so weiter und so fort, aber findig sind wir trotzdem, vielleicht machen es unsere Maschinen besser?

All das ist nie und nimmer unsere Schuld!
Wir können nichts dafür, dass es so ist, und dass wir so sind, wie wir sind, denn es gibt nun mal keine Betriebsanleitung für das Mensch-daSein und es gibt auch keine Wesen, die uns Menschen angeleitet hätten, die da sind / wären, um uns das DaSein und das daSein "aufzuschliessen", es für uns verstehbar und verantwortbar zu machen. Nein, wir sind da ganz auf uns gestellt, und dafür machen wir das richtig gut finde *ich.

Deshalb weise *ich alle Vorwürfe an uns zurück! 
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Ton in Ton
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Titel: Was ist das Mass für einen Lern-Effekt?

Gestern und Heute sind Erinnerungs- und Gedenktage an das Kriegsende und damit auch das Ende des Shoah, oder?
Eine Phrase, die dabei immer auch auftaucht, ist die Frage nach Schuld.

Es geht nicht so sehr um Schuld, als es um Verantwortung für und um ein Lernen aus diesen enormen deutschen Missetaten geht! Die meisten Menschen sprechen von "Untaten", ohne zu bemerken, dass das Präfix Un- = "Nicht" bedeutet. {und nichts ist. Diese Meisten sprechen also von NichtTaten, wie Sie von "unheimlich" sprechen, ohne zu bemerken, dass Sie durch das un- das heimlich aufheben. Was hat also das Sprechen meistens zu bedeuten? Nichts? Was hat das "ver-spechen" meistens für Folgen? Keine?} Wenn diese Vielen also von Untaten sprechen, verweigern dies-Es deren Tatsächlichkeit durch Un-Fassbarkeit. Dieses Nicht-Anerkennen wollen oder können ist jedoch normal. Da *ich die Beweise und Folgen des Krieges und des Shoah anerkenne, schreibe *ich von Missetaten.

Um was geht es dabei, kurz geschrieben: Um das Erinnern an einen "totalen Krieg" mit über 20 Millionen Getöteten alleine auf sowjetischer Seite, um einen fanatischen Vernichtungsfeldzug gegen jüdische Menschen, gegen romanische Menschen (Sinti und Roma), gegen homosexuelle Menschen und gegen jegliche von einer vollkommenen "deutschen" Engstirnigkeit auch nur um Nuancen abweichende Menschen.

Die "Schuld-Frage" ist in diesem Zusammenhang zweitrangig und blosse Ablenkung von der Arbeit in Gefühlen und im Gespür (darin auch das Denken / Bewusst-Sein), um die es auch den nicht beteilligten deutschen Menschen gehen muss.

Es geht um Verantwortung für dieses deutsche Misshandeln und es geht um die passenden Schlussfolgerungen daraus, die bewirken, dass so ein Misshandeln am Menschen und MitMenschen nicht mehr passiert, es geht um die nötigen Veränderungen im Umgang im mitEinander.

All das ist bisher, wenn überhaupt, nur halbherzig und in / mit beständigen Widerständen geschehen, so empfinde auch *ich das.

Dass in Europa heute friedlicher, entspannter und weniger fremdenfeindlich mitEinander umgegangen wird, ist weniger ein Verdienst der Anerkennung von Schuld, oder des Begreiffens der Ursachen und eines daraufhin erfolgten Umordnens und Umdenkens gesellschaftlicher Strukturen, als es eine Folge von purer Notwendigkeit nach den Zerstörungen des Krieges und den Erfordernissen in einem globalen MitEinander ist.
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Beet an der Gneisenaustr.
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Fazit: Das Gedenken und Erinnern ist absolut notwendig, aber das Wichtigste ist bis heute nicht getan. Das zeigen die Krisen und Kriege und die Feindschaften auch innerhalb Europas und das zeigen die Toten und Verwundeten an den Grenzen auch Deutschlands; und das zeigen all die krassen UnGleich-Begandlungen und Intransparenzen und und und ...

Nein, weder das Begriff "Schuld" ist passend gefüllt, noch sind die Schluss-Folgerungen aus diesem schlimmen Geschehen gezogen und das Verantwortung angenommen.

Und das gilt, solange wir das Lernen und dessen Erkenntnisse und daraus folgenden Handlungen (Veränderungen) solange verweigern, wie es von uns Veränderungen verlangt, die über blosse Betroffenheits-Bekundungen hinaus reichen.

Und was auch Gestern im Bundestag geschah, war genau das. Und was Heute in Moskau wahrscheinlich geschieht, ist sogar noch weniger!
Schade, für uns All-Es.

Donnerstag, 30. April 2015

Quaak, oder vom Frosch, das in das Pfütze sprang!

Quaaak: This is my personal Rock and Roll. Mann!, hab' *ich manchmal eine Wut im Bauch, wenn *ich wieder mal im Nachhinein bemerke, wie wenig *mir gelingt und wieviel um *ich herum schief läuft! Und das alles bemessen an dem Potential und Vermögen, das auch in uns Menschen ruht. Ruht eben. Meistens.

VorSätze:

Ja, *ich bin doch hier nicht nur der billige Hütchenspieler, oder der Clown am Wegesrand, der uns mit einem Taschenspiegelchen die netten Maskchen ausleuchtet.

Nein, *ich sitze nicht auf einem hohen Ross.
Wäre *ich je auf einem gesessen, bin *ich längst herunter gestürzt, stehe heute im Graben und kucke ganz schüchtern. 

Und, *ich habe hier und anderswo nicht nur übellaunige Selbst-Bespitzelung, tiefes Gründeln im Bauchraum und weites Ausschweifen, nichts wie wegg hier Captain Kirk - mindestens bis an den Rand des DaSein, zu bieten, nein, *ich habe auch Angebote im Köcher, was wir ändern könnten, und zwar nur Kleinigkeiten, aber ...

(siehe SchlussBemerkungen)
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Dieses frische Grün ist wirklich Früh-ling.
Kaum, dass *ich daran sattsehen kann.
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Das ist eine Aussicht in das Bergmannstr. 
Richtung Südstern, links das Markthalle
am Marheinekeplatz, also gleich bei *mir
um's Eck
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Titel: Ein Bericht von das Ausweg-losigkeit und Überforderung, in Annäherung an das geglaubte Wirklichkeit

Ist das Titel verständlich? Sind das meine Titel je? Weniger, oder?

Was erregt ein kluges Mensch im Selbst, d-Es versucht in unsere menschlichen Konflikte - Kämpfe, Aufregungen, Ängste, in all das menschengeMachte Leiden, aber auch in die bürgerliche Gemütlichkeit und triebigen Abwehr-Haltungen - mit das Wirklichkeit suchenden Fragen hinein zu spüren?
Mittellang, was erleidet ein-Es, in den Un-Tiefen aktueller menschlicher, also auch persönlicher Befindlichkeit, wenn -Es dorthin mit wissens-gesättigter Vernunft und Logik hin spürt?
Besser, was bemerkt ein-Es darIn? Antwort-losigkeit, Fassungs-losigkeit?

Was bemerke *ich darin nicht? (Und Sie wissen, wie *ich "nicht|s" bewerte)
Aufrichtigkeit, Gleich=Wertigkeit, Rücksicht, Liebe (also offene Zuneigung, Aufmerksamkeit, freundliches Interesse und wahrhafte Verlässlichkeit. Weder für das DaSein, noch für das erdmondliche BiosSphäre, noch zu den mit-Menschen), Verantwortung.

Was bemerke / spüre *ich, dort und da und fast überall wo Menschen sind? 
Gläubigkeit. Pures fast unwirkliches und fast [ge]wissen-loses Glauben. Mythen, Märchen, Götter, Schönfärberei oder auch das schlimmste Befürchten. Egal, was ein Mensch is[s]t oder Macht, oder wo -Es erLebt..

Ist es da ein Wunder, dass, w-Es dort nach Antworten sucht, keine findet!
Hier also ein Bericht, von so einer aktuellen Suche:

Aus das Frankfurter Allgemeine Zeitung, vom 29. April 2015, Feuilleton, von Peter Graf Kielmansegg
Überschrift: Was Empörung ignoriert
Untertitel: Navid Kermani hat an dieser Stelle eine aktive deutsche Flüchtlings-politik gefordert. Doch es muss klar sein, auf welches Problem wir uns damit einlassen. 

Dass das Sterben im Mittelmeer einen — mit Max Weber gesprochen — gesinnungsethischen Aufschrei auslöst, kann und muss jeder verstehen. Aber der Aufschrei moralischer Empörung über Europas Versagen angesichts der Flüchtlingstragödie ist als Empörungsschrei nur möglich, weil er es sich erspart, zu Ende zu denken, was zu Ende gedacht werden muss. Denkt man die Herausforderung, vor der Europa steht, zu Ende, so ist das Ergebnis unweigerlich zunächst einmal politische und moralische Ratlosigkeit. Wir haben keine angemessene Antwort auf das, was sich da ereignet. Die Empörung ignoriert das. Und sie macht sich ein gutes Gewissen, indem sie anderen ein schlechtes macht. 

Die Ratlosigkeit hat viele Aspekte. Sie beginnt mit der Einsicht, dass es nur einen Weg gibt, Flüchtlingstragödien im Mittelmeer verlässlich zu verhindern. Europa müsste seine Grenzen für den Zustrom von Migranten aus Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten vorbehaltlos öffnen und müsste dazu auch noch für sicheren und einem jeden erschwinglichen Transfer nach Europa Sorge tragen. Wer das für geboten hält, soll es sagen und dazu stehen. Jede Art der Begrenzung legaler Einwanderung, jede Art der Begrenzung des Asylrechtes, jede Art der Eingrenzung der Nothilfe für Flüchtlinge aus Krisengebieten, wird, welche Zulassungskriterien auch immer man wählt, Hunderttausende ausschliessen. Sie werden sich dennoch den Weg machen. Und wenn wir sie nicht mit Fähren abholen, werden sie sich den Verbrechern, die das Schleusergeschäft betreiben, anvertrauen. 

Aber können wir die Grenzen, weil es sich so verhält, vorbehaltlos öffnen? Die Frage ist auch schon die Antwort. Man schätzt, dass mehr als 95 Prozent aller afrikanischen Migranten in Afrika selbst wandern, in Länder, in denen sie Arbeit zu finden hoffen. Es kann gar kein Zweifel daran bestehen, dass ein großer Teil von ihnen — und das wären Millionen — sich nach Europa aufmachen würde, wenn Europa die Tore wirklich öffnete. Was also tun? Wir können ja nicht einmal verhindern, dass ein Seenotrettungswesen auf den Überfahrtrouten ein Dilemma erzeugt: Je wirksamer es ist, desto mehr Menschen wird es verleiten, sich auf den gefährlichen Weg zu machen. Wäre es da nicht folgerichtiger, die Menschen, statt sie aus dem Wasser zu ziehen, gleich in den Häfen der Mittelmeerküste abzuholen?

Man müsse auf die Herkunftsländer einwirken, heisst es. Aber wieder löst sich der Rat beim Nachdenken in Ratlosigkeit auf. Die Flüchtlinge kommen zu einem großen Teil aus Krisenregionen, in denen Krieg geführt wird, in denen Staatlichkeit, wenn es sie denn jemals gab, zerfallen ist. Wie lassen sich durch Einwirkung von außen solche Kriege beenden? Wie kann man von aussen her eine auch nur im Elementaren funktionsfähige Staatlichkeit aufbauen? Alle Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat uns, von Somalia bis Afghanistan, gelehrt, dass eine dauerhafte Stabilisierung der Verhältnisse von Mächten, die von aussen ins Land hineinwirken, nicht herbeigeführt werden kann. Zumal militärische Interventionen haben sich in ihren Folgen als unberechenbar erwiesen. Gewiss ist nur: Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ins Chaos führen, ist sehr viel größer als die Wahrscheinlichkeit, dass sie Chaos in Stabilität verwandeln. So ist es nicht verwunderlich, dass Kritiker Europas Interventionen gleichermassen fordern und verurteilen. Durch die Intervention im Irak sei der Westen mitschuldig geworden am Chaos im Nahen Osten, heisst es, durch die Nichtintervention in Syrien aber genauso. 

Ist vielleicht verstärkte Entwicklungshilfe im traditionellen Verständnis die Lösung? Kaum ein Entwicklungsökonom ist der Ansicht, dass die Hunderte von Milliarden, die in die Entwicklungsländer geflossen sind, einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Lebenschancen in diesen Ländern geleistet hätten. Dass mit einem Mehr an Entwicklungshilfe, was immer sonst dafür sprechen mag, in den Fluchtländern und Fluchtregionen in überschaubaren Zeiträumen Verhältnisse geschaffen werden könnten, die wirksam zum Bleiben einladen, ist nach aller Erfahrung reines Wunschdenken. Ganz abgesehen davon, dass ja gerade in den Räumen der Gewalt und der Anarchie gar keine Entwicklungshilfe geleistet werden kann.

Wir haben, heisst das, keinen wirklichen Zugriff auf die Gegebenheiten, die die dramatische Migrationsbewegung verursachen. Und eben weil es so ist, wird Europa zum Prügelknaben. Die Machthaber Afrikas fragt niemand, warum dieser Kontinent notorisch ausserstande ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. 

Aber dass den Schleuserbanden das Handwerk zu legen sei, das jedenfalls müsse doch offensichtlich sein. Gewiss, es ist offensichtlich, dass man es versuchen muss. Aber auch hier ist die Frage „Wie?“ nicht beantwortbar. Der Krieg gegen den Drogenhandel lehrt uns: Wo Milliardengewinne locken, sind die kriminelle Energie und der kriminelle Erfindungsgeist dem, was rechtsstaatlich verfasste, in ihren Handlungsmöglichkeiten territorial eingegrenzte Demokratien tun können, immer ein Stück voraus. Womit der Zirkel der Argumentation wieder von vorn beginnen kann.

Ratlosigkeit also, wo immer man gedanklich ansetzt. Aber was hilft es, sich das einzugestehen? Wir müssen ja handeln. Und wie meistens ist auch hier das Nichtstun eine Art des Handelns. In der Tat: Wir können nicht in der Ratlosigkeit verharren. Aber es hat Folgen, wenn wir sie uns eingestehen, sie uns gegenseitig zugestehen. Sich die Ratlosigkeit einzugestehen bedeutet zunächst einmal, dass wir in den unvermeidlichen Kontroversen über das gebotene Handeln anders miteinander umgehen. Niemand kann über jemanden, der aus Ratlosigkeit andere Schlüsse zieht, vom hohen Ross moralischer Gewissheit herab urteilen. Das ist keine Nebensächlichkeit. Die Art, wie wir dergleichen Debatten führen, ist für die politische Kultur unseres Gemeinwesens bedeutsam. 

Sich die Ratlosigkeit einzugestehen bedeutet zweitens: Wir lernen, damit zu leben, dass wir keine Lösung wissen. Wir können nur mit Fragmenten einer Antwort hantieren, die sich auch in ihrer Summe nicht entfernt als Lösung des Problems präsentieren lassen. Das ist besonders wichtig im Verhältnis zwischen den Bürgern, die mit ihrem Urteil über die politische Klasse so schnell fertig. sind, und den Politikern, die Entscheidungen, welche allesamt nur unzulänglich sein können, treffen müssen. 

Sich die Ratlosigkeit einzugestehen bedeutet drittens, dass wir anders über das, was zu tun möglich und nötig ist, nachdenken; nicht in der Gewissheit, die mit der Empörung immer einhergeht, sondern suchend, in klarem Bewusstsein des Bruchstückhaften aller Bemühungen. Es ist wahrscheinlich, dass wir mit dieser Haltung einer Antwort am Ende näher kommen als mit der Empörung über die Unmoral Europas. 

Zur Person des Autors: Peter Graf Kielmansegg, geboren 1937, lehrte bis zu seiner Emeritierung Politikwissenschaften in Mannheim. Der Artikel von Navid Kermani, „Warum Europa uns jetzt braucht", erschien am 22. April.

Ende F.A.Z.-Artikel

Kann *ich mehr und mehr zu der folgenden Ansicht des Wirklichkeit gelangen:
Wir Menschen erLeben im Himmel, dort wo Milch und Honig fliessen, im Paradies, im gelobten Land, wie immer Sie wollen, wir dürfen es bloss nicht bemerken, weil ...! Keine Ahnung? Vielleicht noch zu doof sind? Uns das nötige Kleingeld fehlt? Wir an irgendeinem Blödsinn schuldig sind?
Keine Ahnung, ehrlich!

Fakt ist für *mich, wir tun es.
Es gibt keine andere oder bessere Welt, oder ein alternatives erdmondliches Planeten-System. Brauchen wir auch gar nicht, wir haben / sind längst, was wir brauchen und uns gut täte. Punkt. Wir erLeben nur nicht wirklich hier.
Wir glauben nur dauernd und immer irgendwas? 

Wir erLeben fast gänzlich in Geister- und unsinnigen Vorstellungs- und Wunschwelten, in Glaubens-Vorstellungen, warten auf Jenseitiges, goldene Jerusaleme und Nirvanas u.s.w.u.s.f.
Statt einfach nur das Hier und Jetzt anzuerkennen, klar wahr zu nehmen und Es so zu gestalten, dass wir alle 'was davon haben. Und zwar reichlich!
Weil davon ist genug vorhanden.

Beweise *mir ein-Es das Gegenteil!
.
Das ist doch fast zu schön als Zwischen-Bild, oder?
.
Titel: Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, fliegen Fliegen hinter Fliegen her

Mein erster Kommentar auf den obigen Bericht in das F.A.Z. in fb war:

Das "Problem" hinter den Massen-Zuwanderungen aus Asien, Afrika und auch aus Süd-Amerika (dort vor allem in das USA), sind nicht Geburtenraten, Kriege, Armut, oder korrupte Regierungen und Eliten; wobei der letzte Punkt schon auf die eigentlichen Ursachen deutet. Die Ursachen sind unsere völlig veralteten unaktuellen Grundeinstellungen und Gewohnheiten.

Wir agieren und reagieren immer noch mit- und zuEinander, als gäbe es lebensbedrohlichen Mangel {auch in Gefühl und Vernunft}, lebensbedrohliche Umstände und überall lauern Feinde. Das ist bei klarem Blick, einem hohem aktuellen WissensStand und offenem Gefühl und Gespür geradezu komisch und / oder skuril.

Es ist zumindest deutlich zu erkennen, auf welch "eisenzeitlichem" Gefühls-, Empfindungs-, Gewohnheits- und Wissens-Stand wir mitEinander [miss]handeln und verhandeln, in einer doch längst globalen, fast vollkommen menschengemachten und technisch höchstgerüsteten Umwelt!?

Statt die Aktualität anzuerkennen - es gibt keine grosse Bedrohung mehr {ausser wir Selbst{e} halten diese innerSpezies-{Selbst}Bedrohung menschlich [künstlich] aufrecht}, auch nicht vom Klima - und die Fülle zu bemerken, die wir inzwischen erforscht, geschaffen und erreicht haben, tun wir so, als müsste Jed-Es und All-Es mit Zähnen und Klauen bis aufs Blut verteidigt werden. Die Psychologie würde unsere Aktualität wohl eine Folge von Selbsterfüllender Prophezeiung nennen.

Ist das schon Wahnsinn, was wir da gegenEinander veranstalten, oder einfach nur blind und taub?
Nenn *mir doch Bitte Bitte ein-Es von Ihnen einen wirklich relevanten Mangel, einen, der ganz doll geschützt und versteckt werden muss, der auf keinen Fall mit anderen geteilt werden kann und darf.

Bitte! Nenne *mir ein-Es noch wirklich relevante überlebens notwendige Gründe für Staats-Grenzen? Jetzt wirds schon kritisch für Sie, hihihi :-) , ja ein wenig altbackener Aufschrei und Nationalismus muss sein, darf sein, aber das Vernunft weiss nicht, was das in einer Welt von Heute noch soll, ausser mit dumpfer Zwanghaftigkeit und vorgestriger Triebigkeit und Angst zu punkten, oder?

Menschen, wacht auf, es ist Blütezeit, es "herrscht" KEIN Mangel mehr, stattdessen sind überall Krisen und Probleme und Massenarmut und Massentötungen, wegen unserer so normalen so rückwärtsgewandten und krampfhaft Besitzergreiffenden Grundeinstellungen.
Hallo! Vernunft nutzen und ein wenig mit-Gefühl dazu, dann wird es klarer. 

Die Antwort eines Mit-Kommentators war: "Sie haben den Artikel leider nicht gelesen oder nicht verstanden. Schade."

Doch, Herr xxx, sogar mehrmals, gerade weil *ich die Bedenken und Fragen des Herrn Kielmansegg, aber auch die Fassungs-losigkeit oder Überwältigung, die Er anspricht, sehr gut nachvollziehen kann.

In meinem Kommentar möchte *ich ergründen, warum wir Menschen in vielen Bereichen Krisen und Kriege oder auch weniger gewaltvolle Geschehnisse auslösen, aufrecht erhalten, und jeweils kaum oder sogar keine Lösungsansätze zur Verhinderung oder Überwindung (Heilung?) finden.

Genau das ist doch auch die Situation, die Herr Kielmansegg anspricht. Ich suche die Lösung dort, wo wohl auch die Ursachen zu finden sind, in der Grund-Disposition {der Grund-Ausstattung, -Gestaltung und -Einstellung) des Menschen.
Ist das so falsch?
.
Kreuzberger GrossSpringbrunnen
mit Spitzenhütchen, im
Viktoriapark
.
SchlussBemerkungen:

... aber, w-Es soll *ich all das schon berichten, da es doch kein-Es interessiert?
Da es kein-Es wissen will, und kein-Es aufgreift. 

Immer mehr wird *mir klar, dass wir einander mit irrigen, also von jedes Wirklichkeit und Umsetzbarkeit Kilometer weit entfernten, Phantastereien, mit einem "Mittelalter" und sonstigen Prinz|essinen und Gnomen, mit "WeltenRäumen" und klebrigen Arzt und "Liebes-Dramen", mit ...; ach, Sie ahnen es, Sie bekommen es ja täglich geboten, das alltägliche [Massen]Morden und Hassen und Betrügen und Hintergehen, in den sogenannten Krimis und Action- und Blockbuster-Filmen und Serien; und zu lesen ist es auch zu Milliarden ..., dass wir einander damit füttern.

{Und wieder taucht in *mir das Stichwort: Selfullfilling Prophecy auf. Tun wir, was wir tun, weil wir glauben (unbewusst), dass wir es so tun müssen?}

All das kann *ich nicht.

Und *ich erkenne {noch} nicht, warum fast alle Menschen das goutieren (gou-Tier-en?), Spass daran haben, oder auch "wohligen" Grusel? Warum all diese Unmöglichkeiten, Falschheiten, diese untiefe "Liebes"-Triebigkeit und das alltägliche Massentöten in allen Kanälen und in allen Strassen und Kontinenten, mit unfassbaren Billionen in Geld finanziert wird? 

Zur Politik: Warum all die Unaufmerksamkeit, Rechthaberei, Respektlosigkeit, Einseitigkeit und Verantwortungs-losigkeit an das Macht kommt, ja fast schon von fast All-Es dorthin geschoben / gewählt wird?

Das Antwort kann nur sein: Woher sollen die-jenig-Es, die es anders tun und machten, denn auch kommen? Vom Mars?
Ist ja schliesslich alles normale Menschlichkeit.

Was bin *ich?

Ja, *ich bin auch so. Klar doch, *ich bin einschliesslich Mensch.

Was sonst noch?
Traurig! Verzweifelt. Verärgert. Wenn *ich in mich hineinspüre, wenn *ich Sie da bespüre. Um Himmels willen, sind wir blöd! Von welchem Standpunkt aus ist das eine Beschimpfung? Von *mir aus nicht, aber ...
.
Bitte lächeln :-)
Sie sind sooo hübsch
.
... genug!

Sie wenden zuRecht ein: "Jetzt machen se mal halb so schlimm."
Ja, Sie haben ja Recht, oder etwa nicht!

Und *ich steh' da wie ein begossener Pudel und schüttel' das schüttere Haupt-Haar. Und bin bestätigt, dass jede Änderung, die *ich anbiete entweder auf des-Interesse oder noch besser auf Unverständnis trifft. , sagen se dann, , war was, morgen is wieda Tatort und übermorgen is Süperhelden-Block-MassenZerstörung, dann kommt Mittelalter-Gemetzel, mit Heldengedöns ...; und dann ist doch lieber alles wie gehabt. Gell.

Hier endet mein alltägliches Bemühen.
Danke.

Dienstag, 21. April 2015

Programmatik, Sexismus und das normale Eskapismus

Was bewirkt meine {Selbst-}Kritik - positiv wie negativ - am Menschen?
Nichts. Was sehr wenig ist! Allenfalls also ein wenig Selbst-Erkenntnis.
Das schöne (was ist das genaue Bedeutung von "schön"?) ist, dass *ich damit an Selbst-Bewusst-Sein wachse, auch an Selbst-Bedeutung, denn mit wachsender Selbst-Erkenntnis wird das Mensch-daSein für *mich stets bedeutender. Wenn *ich noch vor Jahren an Selbst-Tötung fast gearbeitet hatte, ist diese Selbst-Aufgabe aus Verzweiflung und Ausweg-losigkeit "gestorben". Das mag jetzt für die Leses komisch klingen, vor allem bei dem, was noch an {Selbst-}Kritik in diesem Beitrag folgt, aber mit dem Bitteren, der Enge (in Gefühl und Gespür [auch Wissen]) und dem Erschreckenden in den vielen Erkenntnissen, ist auch das Freudvolle, Interessante und das WEITE gewachsen. Insgesamt also das Aus=Gleich, wo vorher alles gekippt war, schwer war, bis zur Unerträglichkeit am / im daSein / DaSein. So ist das Zukunft inzwischen für *mich Freiheit - und zwar das Freiheit ohne das Phantasie, das es jetzt noch ist - und das Gestern ist entweder blumige Romantik, oder eine Kette von Schrecken und Kunst-Pausen, also ein Mehr an Fremd[Selbst-]Bestimmung.

Nun aber wieder einmal etwas Selbst-Kritik

Titel: Was trägt das Übernahme des aktiven Selbst-Entscheidung zur Überwindung des Sexismus bei?

Vorausschicken möchte *ich {die längeren Leses dieses Blogs wissen das bereits}, dass *ich ein Streiter für die Gleich=Wertigkeit Aller Menschen bin - und *ich meine wirklich Alle inzwischen über 7,2 Milliarden Menschen! -, dass *ich auch ein Streiter für die Ausstattung jedes Menschen bin, mit allem Wissen und der Ausbildung aller Fertigkeiten (darin vor allem das [mit]Gefühl und das Gespür {alle Empfindungen, und Aussen-Sinne}), welche für eine freie und aufrichtige also unabhängige Selbst-Entscheidung inmitten all der menschlichen und natürlichen Vielfalt unabdingbar ist.
Dazu zählt m.a. auch, welches Geschlecht ein Mensch sein möchte, egal als welches -Es (ein Mensch) gezeugt wurde.

Wir Menschen rütteln und schütteln immer mehr an unserer evolutionären Basis, an unserer evolutiv entwickelten Grundstruktur, an unser Aller Grundausstattung mit Trieben, Bedürfnissen und Ängsten.

Zu dieser Grundausstattung zählt auch das Sexualtrieb, mithin unser Aller (das eint ALLE LebeWesen) fast Zwang zur FortSexung, zur Weiterverbreitung und Weiterentwicklung der Spezies. Dieser Trieb sichert bisher unser Fortbestehen und unsere kontinuierliche Weiterentwicklung als eine der Milliarden oder mehr LebensFormen in dieser BiosSphäre.

Sexismus?
Die sexuelle Aufladung aller Gesellschaften (religiöse und gesetzliche Verbote [Homophobie, Beschneidungen, Ehrenmorde], MachtVerteilung, Werbung) und Beziehungen - über empfindungs-lose Übergriffe und Witze, bis hin zu Vergewaltigungen und sexuell motivierten Tötungen und Morden - beruhen auf einem unserer Grundtriebe, ja sogar einer Voraussetzung unseres Bestehens. 
Das ist wohl der Grund warum eine unaufgeregte und klare Diskussion des Sexismus und der Sexualisierung so schwer fällt? 

Vielleicht greiffe *ich jetzt zu weit voraus, aber vielleicht sind die Reproduktions-Medizin, künstliche Befruchtung und auch die "Entäusserung" der Schwangerschaft in künstliche Uteren ein Schritt, um uns von der Sexualisierung und dessen Grund dem Sexual- / Forsexungstrieb zu befreien.

Denn, dass wir All-Es {alle Menschen} das alleine  auf der Basis von Respekt / Achtung fürEinander und Vernunft schaffen, also den Trieb (Zwang?) durch innere Trieb-Hemmung und äussere Zwänge (Gesetze) eindämmen können, bezweifle *ich. Den Macht-Trieb nicht verdrängend.
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Frühlings-Aussichten an der Bergmannstr.
in Berlin - Kreuzberg
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Titel: Was ist das Ergebnis von "Deep Water Horizon"?

Das WDR veröffentlichte gestern in fb folgende Meldung mit einem feurig-flammenden Bild: "5 Jahre nach der Katastrophe
Sie kam völlig unerwartet – doch schon wenige Monate nach der Explosion sollte ein dicker Untersuchungsbericht zeigen: „Jetzt haben wir's verstanden“. Doch einige Schlussfolgerungen zeigen deutlich: Bei der Sicherheit wurde gepfuscht."

Warum lese *ich so etwas auch dauernd?
Irgendwann begann *ich zu fragen, was ist das, was auch *ich bin: ein Mensch? Was bedeutet es Mensch zu sein? Wie ist das Mensch? Was tun wir, und warum tun wir, was wir tun?

Nun, die Antworten sind bis Heute keine Reise ins Glück.
Die Antworten sind entweder banal, oder erschreckend. Und das, obwohl *ich auch damit konfrontiert wurde, welch enormes Potential in jedes von uns Menschen enthalten ist?

Bisher besteht allerdings scheinbar keinerlei Grund oder Anlass, dieses Potential zu nutzen. Bis auf jeweils nur ganz ganz wenige Ausnahmen, die dieses natürliche Potential ein wenig anzapfen dürfen, weil es gerade gefordert ist, oder weil diese Wenig-Es per Zufall den passenden Schritt getan haben?

Aber normal ist etwas anderes.
Es ist erschreckend zu bemerken, wie wir Menschen fast Alle permanent und ohne jeden Zweifel, unterhalb schon des Mindestmasses an Umsicht, Klugheit und Verantwortung dahin erLeben. Ohne Wissen und Interesse daran, was noch geht an Mehr in alle Richtungen des Freude, denn das [mit-]Leid haben wir und tun wir weidlich nutzen, oder?

Bisher sind wir Menschen wahrlich die Botschafter des Leid[ens], das verbreiten wir inEinander und mitEinander und umEinander reichlich, darin sind wir fast Weltmeister, nicht?
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Einfach schön (?) grell!
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Und weiter geht die Mensch-Kritik, eines dieser Kritisierten.

Titel: Eine berechtigte Wut-Reaktion? 

Eine heutige fb-Veröffentlichung der "Bundesregierung":
"Entsetzen nach dem Flüchtlingsdrama vor der libyschen Küste: "Jeder Tote ist einer zu viel“, so Innenminister de Maizière. Aussenminister Steinmeier sieht nun zwei besonders wichtige Punkte: Libyen brauche mehr Stabilität, Schlepperbanden müssten bekämpft werden. Heute beraten die EU-Außen- und Innenminister über Konsequenzen."

Meine erste Reaktion:

Die Oberflächlichkeit, Hilflosigkeit und Verweigerungs-Haltung der meisten Politik-Es und Regierungen (und wohl auch der sie wählenden Menschen) ist an obiger Aussage von Herrn Steinmeier doch deutlich zu erkennen, oder?

Denn, was haben die Schlepper und die Situation in Libyen mit den wirklichen Ursachen von Flucht und Vertreibung zu tun? Nichts.

Wie de-sensibel sind unsere Politiker, wie empfindungs-los deren Wähler, das diese seit Jahren tatenlos zu schauen und die korrupten und kaputten Staaten, Systeme und deren Mächtige, in den jeweiligen Herkunfts-Regionen der flüchtenden Mensch, sogar noch mit Millionen und Milliarden und aktivem WeggSchauen stützen. Nicht die un-mächtigen Menschen dort und nicht deren Infrastruktur, sondern die Konten der paar Mächtigen werden gefüllt.

Und dann kommt so eine Aussage: Schlepper bekämpfen? Also statt den Brand zu löschen, den Rauch weggwedeln. Darf ich Herrn Steinmeier und Herrn de Mezière und die meisten anderen mal richtig benennen? Nein lieber nicht,  das obige reicht schon zur EntTäuschung und zur Fassungs-losigkeit der Macht. 

Wohin führt uns Menschen die Beratungs- und Lern-Verweigerung noch?
Auf jeden Fall nicht ins Paradies.
Oder?

Donnerstag, 2. April 2015

Das Verhältnis von Tier zu Tier in das Sprache

Titel: Von der Einfachheit unserer menschlichen Kommunikation

VorGeschichte:

Sagt das eine gTier zum anderen gTier: "Na, wollen wir's mitEinander treiben!?" "Ja, gerne,". War eine Antwort: "wo?". "Da vielleicht?" Fragte das erste und zeigte in eine Galaxie hinein: "Dort schaut es so hübsch aus und die Gegend ist auch so schön ruhig. Nicht?" "Doch." Gab das andere zurück und sagte: "Ja, schaut gut aus dort, ja, da wollen wir es mitEinander treiben." "Und wie nennen wir den Ort?" Fragte das erste. "Wie wäre es mit Erde-Mond?" "Vielleicht?" Antwortete das andere, aber. "Wollen erst mal spüren, ob das auch passt?" Gab das erste zurück. "Na, dann nix wie hin, dort wollen wir es endlich mitEinander treiben!" Forderte das andere auf. "Wild!" Jauchzte das erste. Und so geschah es dann. Oder?

Vorwegg - und das ist vorwiegend für *mich geschrieben, da *ich aus meinen "Erziehungs-Erfahrungen" her, allzu schnell zu Vorwürfen neige -: aus dem Folgenden, oder überhaupt aus irgendwelchen {Selbst-}Erkenntnissen eine Schuld zu konstruieren oder zu behaupten, ist kompletter Unfug! Das Mensch und das Menschheit hat / haben keinerlei Schuld am menschlichen Handeln und auch MissHandeln. So empfinde *ich das, auch wenn *ich da einem womöglich natürlichen Reflex widerspreche, der behauptet, dass das was wir tun auch von uns verantwortet werden muss. Das ist / wäre (!) erst der nächste Schritt.

Bisher, bis hierher und jetzt, handeln und "misshandeln" (Was beurteilt das, ob eine Handlung miss[t] ist?) wir - und das betrifft mit uns und neben uns Alle Mit-LebeWesen - fast ohne jede Einsicht in den Grund unseres Handelns. Und das "fast" im VorSatz beinhaltet nur ein teils spekulatives Grundwissen von unserer Herkunft, unserer millionenjährigen Entwicklungs-Geschichte, den Prägungen, die wir dabei erlebt und erlitten haben und erst recht einem vielleicht Sinn / Zweck unserer Existenz. Das einzelne Handeln mag fast immer einfach zu erklären und zu begründen sein, aber sicher ist das nicht; und oft genug weit hergeholt oder bestenfalls oberflächlich. 

Mit Vorwürfen an uns Selbst ist weder eine Erklärung zu erhalten, noch eine verbessernde Veränderung einzuleiten. Ich denke zu erinnern, dass schon ein Mensch namens Jesus von Nazaret dieses Faktum erkannte und - bis heute vergeblich - uns von dieser (zu frühen!) Emotion befreien wollte. Aber vielleicht fühle auch nur *ich so schnell Schuld, wenn *ich unsere Taten betrachte?

Das Mensch denkt vielleicht - wenn es davon / daran denkt -, dass unsere alltägliche Sprache differenziert und durchaus komplex ist, und das unser Sprechen von uns und von ausserhalb uns, durchaus den Tatsachen nahe kommt. Dass *ich daran nicht mehr nur zweifle, wissen die längeren Leses.
Dass *ich darin nicht alleine bin, ist auch bekannt, aber diesen Mit-Zweifler, den *ich nun präsentiere, kannte *ich bislang nicht, und habe Ihn vor kurzem erst in einer Publikation der Kulturstiftung des Bundes (Nr. 23) entdeckt, mit dem Ober-Thema : TIER

Sehr Interessant!
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Gefunden in Neukölln,
Weserstr.
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Wieder einmal bekenne *ich: hier schreibt und fabuliert und kommen-tier-t, ein [Säuge]Tier, der Gattung Mensch. Ganz stolz darauf, als ein solches da[zu]Sein, als Tier auf Erden nun zu wandeln und diese auch ein wenig zu verschandeln. Obwohl das Stolz sein wenig angebracht, weil *ich das Tier-sein selbst ja nicht vollbracht. Genug der erbärmlichen Poesie. Hier also das Fremd-Text:

Überschrift: Das Verschwinden der Bienen, oder: Die Singularität des Tieres

Von Srećko Horvat

Hier der Link zum Original der Kulturstiftung des Bundes:

Eine Frau sitzt lesend auf einer Bank im Central Park, zieht sich die silberne Haarnadel im Essstäbchen-Design aus dem Haar und tötet sich durch einen Stich in den Hals. Derweil auf einer Baustelle stehen Arbeiter herum und unterhalten sich, als urplötzlich jemand abstürzt. Weil die Arbeiter davon ausgehen, dass der Mann versehentlich vom Dach gefallen ist, rennen sie zu der Leiche hinüber. Aber es stürzt noch ein Arbeiter ab, dann der dritte und noch einer und noch einer. Wie auf Magrittes berühmtem Gemälde „Golconda“, wo identische, in dunkle Übermäntel gekleidete Männer mit Bowlerhüten vor einem Hintergrund aus Gebäuden und blauem Himmel herabfallen wie schwere Regentropfen, katapultiert diese Szene uns in das Universum des surrealen paranoiden Science-Fiction-Thrillers „The Happening“ aus dem Jahr 2008 unter der Regie von M. Night Shyamalan. Zur gleichen Zeit erklärt ein Schullehrer, der noch nicht weiß, dass das Unheil längst seinen Lauf genommen hat, Albert Einstein habe einst gesagt, die Menschheit könne ohne Honigbienen nicht länger als vier Jahre überleben.

Heute ist das Verschwinden der Honigbienen keine Nachricht mehr wert. Wie wir wissen, fing alles damit an, dass im Jahr 2006 in den USA ganze Bienenvölker schlagartig verschwanden. Seither tritt das Phänomen überall in Europa auf, erstreckt sich von Italien, Spanien, Griechenland und Belgien über Deutschland, Frankreich, Portugal bis in die Niederlande und so weiter. Viele Theorien und ein breites Spektrum möglicher Ursachen wurden diskutiert, eingeschlossen Pestizide, Parasiten, Viren, Umweltveränderungen und sogar Strahlung von Mobilfunkmasten. Unter Biologen scheint weiterhin Uneinigkeit zu herrschen, worin die wahren Ursachen des sogenannten „Bienensterbens“ liegen. Ein wissenschaftlicher Nachweis konnte bisher nicht erbracht werden. Allerdings sieht es danach aus, als würde Einsteins prophetischer Warnung, die Menschheit werde das Verschwinden der Honigbienen nicht überleben, inzwischen durchgehend zugestimmt. Warum? Weil es ein Drittel der Lebensmittel, die wir essen, ohne Bienen als wichtigste Bestäuber von Obst, Gemüse, Blumen und Feldfrüchten gar nicht geben würde.

Wenn wir das Problem des Aussterbens von Tieren beliebiger Gattung, darunter Bienen, in vollem Umfang begreifen wollen, sollten wir uns Jacques Derrida und seiner Auffassung des Tieres zuwenden. In „Das Tier, das ich also bin (weiterzuverfolgen)“, einem Vortrag, den er im Juli 1997 auf dem dritten, seinem Werk gewidmeten Kolloquium in Cerisy-la-Salle gehalten hat, sagt er, dass er gern im Singular den Plural an Tieren zu verstehen gegeben hätte. Derrida geht sogar so weit, dass er jeden Akt der Klassifikation, in dem das Tier im Plural postuliert wird, als „Tiere“, schlicht als Gewalt bezeichnet. „Unter den Nicht-Menschen, und getrennt von den Nicht-Menschen, gibt es eine immense Vielfalt anderer Lebender, die sich in keinem Fall – außer durch Gewalt und {des-} interessiertes Verkennen – in die Kategorie dessen homogenisieren lassen, was man das Tier (l’animal) oder die Tierheit (l’animalité) im Allgemeinen nennt.“

Mit anderen Worten, für Derrida ist es von größter Bedeutung, allgemeines Sprechen über Tiere zu vermeiden. Für ihn gibt es keine „Tiere“. Wer „Tiere“ sagt, habe nicht nur aufgehört, zu verstehen, sondern sei schon dabei, das Tier in einen Käfig zu sperren. Warum? Weil es beachtliche Unterschiede zwischen verschiedenen Tierarten gibt.

Zwei Jahre vor seinem Tod hat Derrida sich erneut mit dieser Problematik beschäftigt, und zwar in einem Dokumentarfilm unter der Regie von Kirby Dick und Amy Ziering aus dem Jahr 2002. „Es gibt keinen Grund, Affen, Bienen, Schlangen, Hunde, Pferde, Arthropoden und Mikroben in ein und dieselbe Kategorie zu sortieren. Es handelt sich um radikal andersartige Organismen des Lebens. Sie als ‚Tier‘ zu bezeichnen und sämtlichst, sowohl den Affen als auch die Ameise, in nur diese eine Kategorie zu stecken, ist eine äußerst gewaltförmige Geste. Vor allem aber ist es eine dumme Geste, alles Lebendige, was nicht menschlich ist, in eine einzige Kategorie zu pressen, theoretisch lächerlich, und sie hat teil an der nur allzu realen Gewalt, die Menschen Tieren antun. Das führt zu Schlachthöfen, zur industriellen Verarbeitung, zu ihrem Verzehr. All diese Gewalt gegenüber Tieren ist keimhaft in jener begrifflichen Simplifizierung enthalten, die von ‚Tieren‘ im Allgemeinen zu sprechen erlaubt.“

{Mancher Furor ist angebracht, dieser würde *mir etwas gedämpfter besser gefallen. "Tier[e]" ist für *mich einfach ein Kategorien-Begriff, der alle multi-zellularen nicht im Boden wurzelnden erdmondlichen erLebeWesen subsumiert. Wikipedia formuliert es so: Als Tiere werden Lebewesen mit Zellkern (Eukaryoten) angesehen, die ihre Stoffwechselenergie nicht wie Pflanzen aus Sonnenlicht beziehen, Sauerstoff zur Atmung benötigen, aber keine Pilze sind. Zur Energie- und Stoffgewinnung ernähren sich Tiere von anderen Lebewesen (Heterotrophie). Die meisten Tiere können sich aktiv bewegen und besitzen Sinnesorgane. Daran empfinde *ich erst mal nichts beleidigendes oder falsches. Das Fehler des Herrn Horvat, wie auch fast aller Menschen, liegt vielleicht in der Exkludierung des Menschen aus dieser obigen Definition. Einer kunstvollen Gegenüberstellung von Mensch und Tier, die an jeder Tatsache und näheren Einsicht scheitert. Kein einziges überprüfbares Forschungs-Ergebnis hat bisher eine Ahnung oder sogar einen Nachweis erbracht, dass das Mensch nicht in die oberen Definitionen des Kategorien-Begriffs "Tier[e]" passte. Die nicht-Zugehörigkeit ist bestenfalls Wunschdenken aber wohl eher verständlicher und natürlicher Ab- und AusGrenzungs-Trieb, den wohl auch ein Gepard so bestätigen würde; indem -Es ebenfalls behauptete in nichts, aber auch gar nichts mit den anderen mit-LebeWesen gleich zu sein; wenn -Es das so formulieren könnte.
Und was das Tatsache: Tiere essen Tiere angeht, verweise *ich auf meinen höchst erfolgreichen Beitrag zu den "sprechenden Er-Lebensmitteln" in das Sprechlichtung.}

Gewalt fängt nicht erst im Schlachthof an, sondern mit der Klassifizierung. Jedes Mal, wenn ich zu klassifizieren versuche, nehme ich auch schon Bestimmungen vor. Jedes Mal, wenn ich Bestimmungen vornehme, unterstelle ich die Kenntnis einer besonderen Eigenart, obwohl das Gegenteil der Fall ist: Ich definiere und klassifiziere gemäß meiner eigenen Natur. Wie können ein Affe und eine Biene in ein und dieselbe Kategorie passen, die „Tiere“ genannt wird? Wie kann ein Wal mit einer Fliege vergleichbar sein?

{Den Hintergrund des Furors von Herrn Horvat erkenne *ich an, möchte aber doch darauf hinweisen, dass es neben dem Oberbegriff / der Unterkategorie der erdmondlichen LebensFormen "Tier", noch hunderte weitere Unter- und Neben-Einteilungen gibt. Es ist *mir z.B. nicht im mindesten Unangenehm, zusammen mit allen Pflanzen und mit-Tieren in einer "Schublade" mit dem Aufdruck "Eukaryoten" zu "liegen". Respekt fürEinander und Mit-Empfinden zuEinander, ist für *mich keine Frage unseres Bedürfnisses nach Unterscheidung  (Vertikal), von Verschiedenheit (Horizontal) und Gleichheiten, deren richtiger oder auch [noch] fehlerhafter Benennung, sondern unserer noch mangelnder Anerkennung, mehr noch, der fast grotesken Verweigerung unserer Eingebundenheit und VollMitgliedschaft innerhalb der erdmondlichen Lebendigkeit. Unser "Problem" ist die grosse Angst und Unsicherheit vor den Konsequenzen für unser Handeln, wenn wir Menschen erst mal vollkommen begriffen haben, dass wir gleichberechtigtes Teilchen dieser Lebendigkeit sind. Und das ist ja wohl klar, dass dieses allgemein menschliche erfühlen und erspüren des Geborgenheit innerhalb und mit allen Mit-LebeWesen, von uns Menschen Veränderungen unseres bisherigen Verhaltens bewirkt. Herr Horvat scheint *mir auf dem Weg zu dieser Erkenntnis zu sein, verliert sich dabei aber noch etwas in Aufregung für "Delikatessen" des [Fach]Sprache[n]. Trotzdem bleibt sein Beitrag sehr interessant, also weiter damit.}

Die beste, wenn auch auf den ersten Blick vollkommen absurde Antwort liefert die fiktive Taxonomie von Tieren, die Jorge Luis Borges in seiner berühmten Erzählung „Die analytische Sprache von John Wilkins“ vorlegt. Die alternative Taxonomie von „Tieren“, entnommen einer alten chinesischen Enzyklopädie („Himmlischer Warenschatz wohltätiger Erkenntnisse“), ordnet jedes Tier einer dieser vierzehn Kategorien zu:

– Tiere, die dem Kaiser gehören
– einbalsamierte Tiere
– gezähmte
– Milchschweine
– Sirenen
– Fabeltiere
– herrenlose Hunde
– in diese Gruppierung gehörige
– die sich wie Tolle gebärden
– unzählbare
– die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind
– und so weiter
– die den Wasserkrug zerbrochen haben
– die von Weitem wie Fliegen aussehen

Besser als jeder anderen Klassifikationskritik gelingt es Borges zu zeigen, wie arbiträr der Versuch bleiben muss, die Welt zu kategorisieren. Warum sollte eine fiktive Taxonomie, in der Tiere „dem Kaiser gehören“ können oder „von Weitem wie Fliegen aussehen“, fiktiver sein als beispielsweise die Tierklassifikation von Aristoteles oder die Taxonomie von Linné?

Es ist kein Zufall, dass Foucault die himmlische Taxonomie von Borges in seinem Vorwort zu „Die Ordnung der Dinge“ verwendet hat. Er gesteht ein, wie belustigt, aber auch erschüttert er gewesen sei: „Bei dem Erstaunen über diese Taxonomie“, so heißt es, „erreicht man mit einem Sprung, was in dieser Aufzählung uns als der exotische Zauber eines anderen Denkens bezeichnet wird – die Grenze unseres Denkens: die schiere Unmöglichkeit, das zu denken.“

Diesem Paradox müssen wir uns stellen: dass wir nämlich genau im Augenblick der Schöpfung unser eigenes Denksystem begrenzen. „Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.“ (Genesis 2, 20) In der Genesis wird erzählt, dass Adam die Tiere benannt habe, noch bevor Eva geschaffen wurde; Sprache war also schon vor den „Tieren“ da. Den vier verschiedenen Fortbewegungsarten entsprechend klassifiziert die Bibel die Tiere in vier Gattungen: Gehen, Fliegen, Schwimmen, Kriechen. Einerseits ist der Akt der Benennung von Tieren ein Akt autoritärer Gewalt und Herrschaft; andererseits beweist er einmal mehr die Begrenztheit unserer Welt.

Wir könnten einen detaillierten Überblick über die Entwicklung der Klassifikation geben – von den religiösen Texten über die antike Philosophie inklusive Platon und Aristoteles bis zur Taxonomie von Linné. Gleichgültig, wie fortgeschritten und ausgeklügelt eine neue Klassifizierung auch sein mag, Borges’ fiktionale Klassifikation wird uns nicht verloren gehen. Um das „Tier“ wirklich zu verstehen, reicht es nicht aus, es zu benennen, zu klassifizieren oder zu definieren. Wenn wir das „Tier“ verstehen wollen, sollten wir in der Lage sein, sein Leiden zu verstehen.

Und das führt uns unausweichlich zu einer der berühmtesten Episoden in der Geschichte der westlichen Philosophie, die von der Figur des Tieres nicht nur gekennzeichnet, sondern bestimmt wird: zu Friedrich Nietzsches geistigem Zusammenbruch am 3. Januar 1889 in Turin. Es gibt viele Deutungen dieser bekannten Geschichte von Nietzsche, der bewusstlos auf der Piazza Carlo Alberto liegt. In der berühmtesten heißt es, er sei Zeuge geworden, wie ein Droschkenkutscher sich über sein Pferd geärgert und angefangen habe, das arme Tier auszupeitschen. Dieser Anblick habe Nietzsche so gewaltig erschüttert, dass er zu dem Pferd gerannt sei, ihm die Arme schützend um den Hals geschlungen habe und anschließend zusammengebrochen sei.

Sind seine kurzen, als „Wahnbriefe“ bekannten Schriften wirklich die Manifestation eines „Wahnsinns“? Oder resultieren sie aus dem unerträglichen Anblick des leidenden Tieres? War das leidende Pferd tatsächlich nicht mehr als nur ein Auslöser, wie in den meisten Interpretationen behauptet, oder verhielt es sich so, dass Nietzsche in der Lage war, den Plural der Tiere im Singular zu vernehmen? Solange wir „Tiere“ im Plural begreifen, ist es unmöglich, ihr Leiden zu hören. Sobald wir befähigt sind, die Singularität eines Tieres zu verstehen – die Welt, die es trägt, die Welt, die sich durch seine bloße Existenz eröffnet, sowie die Welt, die sich mit seinem Tod schließt – ist es unmöglich, nicht stumm oder sogar wahnsinnig zu werden wie Nietzsche. Das ist der Grund, weshalb die meisten von uns noch „zurechnungsfähig“ sind und so leben, als würden die Tiere um uns herum nicht leiden.

Paradoxerweise bestand der erste Schritt hin zur Vernichtung der Singularität eines jeden Tieres ausgerechnet in dem Versuch, den Singular in der Pluralität von „Tieren“ zu entdecken, nämlich in der Klassifikation. Anstelle abstrakter „Tiere“ („gehende“, „fliegende“, „schwimmende“, „kriechende“ wie in der Bibel) verfügen wir nunmehr über präzise Ordnungssyteme, während wir den Tieren gleichzeitig ferner stehen als je zuvor. Klassifizierung diente dem Zweck der Rationalisierung, und Rationalisierung diente dem Zweck des Massenmordes.

Gibt es einen besseren Beleg als den folgenden? In seiner Biografie „Mein Leben und Werk“ von 1922 enthüllt Henry Ford, dass ihm die Eingebung für die Produktion mittels Fließband kam, als er, damals ein junger Mann, einen Schlachthof in Chicago besichtigte. Geschlachtete Tiere, die von Transportketten herabhingen oder auf Laufbändern lagen, rückten von einem Angestellten zum nächsten vor, und jeder einzelne dieser Angestellten hatte eine ganz bestimmte Tätigkeit im Gesamtprozess zu verrichten. Damit zog eine radikale Neuerung in unsere moderne, industrialisierte Zivilisation ein: Zum ersten Mal wurden das neutralisierte Töten und damit eine neue Ebene der Entkopplung des Arbeiters vom Tötungsvorgang eingeführt; zum ersten Mal wurden Maschinen genutzt, um den Prozess der Massenschlachtung zu beschleunigen.

Einerseits war es der Schlachthof, der zur Entwicklung des Fließbandkapitalismus beigetragen hat, mit zahlreichen Konsequenzen, die wir heute noch spüren und erleben. Andererseits ist es kein Wunder, dass an der Wand neben dem Schreibtisch Adolf Hitlers im Hauptquartier der Nazipartei in München ein lebensgroßes Porträt von Ford hing. Als Hitler 1931 von einem Journalisten der Detroit News gefragt wurde, was das Ford-Porträt an der Wand zu bedeuten habe, erwiderte er: „Ich betrachte Henry Ford als meine Inspiration.“ Bald darauf war Ford der erste Ausländer, der mit dem Adlerschild des Deutschen Reiches ausgezeichnet wurde, und kurze Zeit später ließ Hitler aus seiner Inspiration Wirklichkeit werden. Wo konnte die Rationalität des Tötens, das Fließband als typisches Merkmal des Schlachthofes, bessere Anwendung finden als in den Konzentrationslagern?

Nicht nur, dass die Juden in Viehwaggons in die Konzentrationslager transportiert wurden; die Wachmannschaften der Lager stammten direkt aus der Fleischindustrie. Wie Charles Patterson in seinem Buch „Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka. Über die Ursprünge des industrialisierten Tötens“ gezeigt hat, könnte dies dem Zufall geschuldet sein. Doch auch der Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß besaß eine Metzgerei; Kurt Franz, letzter Kommandant in Treblinka, war Metzger; Karl Frenzel, der die Öfen zuerst in Hadamar und anschließend in Sobibor befeuerte, war ebenfalls Metzger, und nicht zuletzt Heinrich Himmler hatte eugenische Versuche auf seiner Hühnerfarm durchgeführt. Und selbst Hitlers persönliche Leibwache war Metzger …

Viel wichtiger als diese historischen Merkwürdigkeiten und eventuellen Zufälle ist jedoch die Argumentation, auf die Patterson sich bezieht: Die Domestizierung und Unterwerfung der Tiere war das Modell, welches die Umwandlung von Menschen in Sklaven inspiriert hat; und die Zucht domestizierter Tiere führte zu eugenischen Maßnahmen wie Zwangssterilisation, Euthanasie und letztlich Genozid. Obwohl Pattersons Buch viele neue Fragen aufwirft, verweist es darauf, wie die industrielle Rinderschlachtung zumindest indirekt den Weg zur Endlösung freigemacht hat. Genau wie das Fließband bei der Schlachtung von Tieren oder Henry Fords Auto-Produktion den Grundsätzen von Effektivität und Effizienz geschuldet war, so waren auch die Fließbänder von Treblinka derselben Zielsetzung verpflichtet. Genau wie durch das Fließband im Schlachthof eine effizientere Weise des Tötens entstand, die für die Mörder weniger Stress bedeutete, weil von jetzt an jeder einfach nur seinen eigenen Job zu erledigen hatte, so hat das „humane Töten“ einen neuen Beamtentypus wie etwa Adolf Eichmann hervorgebracht. Töten war jetzt institutionalisiert und objektiviert.

Erst als man anfing, die Juden wie Tiere zu behandeln, als eine Gruppe von Menschen statt im Singular als „Pluralität“ behandelt wurde, die wiederum in Gestalt genau dieser Pluralität in eine falsche Singularität transformiert wurde („der Jude“), war es möglich geworden, die „Endlösung“ zu organisieren. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass der Vergleich zwischen Juden und Tieren keine Erfindung der Nazis war. So hat beispielsweise schon Martin Luther Juden mit „tollen Hunden“ und „Schweinen“ gleichgesetzt, und es war Hegel, der die Auffassung vertrat, Juden könnten nicht der deutschen Kultur assimiliert werden, weil sie ein „tierisches Dasein“ fristeten. Dabei ist es gar nicht notwendig, den Blick zurück auf die Vergangenheit zu richten, wo unsere Gegenwart doch voller ähnlicher Beispiele steckt. Nach seinem Besuch im Gazastreifen im Jahr 2009 hatte der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter verlauten lassen, dass die Palästinenser dort „eher wie Tiere denn als menschliche Wesen behandelt“ würden. 2014, unmittelbar nachdem die neue „Bodeninvasion“ von Gaza begonnen hatte, äußerte auch der norwegische Arzt Mads Gilbert, der verwundete palästinensische Kinder versorgte, dass die Palästinenser „ein weiteres Mal eher wie Tiere behandelt“ würden. Wenn aber eine ganze Bevölkerung „unmenschlich“ behandelt wird – wie können wir dann erwarten, dass Menschen mit Tieren anders umgehen? Wenn menschliche Wesen noch immer nicht befähigt sind, andere Menschen menschlich zu behandeln – sollten wir uns dann wirklich wundern, dass niemand über einen Genozid an Tieren spricht?

Selbstverständlich dürfen wir die Figur des Genozids weder missbrauchen noch für erschöpfend diskutiert halten. Aber wie Derrida in seinem Vortrag „Das Tier, das ich also bin (weiterzuverfolgen)“ zeigt, wird besagte Figur hier komplizierter: „Es wäre zwar eine Vernichtung von Arten im Gange, sie würde sich jedoch über die Organisation und Ausbeutung eines künstlichen, infernalischen, virtuell unendlichen Überlebens vollziehen, unter Bedingungen, die Menschen früherer Zeiten für monströs gehalten hätten, für außerhalb aller unterstellten Normen des Lebens, das den Tieren zu eigen ist, die auf diese Weise in ihrem Überleben oder in ihrer Überbevölkerung selbst ausgelöscht werden. So als ob, zum Beispiel, Ärzte oder Genetiker (zum Beispiel nazistische), statt ein Volk in Gaskammern oder Krematorien zu werfen, mittels künstlicher Befruchtung eine Überproduktion und -reproduktion von Juden, Zigeunern und Homosexuellen zu organisieren, die, immer zahlreicher und immer wohlgenährter, in stetig wachsender Zahl für ein und dieselbe Hölle bestimmt gewesen wären, nämlich die der erzwungenen Genexperimente, der Vernichtung durch Gas oder durch Feuer.“

Heute sehen wir uns einer Situation gegenüber, in der wir den Schritt über das traditionelle Fließband hinaus schon getan haben. Unsere Klassifikation von Tieren hat nicht nur die Vorbedingungen für deren Vernichtung geschaffen, sondern führte zu einem Albtraum, der in Derridas Vorhersage des künstlichen Überlebens bereits präsent ist. Werfen wir einen Blick in einen neuen zweiminütigen Spielfilm von Greenpeace-Aktivisten, in dem eine nahe Zukunft geschildert wird, in der Bienen vollständig ausgestorben sind. Kein Grund zur Sorge: Felder, die vormals öde und verwüstet waren, erholen sich wieder. Weil die Bienen wieder da sind. Gewöhnliche Bienen, so könnte man glauben; aber nein, bei diesen kleinen Wunderwerken hochentwickelter Robotertechnik handelt es sich um NewBees der zweiten Generation. Ihrem natürlichen Gegenpart haushoch überlegen, sind sie überall auf der Welt erfolgreich eingeführt worden. Der Antrieb erfolgt komplett über Solarenergie, weshalb der aufladungsbedingte Nutzungsausfall einer NewBee sehr gering ist. Durch den Einsatz von Echtzeit-Triangulationstechnologie weiß jede NewBee, welcher Teil des Feldes schon bestäubt ist, was wiederum Effizienz und Ertrag maximiert. Anders als normale Bienen verfügen NewBees über eine vollständige Ausrüstung zur Bekämpfung ihrer natürlichen Feinde. Sobald ein Feind sich nähert, sind die NewBees alarmiert und setzen ein höchst wirksames Insektizid frei, das die Bedrohung in Sekundenschnelle neutralisiert. Nichts kann ihnen Schaden zufügen. NewBees zeigen keine Ermüdung, der Wartungsaufwand ist minimal, und die Produktionskosten betragen einen Bruchteil der Kosten, die für normale Bienen aufgebracht werden müssen. Sie können leicht recycelt, ersetzt und in Betrieb genommen werden. NewBees fügen sich ausgezeichnet in die Natur ein und sind darauf programmiert, uns nichts zuleide zu tun …

Zum Glück ist dies – bislang – nur Science Fiction, wobei die Idee aus der künstlichen Bestäubung stammt. Aus Fiktion könnte jedoch schon bald Realität werden, denn an der Harvard-Universität arbeitet ein auf Mikro-Robotik spezialisiertes Forschungsteam bereits an der Entwicklung sogenannter „RoboBees“. Dem Projekt „RoboBees“, das 2009 ins Leben gerufen wurde, um den Aufwand für die Erzeugung eines Roboter-Bienenvolkes zu ermitteln, ist es mittlerweile gelungen, künstliche Muskeln zu erzeugen, die einen 120-fachen Flügelschlag pro Sekunde zustande bringen. Derzeit forschen die Wissenschaftler an der Energieversorgung und an Funktionsweisen von Entscheidungsprozessen. Im Sommer 2012 konnten technische Kernprobleme gelöst werden, die einen ersten kontrollierten Flug der „RoboBees“ zuließen.

Es könnte durchaus noch zwanzig Jahre oder mehr dauern, bis die erste künstliche Bestäubung möglich ist. Trotzdem sollten wir uns folgende Frage stellen: Falls es den Roboter-Bienen wirklich gelingen sollte, Felder zu bestäuben und unser Ökosystem im Gleichgewicht zu halten – worin läge dann die Bedeutung für die Menschheit? Ja, es mag sein, dass wir entgegen Einsteins Prophezeiung in der Lage sind, die Vernichtung der Bienen zu überleben – aber was hätte das Verschwinden des Tieres für die Menschheit als solche zu bedeuten? Was bedeutet der Tod eines Tieres, und was hat es zu bedeuten, wenn eine ganze Gattung ausstirbt?

Nach Einschätzung einiger Wissenschaftler könnten um das Jahr 2100 bis zur Hälfte der gegenwärtig vorhandenen Pflanzen- und Tiergattungen ausgestorben sein. Ja, wir könnten natürlich zynisch fragen, was denn die durch Menschen verursachte Vernichtung eigentlich sei, verglichen mit mindestens fünf Massenvernichtungen in der Geschichte des Lebens auf der Erde? Was ist zum Beispiel die derzeitige Artenvernichtung im Holozän im Vergleich mit dem Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze vor ungefähr 250 Millionen Jahren, bei dem schätzungsweise 90 Prozent der damaligen Arten ausgelöscht wurden? Können wir uns überhaupt vorstellen, welche Art Leben es in jenem Zeitalter gab und wie unbedeutend unsere eigene Existenz sich aus besagter Perspektive ausnimmt? Rein technisch gesehen, gibt es Leben nach Menschen oder, wie Alan Weisman es in seinem Sachbuch formuliert hat, in dem er sich damit beschäftigt, was wohl mit der natürlichen und bebauten Umwelt geschähe, wenn menschliche Wesen plötzlich verschwänden – da ist eine „Welt ohne uns“. In diesem Fall sind sogar wir, die Menschen, eine Gattung, die mit Leichtigkeit verschwinden könnte; schon nach fünfhundert oder tausend Jahren existierten nur noch wenige (radioaktives Material, Bronzestatuen oder Keramik) oder gar keine Beweise mehr, dass es uns je gegeben hat.

Unser gegenwärtiges Verhältnis zur Natur ist ambivalent. Einerseits leben wir tatsächlich im sogenannten „Anthropozän“, also einem Zeitalter, in dem menschliche Aktivitäten weltweit erhebliche Auswirkungen auf das Ökosystem nach sich ziehen, was unser Einfluss auf das Verhalten von Bienen am besten illustriert. Und es könnte sein, dass wir sogar noch einen Schritt über die These vom „Anthropozän“ hinausgehen und berücksichtigen müssen, was Timothy Morton als „Ökologie ohne Natur“ bezeichnet hat. Laut Morton besteht das Haupthindernis im Nachdenken über die Umwelt in der Idee von Natur als solcher; wir hingegen müssten den denaturalisierten Charakter von Natur als solcher akzeptieren. Es gehe weniger darum, dass die Menschen die Natur aus ihrem Gefüge bringen, sondern Natur selbst befinde sich nicht im Gleichgewicht. Anders ausgedrückt, genau dieser chaotische Charakter ist es – gewaltige Katastrophen, Stürme, Fluten etc. – der der Natur selbst entspricht. (Die Folgen der „Naturkatastrophen“ sind selbstverständlich nicht naturgemäß, sondern bereits geprägt von menschlichen Eingriffen – so etwas wie eine „Naturkatastrophe“ gibt es nicht!)

Und damit haben wir die andere Seite der Medaille vor Augen: Natur ist nicht immer schon das unschuldige Opfer, und nicht immer ist es menschlicher Einfluss, der die Natur verändert. „Eyjafjallajökull“ ist, ganz gleich, wie oft wir diesen seltsamen Namen schon gehört haben, noch immer nicht einfach auszusprechen. Trotzdem hat dieser isländische Vulkan das menschliche „Business as usual“ vollständig zum Erliegen gebracht. Infolge seines Ausbruchs waren die europäischen Airlines fast eine ganze Woche lang lahmgelegt. Mehr als 64.000 Flüge waren verspätet oder wurden ganz gestrichen, Millionen Reisende betroffen. Was für uns Menschen nach einer Katastrophe aussieht, ist also exakt das Gegenteil: nämlich „Eyjafjallajökull“ und nicht unser ökologischer Kampf, durch den der CO2-Fußabdruck der Airlines in einem Ausmaß verringert werden konnte, der dem jährlichen Output mehrerer kleiner Staaten zusammen entspricht.

Diese zwei Seiten der Medaille eröffnen eine unerwartete Wendung. Es ist nicht nur das Tier, sondern die menschliche Gattung selbst, die bald verschwinden könnte. Aus welchen Gründen auch immer die Bienen verschwunden sein mögen, die offizielle Tagline von Shyamalans „The Happening“ scheint die Sache sehr gut zu beschreiben: „We’ve sensed it. We’ve seen the signs. Now … it’s happening.“ Das, was in „The Happening“ geschieht, ist eine verhängnisvolle Katastrophe, in der Menschen rund um die großen Städte an der Ostküste der Vereinigten Staaten auf rätselhafte Weise sterben, und alles sieht danach aus, als sei die Natur die Ursache. Schon bald erweist sich, dass Pflanzen bei dem Versuch, drohende Gefahren abzuwehren, ein geheimnisvolles Nervengift freisetzen, das jeden, der damit in Berührung kommt, zum Suizid verleitet.

Niemand würde wohl widersprechen (zumindest kein Mensch), dass das Verschwinden der Menschen das Verschwinden einer Welt bedeutet. Zwar wäre es immer noch eine „Welt ohne uns“, aber nicht mehr die gleiche Welt. Wir sollten uns jetzt vorstellen, wie die „Tiere“ die sterbenden Menschen beobachten und uns lediglich als Pluralität begreifen („die Menschen“). Wenn das Verschwinden eines einzigen Menschen das Verschwinden einer ganzen Welt bedeutet (denken wir beispielsweise an die allerletzten Sprecher seltener menschlicher Sprachen) – warum wird das Leiden eines Tieres dann nicht auch als Leiden oder Verschwinden einer Singularität begriffen, nicht nur als Tod eines Tieres, sondern als Verschwinden einer Welt? Vielleicht ist es an der Zeit, die gängige Behauptung umzukehren: „Tiere“ sind möglicherweise nicht so sehr abhängig von uns (weil sie nach unserem Verschwinden als Gattung sicherlich weiterhin existieren würden), sondern es wäre zu fragen, wie sehr wir von ihnen abhängig sind, von eben ihrer Singularität. Warum denken Sie nicht einfach darüber nach, wenn Ihnen das nächste Mal eine Biene begegnet?

Deutsch von Jutta Nickel

Ende Fremd-Text
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Biene auf Pflanze von Mensch
fotografiert
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Und das alles, weil das Mensch aufgrund einer natürlichen Fehleinschätzung seinen Platz in der erdmondlichen BioSphäre nicht einzunehmen wagt.
Klar ist *mir auch, dass das jüdisch-christlich-muslimische Mythos, von der göttlichen Einsetzung des Menschen in eine für ihn hergerichtete Welt, nur eine von vielen fehlerhaften Beschreibungen unseres Platzes und unserer Stellung im Hier und Jetzt ist.

Was also wären oder sind die Folgen des Begreiffens der auch menschlichen Geborgenheit und Nützlichkeit und Sicherheit innerhalb der erdmondlichen BiosSphäre? Denn, nochmal, wir Menschen sind keinerlei Fremdkörper hier, oder irgendeine über unsere Mit-LebeWesen herausragende Besonderheit.

Fühlen auch Sie das leicht angstvolle kribbeln beim andenken und dem Versuch einer Antwort-Findung auf die obere Frage?
Weil, das Angst und das Beharrlichkeit und das triebhafte Ab- und AusGrenzen kennt viele Spielarten der Ablehnung von Vernunft und Verantwortung und Veränderungen. Oder?

Dass wir längst auf dem Weg zur Anerkennung sind, zeigt oberer Fremd-Text, zeigen meine Beiträge und zeigen hunderte und tausende Beiträge anderer Menschen, die teils lange vor *mir davon berichtet haben und von denen auch *ich abgeschrieben habe, weil auch *ich diese Einschätzungen für wesentlich näher an das Wirklichkeit spüre, als all das Mythen- und Legenden-Gesäusel von einer Besonderheit des Menschen, die über die normale Besonderheit aller anderen Millionen und Milliarden Mit-LebeWesen hinaus reicht. Vermuten Sie vielleicht auch, wie *ich, dass diese Selbst-AusGrenzung des Menschen aus der erdmondlichen Gemeinschaft, auch Beschwerden und Krankheiten und viele FehlEinschätzungen bewirkt?

Servus, und vergessen Sie das Frage nicht: Was bewirkt das Begreiffen der menschlichen Geborgenheit und Eingebundenheit in die erdmondliche BiosSphäre?